So geht es nicht weiter - Gesamtschullehrer gehen auf die Straße

So geht es nicht weiter – Gesamtschullehrer gehen auf die Straße

Immer wieder haben die Lehrer an den Gesamtschulen in Frankfurt auf ihre großen Probleme aufmerksam gemacht, aber geholfen hat es bisher nicht. Jetzt sind die Lehrer auf die Straße gegangen, denn sie fühlen sich komplett überlastet. Beratung, Unterricht, Integration und Inklusion – es ist einfach zu viel geworden und von der Politik kommt keine Hilfe.

Der dritte Versuch

Schon vor zwei Jahren haben sich die Lehrer an das Kultusministerium gewandt, um darauf hinzuweisen, dass sie die Arbeit nicht mehr stemmen können. Als nichts passierte, haben die Lehrer im Oktober 2017 einen erneuten Versuch gestartet und Beschwerde eingelegt. Auch dieser zweite Versuch fand in der Politik kein Gehör. Die jetzige Aktion ist also der dritte Versuch, für Aufmerksamkeit zu sorgen, denn die Situation hat sich in den letzten zwei Jahren drastisch verschlechtert.

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Zu viele Probleme

70 Gesamtschullehrer aus elf der 17 Frankfurter Gesamtschulen sind mit der Unterstützung vieler Eltern auf die Straße gegangen. Bewaffnet mit Megafon und Transparenten haben sie versucht, sich Gehör zu verschaffen. „Wir fühlen uns überlastet“, ist auf den Plakaten zu lesen. Die Lehrer haben zudem kleine Zettel geschrieben und auf die Transparente geklebt. Eines der Probleme, das immer wieder auftaucht, ist, dass die Lehrer massiv von Schülern und auch von Eltern beleidigt werden, so eine Lehrerin aus Bockenheim. 60 und mehr Arbeitsstunden in der Woche sind heute keine Ausnahme mehr, sagt ein Lehrer aus Herder im Frankfurter Ostend. Die Integration von Flüchtlingskindern ist ein immer größer werdendes Problem, aber auch zu wenige Kollegen, eine hoffnungslos veraltete Technik und zu große Klassen machen den meisten Lehrern zu schaffen.

Wenn Arbeit krank macht

Die Zahlen sind alarmierend: 85 Prozent der Lehrer an der Otto-Hahn-Schule in Nieder-Eschbach sehen ihren Beruf als „tendenziell gesundheitsgefährdend“. 65 Prozent halten ihre Arbeit für „manifest gesundheitsgefährdend“. In den Schulen lag die Zahl der Krankmeldungen in den ersten Monaten des Jahres 2018 bei mehr als zehn Prozent und das wird dem Bildungsauftrag nicht mehr gerecht. Ein großes Problem sind auch die Lehrer, die über einen langen Zeitraum krankgeschrieben sind, denn die Zahl dieser Langzeiterkrankten wächst stetig.

Das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt stellen

Sehr viele Kinder, die eine Gesamtschule besuchen, kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen. Diese Kinder brauchen auch nach der Schule Betreuung und Unterstützung. Es sind die Lehrer, die die Gespräche mit den Eltern, dem Jugendamt oder mit dem Sozialrathaus führen. Sie wollen die Kinder nicht im Stich lassen, vor allem dann nicht, wenn es zu Hause nicht so gut läuft. Aktuell fehlt den Lehrern aber einfach die nötige Zeit und das ist es, was viele Lehrer krank macht. Sie fühlen sich zunehmend hilflos und fordern von der Politik eine Reduzierung der Pflichtstunden, aber auch weniger Kinder pro Klasse.

Das staatliche Schulamt hat den verzweifelten Lehrern immerhin versprochen, die gesammelten Überlastungsanzeigen an das hessische Kultusministerium weiterzugeben. Man nehme das Thema ernst und setze sich auch damit auseinander, so die Mitarbeiterin des Schulamtes. Nach ihrer Ansicht hat der Protest bereits Wirkung gezeigt, denn die Gesamtschulen in Frankfurt bekommen 201 zusätzliche Stellen. Ob das hilft oder nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, muss sich erst zeigen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / alexraths

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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