Gute Stimmung beim Goetheturmfest und das ganz ohne Turm

Gute Stimmung beim Goetheturmfest und das ganz ohne Turm

Frankfurt ohne Goethe ist wie Köln ohne Dom oder München ohne Oktoberfest. Am Dichterfürsten kommt in der Stadt am Main so schnell keiner vorbei und da ist es nur logisch, dass es auch ein Goetheturmfest gibt. Es war das 37. Goetheturmfest, aber dieses Fest wird in die Annalen der Festchronik eingehen, denn zum ersten Mal fehlte der Turm, der dem Fest seinen Namen gibt.

Nur als Modell

Die Nacht auf den 12. Oktober 2017 war eine Schicksalsnacht für die Organisatoren des Goetheturmfestes, denn in dieser Nacht brannte der Holzturm komplett ab. Feuerwehr und Polizei gehen von einem Serienbrandstifter aus, der bereits in den vergangenen Jahren mehrere Holzbauten in Frankfurt in Brand gesteckt hat. Auf dem diesjährigen Goetheturmfest muss ein kleines Modell das Original ersetzen, das wahrscheinlich erst 2020 wieder zu sehen sein wird. Gebaut wurde das Modell von einem Berufsschüler und er hat es den Veranstaltern für das Fest geliehen.

Freibier für alle

Auch ohne Turm wurde das Goetheturmfest 2018 ein Erfolg, was vielleicht auch am Traumwetter gelegen hat. Die 18 Vereine, die dem Sachsenhäuser Vereinsring angehören, konnten nicht klagen, das Wetter war toll, die Besucher waren begeistert und Freibier gab es auch. Wie in jedem Jahr, so hatten die Bierkrüge beim Goetheturmfest 2018 ein besonderes Motiv. Sechs Euro kostete einer der originellen Krüge, von denen zwei Euro in die Spendenkasse wandern. In diesem Jahr sorgte ein Bild des Künstlers Ferry Ahrlé dafür, dass der Krug zu einem begehrten Sammelobjekt wurde.

Hohe Anforderungen

43 Meter hoch war der alte Goetheturm, der neue Turm soll nach dem Wunsch der Organisatoren und Besucher jedoch höher sein. Schließlich gibt es in Leipzig einen ähnlichen Holzturm, der stolze 60 Meter misst, der neue Goetheturm sollte daher mindestens 61 Meter haben. Noch laufen die Ausschreibungen in ganz Europa, aber schon bald steht fest, wer den Turm baut. In Frankfurt gibt es leider kein Unternehmen, das den Turm aus Holz bauen kann. Alle statischen und auch die baulichen Anforderungen muss der Erbauer einhalten. Dazu gehört unter anderem auch ein Schutz vor Suizid. Komplett barrierefrei wird der neue Goetheturm nicht sein, dafür aber mit 1,5 Millionen Euro recht teuer. Bis jetzt sind 148.000 Euro an Spenden zusammengekommen.

Ein toller Blick

Viele, die das Goetheturmfest in diesem Jahr besucht haben, kennen den Turm schon seit vielen Jahren. Sie haben ihn schon als Kinder erklommen und den herrlichen Blick über die Stadt genossen. Heute kommen sie mit den eigenen Kindern und Enkeln zum Goetheturmfest und spenden, damit bald wieder ein Panoramablick über Frankfurt möglich wird.

Die Stimmung auf dem Goetheturmfest war auch ohne Turm mehr als gut. Bier und Pommes, Würstchen und Popcorn gab es gegen den kleinen Hunger, für die Musik sorgte unter anderem der Musikzug aus Bad Soden. Besucher, die schon bei der Eröffnung des Turms 1982 und zur Wiedereröffnung nach einer großen Renovierung 2014 dabei waren, bescheinigen den Organisatoren ein gelungenes Fest. Alle hoffen, dass der neue Goetheturm in spätestens zwei Jahren fertig ist. Dann wird es wieder ein Fest geben und darauf freuen sich jetzt schon alle Freunde des Turms.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / orinocoArt

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.