Ab wann ist es notwendig, die Wehen einzuleiten

Ab wann ist es notwendig, die Wehen einzuleiten?

Normalerweise dauert eine Schwangerschaft 39 bis 40 Wochen. Will das Baby ab diesem Zeitpunkt immer noch nicht das Licht der Welt erblicken, dann überlegen Ärzte, ob es nicht sinnvoll ist, die Wehen einzuleiten. Bislang gab es wenig Studien zu diesem wichtigen Thema. Jetzt gibt es aber eine interessante Studie, die zeigt, dass es keine schlechte Idee ist, lieber abzuwarten, bis sich das Baby von alleine entschließt, auf die Welt zu kommen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Viele werdende Mütter fragen sich: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Wehen einzuleiten? Vielleicht ein paar Tage nach dem errechneten Geburtstermin oder nach einer Woche? Sollen zwei Wochen vergehen, bevor die Ärzte etwas unternehmen? Die neue Studie aus den USA hat auf diese Fragen jetzt die passende Antwort. In Amerika kommen knapp zwei Drittel aller Kinder mithilfe eines Kaiserschnitts auf die Welt, wie in Deutschland auch. Dieser Eingriff ist wie jede Operation, mit einem gewissen Risiko verbunden. Die Gefahr der Infektion steigt und es kann zu Problemen mit der Gebärmutter kommen. Für das Baby kann die Schnittgeburt eine erhöhte Anfälligkeit für Diabetes, Allergien oder Erkrankungen der Atemwege bedeuten. Termingerecht ist eine Entbindung zwischen der 37. und der 41. Woche, nach der 41. Woche ist eine Einleitung generell zu empfehlen. Ab diesem Zeitpunkt steigt das Risiko für das ungeborene Kind deutlich an, sagt die Studie der Northwestern University.

Die Studie im Einzelnen

An der Studie aus den USA haben 6100 Erstgebärende Frauen teilgenommen, die eine problemlose Schwangerschaft hatten. Die Wissenschaftler teilten die Frauen mittels Los in zwei Gruppen: Bei der einen Gruppe leiteten die Ärzte nach der 39. Woche die Geburt ein, bei der anderen Gruppe haben die Frauen auf die spontane Geburt gewartet. Im Schnitt entbanden diese Frauen eine Woche nach dem Termin, den der Frauenarzt errechnet hatte. In der Gruppe, in der die Geburt nach einer Einleitung stattfand, kamen 19 Prozent der Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. In der anderen Gruppe lag die Quote der Kaiserschnittentbindungen bei 22 Prozent. Da, wo die Ärzte die Geburt einleiteten, kam es seltener zu Komplikationen. Nur neun Prozent der Mütter hatte einen etwas erhöhten Blutdruck. Bei den Müttern, die abgewartet haben, hatten 14 Prozent einen zu hohen Blutdruck.

Keine Routine

Die Studie aus den USA soll in erster Linie eine Entscheidungshilfe für werdende Mütter sein. Sie bekommen wertvolle Informationen, die es ihnen leichter machen, die Wahl zwischen einer Einleitung der Geburt und dem Abwarten auf eine natürliche Geburt zu treffen. Die Einleitung der Geburtswehen nach der 39. Woche sollte keine Routine sein. Frauen sollten aber in der Lage sein, mit ihrem Arzt das Thema fachkundig zu besprechen. Deutsche Mediziner sehen die Studie ihrer amerikanischen Kollegen allerdings kritisch. Für die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat die Studie entscheidende Schwächen. So fehlt den deutschen Ärzten die Angabe, warum die amerikanischen Ärzte in beiden Gruppen einen Kaiserschnitt gemacht haben. Auch die hohe Zahl der Kaiserschnitte irritiert die deutschen Mediziner. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht das hingegen etwas anders: Maximal 15 Prozent der Entbindungen sollten Kaiserschnitte sein. Bei einer Schwangerschaft ohne Probleme, wie das bei der Studie der Fall war, lag der Anteil sogar noch unter zehn Prozent.

Ausnahmen bestätigen die Regel

In Deutschland warten die meisten Gynäkologen in den meisten Fällen bis zur 41. Woche, wenn es keine Risikofaktoren gibt. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, zum Beispiel wenn das Baby sehr groß ist. Auch wenn die Gesundheit der Mutter Probleme darstellt, dann leiten die Ärzte die Geburt ein, wenn das Kind nach der 40. Woche noch immer nicht das Licht der Welt erblicken möchte. Die meisten Frauen fürchten sich vor den Medikamenten, die die Geburt einleiten und wünschen sich eine Methode, die ohne Medikamente auskommt. Diese Möglichkeit gibt es, und zwar mit der sogenannten Eipollösung. Diese Methode funktioniert allerdings nur, wenn sich der Muttermund schon etwas geöffnet hat. Hebamme oder Arzt können durch die Öffnung hindurch greifen und den inneren Teil des Muttermunds massieren. Auf diese Weise löst sich die Fruchtblase vom Rand der Gebärmutter, was für die werdende Mutter aber mit Schmerzen verbunden ist. In sehr vielen Fällen löst die Eipollösung die Geburt aus.

Wie kann der Arzt die Geburt einleiten?

Teilt der Arzt der Mutter mit, dass er die Geburt einleitet, dann stellt sich automatisch die Frage, wie die Geburt eingeleitet wird. Hat die Mutter bereits leichte Wehen, dann haben Arzt und Hebamme die Möglichkeit, die Fruchtblase zu öffnen. Das passiert allerdings nicht so häufig, da es zu Komplikationen führen kann. Bei einem leicht geöffneten Muttermund verwenden Ärzte häufig eine Oxytocin-Infusion. Bei Oxytocin handelt es sich um ein Hormon, das auch im Körper vorkommt, wo es dafür sorgt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Das Medikament löst schnell die Wehen aus und bringt die Geburt so auf den Weg. Prostaglandine bietet eine weitere Möglichkeit, um die Geburt mittels Zäpfchen, Tabletten oder Gel auszulösen. Auch hier handelt es sich um ein Hormon, was allerdings nicht bei allen Frauen die gewünschte Wirkung hat.

Welche Hausmittel versprechen Erfolg?

Was können Frauen tun, um die Geburt voranzutreiben? Bewegung ist eine bewährte Methode, um die Wehen auszulösen, selbst wenn jede Bewegung schwerfällt. Ebenso effektiv ist ein heißes Bad, schon 20 Minuten in der Badewanne können die Wehen auslösen. Obwohl es vielleicht komisch klingt, aber auch scharf gewürztes Essen kann die Geburt natürlich einleiten. Ein scharfes Chili ist durchaus in der Lage, die Geburt in Schwung zu bringen, allzu scharf sollte das Essen aber nicht sein. Um Wehen auszulösen, kann die Stimulation der Brustwarzen sehr hilfreich sein, auch Sex kann die Geburt einleiten, da das Sperma das Hormon Prostaglandine enthält.

Fazit

Dass ein Kind sich Zeit lässt, ist durchaus möglich. Dann hat der Arzt letztendlich keine andere Wahl mehr, als die Geburt einzuleiten. Jede Frau, die vor dieser Entscheidung steht, sollte sich klar machen, dass alles nur zum Wohl ihres Kindes geschieht und sich vom Arzt genau informieren lassen. Ganz ohne Risiko ist eine Einleitung leider nicht möglich, trotzdem muss sich die werdende Mutter keine allzu großen Gedanken machen. In den meisten Fällen verläuft auch eine eingeleitete Geburt ohne Schwierigkeiten, nur selten muss der Arzt einen Kaiserschnitt machen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / AndreyBezuglov

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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