Wer schwimmen will, muss warten können

Wer schwimmen will, muss warten können

Hunderte von Menschen ertrinken jedes Jahr in Deutschland und viele davon sind Kinder. Schwimmen zu können, ist daher unerlässlich. Kinder, die in Frankfurt das Schwimmen erlernen möchten, müssen allerdings viel Geduld mitbringen, die Wartezeiten für Schwimmkurse liegen bei bis zu drei Jahren. Haben die Kinder dann einen Platz im Schwimmkurs bekommen, reicht das Gelernte oftmals nicht aus, sicher schwimmen zu können.

Es fehlt an Helfern

Viele Eltern in Frankfurt suchen verzweifelt nach einem Kursangebot, damit ihre Kinder das Schwimmen lernen. Aber nicht jeder Kurs hält, was er verspricht und nicht immer reichen acht Doppelstunden wirklich aus, um sicher schwimmen zu können. Bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sieht das anders aus, dort bleiben die Kinder, bis sie sicher schwimmen können. Was der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und vielen anderen Organisationen jedoch fehlt, das sind einerseits die Wasserflächen und zum anderen ehrenamtliche Helfer. Für einen Kurs, in dem zehn bis zwölf Kinder schwimmen lernen, muss es mindestens drei Schwimmlehrer geben, die das Ganze beaufsichtigen. Oft stehen jedoch nur zehn ehrenamtliche Helfer für alle Kurse zur Verfügung und das ist viel zu wenig. Dementsprechend entstehen Wartezeiten von bis zu drei Jahren.

Die Vereine können nicht helfen

Nicht nur beim DLRG sind die Warteliste lang, auch die Frankfurter Vereine können den großen Bedarf nicht abdecken. Es fehlt an Wasserflächen, klagt die Schwimmgemeinschaft Frankfurt. Der Dachverein der acht Frankfurter Schwimmvereine und der Frankfurter Schwimmschule ist nicht mehr in der Lage, Aquagymnastik oder ähnliche Veranstaltungen anzubieten. Alle Ressourcen, die zur Verfügung stehen, investieren die Vereine in den Schwimmunterricht. Aktuell finden 100 Kurse mit rund 750 Kindern statt. Alle Kurse sind in nur wenigen Minuten ausgebucht und auch hier sind die Wartelisten lang. Es besteht also großer Handlungsbedarf.

Ist Besserung in Sicht?

Die Sparpolitik der vergangenen Jahre an den Frankfurter Schulen sorgt jetzt für einen Scherbenhaufen. Die Schwimmbecken in vielen Schulen sind bereits geschlossen oder sie sind so marode, dass dort kein Schwimmunterricht mehr stattfinden kann. Dazu kommt, dass in den meisten Schulen nur die Kinder schwimmen lernen können, die dort auch Unterricht haben. Die anderen Kinder sind auf öffentliche Schwimmbäder angewiesen und dort ist die Konkurrenz bei den Schwimmkursen groß. Besserung ist vorerst nicht in Sicht. 2024 könnte es eine Entspannung geben, denn dann öffnet das neue Schwimmsportzentrum. Bis es so weit ist, müssen die Schulen und die Vereine noch effektiver zusammenarbeiten und die Schwimmzeiten noch besser koordinieren. Wenn alles wie geplant klappt, gibt es im nächsten Jahr bereits eine deutliche Verbesserung der Situation.

In ihrer Verzweiflung versuchen viele Eltern selbst, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen. Für die Profis des DLRG ist das keine schlechte Idee. Wenn die Eltern geübte und sichere Schwimmer sind, spricht nichts dagegen, wenn sie mit ihren Kindern üben. Wichtig ist, dass die Kinder keine Angst haben und sich stets sicher fühlen können. Richtig gut schwimmen kann ein Kind aber erst, wenn es den Freischwimmer hat. Erst dann können die Eltern sich sicher sein, dass der persönliche Schwimmunterricht funktioniert hat. Vor dem Freischwimmerabzeichen sollten vor allem kleinere Kinder noch nicht ins Schwimmerbecken wechseln, sondern bei den Nichtschwimmern bleiben.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / .shock

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.