Wildtiere in Not - was können Frankfurter Bürger tun

Wildtiere in Not – was können Frankfurter Bürger tun?

Die große Hitze und die Trockenheit der vergangenen Wochen haben den Wildtieren in eine akute Notlage gebracht, und das nicht nur in Frankfurts Wäldern. Eichhörnchen und Igel finden kaum noch Futter für die kommende Winterruhe. Auch wenn die Lage im Frankfurter Stadtwald noch nicht so dramatisch ist, können die Frankfurter Bürger aktiv helfen, damit Igel, Eichhörnchen und Co. sicher durch den Winter kommen.

Kaum noch Futter

Viele Pflanzen haben extrem unter der großen Hitze in diesem Sommer gelitten. Bucheckern und Eicheln sind zum großen Teil schon von den Bäumen gefallen. Meist handelt es sich allerdings nur um leere Hülsen oder um kleine Früchte, die noch nicht ausgereift sind. Was keine Sorgen macht, das sind die Nüsse, die im Frankfurter Stadtwald gut gewachsen sind. Gut ist auch der Zustand der Zapfen, von denen die meisten Samen tragen und die vor allem für die Eichhörnchen von Interesse sind. Die kleinen Nager sind aber nicht nur im Stadtwald zu Hause, sie leben auch in den vielen Parks der Stadt. Hier ist das Nahrungsangebot nicht so gut, daher sind die Frankfurter Bürger aufgefordert, zu zufüttern.

Welches Futter ist das richtige?

Sabine Urbainsky, die Leiterin des Tierheims Frankfurt, empfiehlt bei der Fütterung von Eichhörnchen getrockneten Mais und Nüsse. Wer es sich einfacher machen möchte, der kann auch eine fertige Mischung Eichhörnchenfutter kaufen und auf diese Weise die kleinen niedlichen Tiere unterstützen. Im Tierheim landen in diesen Tagen immer wieder Eichhörnchen, die keine Eltern mehr haben. Vielfach verstoßen die Mütter die Jungtiere, weil es neben dem Mangel an Futter auch einen Mangel an Wasser gibt. Das macht den Eichhörnchen schwer zu schaffen. Es regnet nicht ausreichend und das verschärft die Situation für die Eichhörnchenmütter, die ihre Jungen nicht mehr versorgen können.

Auch die Igel leiden

Nicht nur die Eichhörnchen leiden unter Futter- und Wassermangel, auch die Igel hat der trockene Sommer empfindlich getroffen. Sie haben im Unterschied zu den Nagern auch im Frankfurter Stadtwald mit den Mängeln zu kämpfen. Igel fressen bevorzugt Insekten, sie sind jedoch nicht so beweglich wie die flinken Eichhörnchen, die am Boden ebenso schnell sind wie auf den Bäumen. Der Igel ist gezwungen, seine Nahrung am Boden zu suchen, aber Würmer und Schnecken, die Hauptnahrung des Igels, sind momentan Mangelware. Zudem gibt es nur wenige Blüten und das Gras ist außerordentlich trocken, keine gute Ausgangsbasis, um Insekten zu finden. So viele Jungtiere wie in diesem Jahr gab es noch nie und im Tierheim finden sich immer mehr verwaiste kleine Igel ein.

Der trockene Sommer stellt das Tierheim Frankfurt vor ein großes Problem: Durch die vielen verwaisten Wildtiere ist kaum noch Platz. Daher bleiben die kleinen Igel und Eichhörnchen jetzt nur noch tagsüber im Tierheim. Am Abend holen sie die Mitglieder der Wildtierfreunde aus Hanau ab und bringen sie zu einer Auffangstation für Wildtiere. Dort ist die Versorgung einfacher, denn die Mitarbeiter der Auffangstation haben große Erfahrung mit der Haltung von Wildtieren. Die Mitarbeiter päppeln die kleinen Eichhörnchen und Igel wieder auf und wildern sie später wieder aus, wenn sie wieder zu Kräften gekommen sind.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / agafapaperiapunta@hotmail.es

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.