Stadtfest in Höchst - vor der Feier heißt es Aufräumen

Stadtfest in Höchst – vor der Feier heißt es Aufräumen

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus und das Schlossfest in Frankfurt-Höchst macht da keine Ausnahme. Bevor es ans Feiern geht, wird Höchst aber noch sauber gemacht, denn schließlich heißt das Motto des diesjährigen Stadtteilfestes: „Höchst putzt sich raus. E sauber Sach mit #cleanffm“. Das Motto steht für eine neue Kampagne der Stadt, die auf das große Problem mit dem Müll aufmerksam machen möchte.

Mehr Sauberkeit

Sie sind groß, sie sind grün und sie stehen an vielen Stellen in Frankfurt und seinen Stadtteilen – die neuen Mülleimer. Drei Millionen Euro lässt sich die Stadt die Sauberkeit kosten, eine Tatsache, die im Magistrat für heftige Diskussionen gesorgt hat. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist aber der Meinung, dass es sich um sehr gut investiertes Geld handelt. Auch Höchst soll in den Genuss der neuen Sauberkeit kommen und deshalb gilt auch hier das Motto. Die stetig wachsenden Müllberge in der Altstadt sind ein Alarmsignal und daher soll es dem Müll und dem Schmutz jetzt an den Kragen gehen.

Müll sammeln für alle

Das Höchster Schlossfest findet in diesem Jahr zum 62. Mal statt und dauert bis zum 9. Juli. Am 23. Juni, also eine Woche vor der Eröffnung des Traditionsfestes gibt es eine ganz besondere Aktion. An diesem Tag hofft der Vereinsring, dass ganz viele Menschen den Weg nach Höchst finden, um dort bewaffnet mit einer Zange und einer Tüte, den Müll zu sammeln. Treffpunkt ist der Brunnen am Schlossplatz und von dort aus schwärmen die Müllsammler dann in die umliegenden Straßen aus. Das Schlossfest ist 2018 ein wenig kürzer als sonst und dafür gibt es einen Grund. Da eine der Spundwände am Main erneuert wird, verkleinert sich die Fläche für das Höchster Schlossfest. Für die Terrasse des Schlosses gibt es zudem kein Konzept für die Sicherheit und sie ist aus diesem Grund auch nicht nutzbar. Da auch der Bolongaropalast saniert wird, steht der Garten ebenfalls nicht zur Verfügung.

Es ist viel los

Selbst wenn das Schlossfest in Höchst ein bisschen kleiner als sonst ausfällt, es ist immer noch sehr viel los. Zum ersten Mal überhaupt gibt es ein Riesenrad, das nicht nur den kleinen Besuchern gefallen wird. Für die Freunde des Modellbaus ist die Schiffsmodellregatta ein Muss, auch viele interessante Führungen, Konzerte und Lesungen machen das Fest zu einem echten Highlight. An vielen Standorten informiert die Stadt Frankfurt ihre Bürger zudem über das Problem mit dem Müll. Aber keine Angst, zu ernst wird das Thema nicht präsentiert. Da gibt es eine Band, die den „Müll-Song“ zum Besten gibt und ein junger Poetry-Slamer hat ein passendes Gedicht geschrieben. Aus Irland kommt wie jedes Jahr, Besuch von der „Rose of Tralee“.

Wie viele Großstädte, so hat auch Frankfurt ein stetig steigendes Problem mit dem Müll. Stadtfeste wie das beliebte Schlossfest in Höchst bieten eine wunderbare Möglichkeit, die Bürger auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Ganz ohne einen erhobenen Zeigefinger und mahnende Worte gelingt es, die Bürger mit einzubinden und ihnen vor Augen zu halten, dass eine saubere Stadt auch eine immer liebenswerte Stadt ist.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

1 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 5 (1 Bewertungen, durchschnittlich: 5,00 von 5)

