Keine Partys mehr - die Bänke am Adlhochplatz verschwinden

Keine Partys mehr – die Bänke am Adlhochplatz verschwinden

Der nicht enden wollende Sommer 2018 macht den Anwohnern am Adlhochplatz schwer zu schaffen. Solange das Wetter noch schön ist, trifft sich Abend für Abend auf dem Platz eine bunte Mischung von Menschen, die nur eines im Sinn haben: Party machen. Die Anwohner kommen nicht mehr zu Ruhe, denn der Partylärm dauert bis tief in die Nacht. Es sind vor allem junge Leute und Obdachlose, die dort mit Bier, hartem Alkohol, aber vor allem mit lauter Musik feiern. Damit soll aber jetzt Schluss sein.

Stühle statt Bänke

Normalerweise stehen auf dem Adlhochplatz Sitzbänke, aber diese Bänke laden das Partyvolk offenbar ein, sich dort niederzulassen und zu feiern. Um diesen Anreiz zu nehmen, will die Stadt sie zumindest probeweise abmontieren. An Stelle der Bänke sollen auf dem Platz tagsüber Stühle stehen. Das ist bereits auf dem Luisenplatz am Nordend und am Matthias-Beltz-Platz der Fall. Die Wirte der Umgebung sammeln dann um 22:00 Uhr die Stühle wieder ein. Die FDP hatte das Problem Adlhochplatz wieder auf die Tagesordnung setzen lassen und im Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen) wurde darüber hitzig diskutiert. Die Bewohner eines Seniorenheims, das direkt am Adlhochplatz steht, finden die Idee gut. Nach etlichen Jahren, in der es nur Diskussionen gab, ist es jetzt Zeit, endlich mal zu handeln, so die Senioren aus dem „Schwanthaler Carreé“.

Kritik vom politischen Gegner

Die Anwohner am Adlhochplatz sind verzweifelt. Sie sehen keine andere Lösung, als jede Nacht die Polizei zu rufen, aber die kommt oftmals überhaupt nicht mehr. Das Ordnungsamt, das nach dem Rechten sehen müsste, hat nach eigenen Angaben keine Kapazitäten mehr frei. Die Einwohner hoffen daher, dass das Entfernen der Sitzbänke endlich die ersehnte Ruhe bringt. Heftige Kritik an diesem Plan kommt hingegen von der SPD und den Linken, beide Parteien haben sich gegen den Vorschlag ausgesprochen. Sie sehen darin eine „Absage an die urbane Kultur“, wenn die Stadt die Bänke abbaut. Die Leute feiern dort trotzdem weiter und setzen sich dann auf die Erde.

Können Streetworker helfen?

Für die SPD stellt der Supermarkt am Adlhochplatz, der bis Mitternacht geöffnet hat, das eigentliche Problem dar. Solange der Markt bis spät in die Nacht noch Alkohol verkauft, bleiben auch die Feiernden dort sitzen. Die Bänke dienen am Tag den alten Menschen als Sitzgelegenheit, in der Nacht finden die Obdachlosen dort einen Platz, um sich auszuruhen, argumentieren die Sozialdemokraten. Die SPD spricht sich zudem für den Einsatz von Streetworkern aus, die auf die Leute einwirken. Die Stadt Frankfurt hat für diese Form der Jugend- und Sozialarbeit jedoch keine finanziellen Mittel frei.

Ob sich die Lage nach dem Abbau der Sitzbänke am Adlhochplatz tatsächlich entspannt, ist mehr als fraglich. Im Winter wird sich die Lage wie jedes Jahr wieder entspannen, kommt aber der Frühling, dann geht die Party wieder los. Dass sich die Lage entspannen kann, wenn Streetworker im Einsatz sind, hat sich am Brückenspielplatz und am Diesterwegplatz gezeigt. Dort waren vor fünf Jahren Streetworker in unregelmäßigen Abständen im Einsatz. Dass es am Adlhochplatz auch zu einer entspannten Situation kommt, ist eher unwahrscheinlich. Außerdem will die Stadt nach 22:00 Uhr keine Sozialarbeiter mehr einsetzen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / mimagephotos

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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