Wie Frankfurt seine Bürger mit neuen Betonsperren schützen will

Wie Frankfurt seine Bürger mit neuen Betonsperren schützen will

Immer wieder nutzen islamische Terroristen Lastwagen oder Lieferwagen, um sogenannte weiche Ziele, also unschuldige Menschen zu töten. Im Dezember 2016 raste ein Attentäter mit einem Lastwagen auf den Berliner Weihnachtsmarkt, ein Jahr später fuhr ein muslimischer Attentäter mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge in Barcelona. Großstädte sind das bevorzugte Ziel der Islamisten, um so viele „Ungläubige“ wie möglich zu töten. Frankfurt rüstet daher auf und schützt sich mit neuen Betonsperren vor einem Angriff mit einem Auto.

Große und beliebte Plätze schützen

Der Opernplatz, der Platz an der Hauptwache und auch die berühmte Fressgass – das alles sind Ziele für mögliche Anschläge. Bislang sind es nur provisorische Anti-Terror-Barrikaden, die die Stadt jetzt durch dauerhafte Sicherheitsmaßnahmen ersetzen will. Es gibt ganz unterschiedliche Ideen, die die beiden Stadträte Klaus Oesterling (SPD) und Markus Franz (CDU) präsentiert haben. Welche dieser Ideen tatsächlich zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest. Die Stadträte erwarten eine rege Diskussion um die Vorschläge, zur Wahl stehen neben versenkbaren Pollern auch riesige Blumenkübel. Strapazierfähige und robuste Tierfiguren, die sich versenken lassen, gehören auch zu den Ideen für die Sicherheit der Frankfurter Plätze. Die Löwen, Adler oder andere Tiere sind fest im Boden verankert, sie sind wehrhaft und können im Ernstfall auch Lastwagen aufhalten.

Ins Stadtbild integrieren

Für den Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill gibt es einige wichtige Kriterien, um einen Bereich im Stadtgebiet als gefährdet zu identifizieren. Bereswill warnt davor, sich nur auf öffentliche Großveranstaltungen zu konzentrieren. Für den Polizeipräsidenten ist von Bedeutung, sich um die Orte zu kümmern, an denen auch im Alltag viele Menschen zusammenkommen. Die Lage ist für die Standortwahl der Betonsperren entscheidend. So ist es möglich, Abfallkörbe und Fahrradständer so auszurüsten, dass sie eine wirksame Barrikade bilden. Auf den ersten Blick sieht den Objekten keiner an, dass sie als Barriere dienen. In vielen Crashtests hat sich aber die Wirksamkeit dieser Barrieren eindrucksvoll gezeigt. Sperren dieser Art lassen sich hervorragend in das Stadtbild integrieren, vielfach sollte es jedoch zusätzlich noch Pollersysteme geben.

Sicherheit hat Vorrang

Die Stadt Frankfurt will beim Thema nichts dem Zufall überlassen und hat daher ein Ingenieurbüro aus Niedersachsen zurate gezogen. Das Büro ist auf solche Sicherheitsfragen spezialisiert und die Stadt hat dort eine Marktanalyse in Auftrag gegeben. Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine Grundlage für die weitere Planung zu bekommen. Wo sind die Ziele für Attentäter? Wo ist es möglich, mit einem Auto in hoher Geschwindigkeit in eine Menschenmenge zu fahren? Diese Fragen stellt sich die Stadt und sucht zusammen mit den Fachleuten aus Niedersachsen nach einer Lösung. Denkbar sind auch Bänke aus Beton. Diese besonderen Bänke machen einen massiven Eindruck, sie können aber durchaus das Stadtbild verschönern.

Die Menschen, die in Frankfurt leben und arbeiten, sollen sich zu jeder Zeit sicher und beschützt fühlen. Daher plant die Stadt unter Hochdruck und betont, dass die Maßnahmen gegen den Terror nicht am Geld scheitern. Im Zuge der Marktanalyse hat sich gezeigt, dass es in der EU finanzielle Mittel gibt, die auch Frankfurt für sich nutzen kann. Wie genau die Bedingungen für diese Fördermaßnahmen aussehen, wird aktuell noch geprüft, so die Stadt.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / c1a0

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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