Wie gefährlich ist das Radfahren in Frankfurt

Wie gefährlich ist das Radfahren in Frankfurt?

Das Auto stehen lassen und stattdessen mit dem Rad in die City zum Einkaufen fahren, das ist umweltfreundlich, preiswert und gesund. Ob es allerdings in Frankfurt so gesund ist, daran gibt es mittlerweile Zweifel. Zwei Tote und einen schwer verletzten Radfahrer gab es alleine in den letzten drei Wochen und einer der Gründe soll eine ungenügende Infrastruktur sein.

Zu viele Unfälle

Die Polizei Frankfurt hat bis Juni 518 Unfälle mit Radfahrern gezählt, was statistisch gesehen drei Unfälle pro Tag bedeutet. 53 Menschen erlitten bei diesen Unfällen schwere Verletzungen, wie der zwölf Jahre alte Junge, der eine Kollision mit einem LKW überlebt hat. Weniger Glück hatte eine 28 Jahre alte Radfahrerin, die die Gleise am Bahnhof Louisa überqueren wollte. Eine Straßenbahn erfasste die junge Frau, die noch an der Unfallstelle verstarb. Anfang des Monats fand ein 60 Jahre alter Mann in der Kurt-Schumacher-Straße den Tod. Für die Verkehrsexperten gibt es dafür zwei Gründe: Zum einen ist die Infrastruktur für Radfahrer denkbar schlecht und zum anderen sind die Radler im Straßenverkehr viel zu sorglos.

Nicht für Radfahrer gebaut

Offensichtlich ist Frankfurt ein gefährliches Pflaster für Radfahrer, es gibt einfach nicht die richtige Infrastruktur und sichere Radwege fehlen. Die vorhandenen Radwege haben die Verkehrsplaner irgendwie in den Verkehr eingebaut und sie sind zu unregelmäßig. Nicht selten enden sie dann auf einer viel befahrenen zweispurigen Straße, auf der es kaum genug Platz für Autos gibt. Nur ganz wenige Straßen in Frankfurt sind vorbildliche Fahrradstraßen. Die Goethestraße gehört unter anderem dazu. Leider wissen die meisten Autofahrer nicht, dass es sich um eine besondere Straße für Radfahrer handelt und achten nicht auf die Radler. Außerdem sind die meisten Radwege in einem so schlechten Zustand, dass der Radverein der Stadt den Radfahrern dringend empfiehlt, diese Straßen zu meiden.

Die Zahl der Radfahrer steigt

Für den Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling von der SPD haben die Radfahrer Pech gehabt. Seiner Meinung nach erlaubt die Verkehrsstruktur der Stadt eine Infrastruktur für Radfahrer nicht. Frankfurt ist schließlich keine Residenzstadt mit breiten Boulevards, so Oesterling. Kommt es zu Veränderungen, dann hätte das die Vernichtung von Autoparkplätzen zur Folge. Die Zahl der Radfahrer steigt jedoch auch in Frankfurt stetig an. Vor allem in den Sommermonaten sind viele Radler auf den Straßen unterwegs, die eher unsicher fahren und die Verkehrsregeln nicht einhalten. Aus Sicht der Stadt steigt die Zahl der Radler jedoch nicht an, genaue Zahlen gibt es aber leider nicht. Immerhin ist eine Statistik vorhanden, die besagt, dass die Frankfurter 14 Prozent aller Wege mit dem Rad zurücklegen.

Alle zwei Jahren macht die Stadt Frankfurt eine repräsentative Umfrage und fragt die Bürger, wie viel sie mit dem Rad fahren. Die meisten passionierten Radfahrer sehen in der Umfrage wenig Sinn, da sich an den schlechten Radwegen in der Stadt nichts ändert. Noch immer sind die Autofahrer die Hauptakteure im Straßenverkehr und ihnen gilt die ganze Aufmerksamkeit. Vielleicht fahren in Frankfurt mehr Menschen mit dem Rad als das in Wiesbaden der Fall ist. Offensichtlich reicht das aber immer noch nicht aus, eine vernünftige Infrastruktur zu erarbeiten.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / blasbike

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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