Zunächst keine Pachterhöhung für die Frankfurter Wasserhäuschen

Zunächst keine Pachterhöhung für die Frankfurter Wasserhäuschen

Die sogenannten Wasserhäuschen gehören schon seit dem 19. Jahrhundert zum Stadtbild von Frankfurt. Damals verkauften die Pächter in ihren kleinen Häuschen Wasser an durstige Bürger, heute kaufen die Frankfurter im Wasserhäuschen auch Bier, Erfrischungsgetränke und kleine Snacks. Seit einiger Zeit schwelt aber ein Streit zwischen der Radeberger Brauerei und der Stadt Frankfurt. Der gehören nämlich die Grundstücke, auf denen die Wasserhäuschen stehen.

Die Stadt will mehr Geld

Die Stadt Frankfurt möchte als Eigentümer der Grundstücke gerne die Pacht erhöhen und die Brauerei will diese Erhöhung direkt an die Betreiber der Wasserhäuschen weitergeben. Elf der Pächter würde die Erhöhung der Pacht so sehr treffen, dass sie um ihre Existenz fürchten müssen. Die Pächter der elf Wasserhäuschen können aktuell vorsichtig durchatmen, denn so lange es keine weiteren Gespräche zwischen der Stadt Frankfurt und der Radeberger Brauerei gibt, ist eine Erhöhung der Pacht nicht geplant. Noch gibt es keinen neuen Termin für Gespräche, aber dieser soll so zeitnah wie möglich vereinbart werden.

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Die Angst, dass ein Kulturgut verschwindet

Eine halbrunde Form, mit Holz verschalt und mit einem schützenden Vordach sowie einer umlaufenden Theke ausgestattet – so lassen sich die beliebten Wasserhäuschen in Frankfurt vielleicht am besten beschreiben. Was im Ruhrgebiet liebevoll Büdchen heißt, kennen die Frankfurt als ihr Wasserhäuschen, von denen einige echte architektonische Leckerbissen sind. Die kleinen Häuschen sind so etwas ein Dorfplatz, auf dem sich die Leute treffen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Fans der Häuschen fürchten jetzt, dass die Erhöhung der Pacht ein Verschwinden dieses Kulturguts zur Folge hat. Sie wollen ihren Treffpunkt behalten und schätzen die Möglichkeit der lokalen Nahversorgung unter anderem mit Getränken.

Ein echter Skandal

Eine Erhöhung der Pacht von bis zu 76 Prozent ist für die elf betroffenen Pächter kaum zu stemmen. Alle Betreiber, die mit Radeberger zusammenarbeiten, müssen sich auf eine Erhöhung der Pacht einstellen, denn die Brauereigruppe gibt lediglich die Erhöhung durch die Stadt weiter. Diese sprunghaft gestiegenen Kosten sind eine Gefahr für die alten Wasserhäuschen. Ein Skandal in den Augen vieler Frankfurter ist, dass es ausgerechnet die Stadt ist, die mehr Geld will. Es sind genau diese Repräsentanten der Stadt, die sich mit diesem Kulturgut schmücken und die Geschichte der Häuschen rühmen. Diese Repräsentanten stimmen jetzt dafür, dass die Pacht erhöht wird.

800,- Euro im Monat könnte die Pacht in Zukunft betragen, eine Summe, die viele Pächter vor allem in den Wintermonaten kaum aufbringen können. Viele fürchten, in diesem Fall nur noch für die Miete arbeiten zu müssen, zum Leben reicht es dann leider nicht mehr aus. Einige Pächter vermuten, dass das Stadtplanungsamt die Stadt sauber halten will und aufgrund dessen viele der Pächter zur Aufgabe drängt. Das Ziel, so vermuten einige Pächter, ist ein neues Europaviertel mit sauberen Straßen und glatten, nüchternen Fassaden. In diesem neuen Stadtbild stören die Häuschen nur, zumal sie sich nicht so einfach kontrollieren lassen. Die Pächter haben eine Lobby ins Leben gerufen, die sich „Linie 11“ nennt. Hier sind die 80 bis 90 Pächter der Wasserhäuschen organisiert und wollen sich zusammen weiter gegen eine Pachterhöhung wehren.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / ifeelstock

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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