Das könnte Sie auch interessieren

Kostenlos ins Netz – der neue Service der Frankfurter S-Bahn Über die S-Bahn in Frankfurt gibt es etwas Positives, aber leider auch etwas Negatives zu berichten. Die schlechte Nachricht zuerst: Den Passagieren der S-Bahn wird einmal mehr viel Geduld abverlangt, denn die Schließung eines wichtigen Tunnels steht an. Die gute Nachricht hingegen ist: Es tut sich was in Sachen WLAN-Ausstattung in den Zügen. Schon sehr bald können sich die Fahrgäste in den S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet entspannt zurücklehnen und im Internet surfen. Es wird viel investiert Insgesamt sind es mehr als fünf Millionen Euro, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund investiert, damit di...
An die Riemen, fertig, los – das Frankfurter Ruderfest hat begonnen Das Wetter könnte etwas besser sein, aber auch wenn der Himmel grau ist, kommen die Zuschauer zum 9. Frankfurter Ruderfest. Das Spektakel auf dem Main ist einer der sportlichen Höhepunkte des Jahres und schon die ersten beiden Tage fanden großen Zuspruch. Die eigentlichen Knaller stehen aber erst am kommenden Wochenende an. Fünf Tage feiern Die Veranstalter des Frankfurter Ruderfestes haben mit ängstlichen Augen in den Himmel geschaut, denn die Wettervorhersage hatte starken Regen und schwere Gewitter im Angebot. Abbekommen hat Frankfurt aber nur eine leichte Brise und einen etwas stärkeren ...
Frankfurts Angebote für alle Fußballmuffel Das runde Leder rollt wieder, aber nicht jeder kann sich mit der Fußballweltmeisterschaft anfreunden. Es gibt jede Menge Fußballmuffel, die mit Public Viewing nichts am Hut haben und genau für diese Zeitgenossen hat Frankfurt tolle Alternativprogramme. Zoo und Museum, in die Sauna, zum Schwimmen oder einfach mal in aller Ruhe einkaufen gehen – wer keinen Fußball gucken will, kommt in Frankfurt und Umgebung auch auf seine Kosten. Zoo, Museum oder lieber in die Sauna? Wenn die deutsche Mannschaft spielt, sind die Schlangen vor dem Opel-Zoo und dem Frankfurt Zoo nicht lang und die Wartezeit häl...
Die neue Altstadt – für die meisten Bürger unbezahlbar Die Bauzäune sind verschwunden und die neue Frankfurter Altstadt ist endlich für Besucher geöffnet. Denjenigen, die durch das neue Dom-Römer-Quartier gebummelt sind, ist allerdings schnell klar geworden, dass sich dort nicht jeder eine Wohnung leisten kann. Schick ist das Quartier ohne Zweifel, aber nur ganz wenige haben das nötige Geld, um dort zu leben. Wohnen in der neuen Altstadt Die Immobilienseiten versprechen ein „einzigartiges und exklusives Wohnen und Leben in der Frankfurter Altstadt“. Der neue Luxus ist jedoch nicht ganz preiswert. Für eine Wohnung mit 145 Quadratmetern und fünf Z...
Droht dem Frankfurter Zoo die Schließung? Ein Zoo mit uralten Anlagen und ein neuer Direktor, der die großen Probleme schnell erledigen möchte – das ist die Zusammenfassung des Dramas, das sich aktuell um den Frankfurter Zoo abspielt. 100 Tage ist Miguel Casares als Direktor des Zoos Frankfurt im Amt, schon macht er Dampf und droht, dass der Zoo „untergehen“ wird, wenn nichts passiert. Die Anlagen und Gehege haben zum Teil 145 Jahre auf dem Buckel und sind daher hoffnungslos veraltet, es muss also etwas geschehen. In drei Phasen zum Neuanfang 65 Jahre alt ist das Zuhause der Giraffen, 56 Jahre steht bereits das Affenhaus. Noch älter...

Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.