Wie sieht die Zukunft des Frankfurter Flughafens aus

Wie sieht die Zukunft des Frankfurter Flughafens aus?

Gibt es doch eine Erweiterung des Frankfurter Flughafens? Gelingt es, die Regeln für die Nachtflüge endlich zu verschärfen, oder gibt es eine Lockerung? Es gibt viele Fragen rund um den Airport. Jetzt ist eine Gesprächsrunde gefordert, um für Klarheit zu sorgen. Die Runde soll klären, wie es mit dem Flughafen Frankfurt weitergeht und wie die Zukunft aussehen könnte.

Rücktrittsforderungen

Es ist noch nicht allzu lange her, da hat die Bürgerinitiative Flörsheim-Hochheim noch lautstark den Rücktritt von Stefan Schulte, dem Chef von Fraport gefordert. Der Grund für die Forderung waren die Befestigungen an den Dächern der Häuser in Flörsheim. Diese sollen davor schützen, dass Ziegel von den Dächern fallen, aber es gab schwere Mängel. Der Chef von Fraport bleibt, mehr noch, der Aufsichtsrat hat den Vertrag des Flughafenchefs vorzeitig bis Ende August 2024 verlängert. Das Ziel der vorzeitigen Vertragsverlängerung ist, dass Fraport erfolgreich in den globalen Wettbewerb geführt wird. Von einer Erweiterung des Airports ist nicht die Rede. Angeblich gibt es keine Pläne für Start- und Landebahnen oder andere Erweiterungen der Kapazitäten.

Andere Dinge sind wichtiger

Aktuell ist der Flughafen in Frankfurt mit ganz anderen Dingen beschäftigt, beispielsweise mit dem Bau des Terminals 3 im Süden des Areals. Rund 3,4 Milliarden soll das neue Terminal kosten und es soll pünktlich zum Sommerflugplan 2023 fertig sein. Damit ist dann auch die Kapazitätsgrenze erreicht, denn alle Prozesse des Flughafens sind „auf Kante genäht“, also sehr knapp bemessen. Die beiden bereits bestehenden Terminals 1 und 2 sind an ihren Grenzen, denn hier können momentan nicht mehr als 68 Millionen Fluggäste im Jahr abgefertigt werden. In diesem Jahr, so die Berechnungen, könnte aber schon die 70-Millionen-Grenze fallen und dann wird es sehr eng. Die Prozesse am Boden sind im Moment wichtiger als die Prozesse in der Luft.

Viele Probleme

Der Luftraum über Frankfurt ist überfüllt, es fehlt an erfahrenen Fluglotsen sowie an Personal für die Sicherheitskontrollen am Airport. Die Folgen dieser Mängel müssen die Fluggäste aber auch die Anwohner in den betroffenen Frankfurter Stadtteile ausbaden. Es gibt Chaos an den Sicherheitskontrollen, Passagiere verpassen ihre Flüge, es gibt viele Annullierungen und immer wieder Verspätungen. Dazu kommen noch Streiks der Fluglotsen und Unwetter, die Landungen nach 23:00 Uhr erforderlich machen. Das bringt wiederum die Anwohner in Rage, denn am späten Abend sollte am Himmel eigentlich Ruhe herrschen. Im nächsten Monat wollen sich die Vertreter aus der Politik und des Flughafens mit den Fluggesellschaften, der Deutschen Flugsicherung und der Bundespolizei zusammensetzen, um nach Lösungen und Wegen aus dem Chaos zu suchen.

Für die Mitglieder der Fluglärmkommission ist die Sache jetzt schon klar: Wenn es auf einer der spanischen Inseln ein schweres Gewitter gibt, dann dürften von dort aus erst gar keine Maschinen mehr in Richtung Deutschland starten. In diesen Fällen ist bekannt, dass die Flüge viel zu spät auf dem Airport in Frankfurt ankommen. Die Kommission setzt sich dafür ein, dass man die Entgelte bei Landungen nach 23:00 Uhr drastisch nach oben korrigiert. Ein flexibles Verhalten des Nachtflugverbots sieht die Kommission zudem kritisch. Viel wichtiger sind Neuerungen, damit es für die Bürger endlich leiser wird.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Wavebreakmedia

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.