Geplatzte Träume - 600 Schüler dürfen nicht auf ihre Wunschschule

Geplatzte Träume – 600 Schüler dürfen nicht auf ihre Wunschschule

In diesen Tagen herrscht in vielen Frankfurter Familien keine allzu gute Stimmung. Letzte Woche sind die Antwortschreiben an die Eltern auf den Weg gegangen und nun steht fest, welche weiterführende Schule die Kinder nach den Ferien besuchen. Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele enttäuschte Kinder und Eltern, denn 600 Kindern bleibt der Besuch in der Wunschschule verwehrt.

Immer mehr Kinder

600 Kinder dürften nicht die Schule besuchen, die ihre Eltern für sie ausgesucht haben. Diese Kinder bekommen eine Zuweisung und es sind in diesem Jahr 100 Kinder mehr als noch 2017. Das staatliche Schulamt geht davon aus, dass sich die Notwendigkeit der Zuweisung auch in der nahen Zukunft nicht groß verändert. Aber jedes Kind hat seinen Platz im Bildungsrahmen, den die Eltern sich gewünscht haben. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich auch die Wünsche nach der Schulform erfüllen. Möglich ist, dass ein Kind, das zum Gymnasium gehen sollte, nun einer Gesamtschule zugewiesen wird. Das Schulamt hat aber überrascht, dass die Eltern in diesem Jahr überwiegend gut auf den Wechsel der Kinder reagiert haben.

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Kaum Anrufe

Nur ganze zehn Anrufe sind beim Stadtelternbeirat in Frankfurt eingegangen. Angerufen haben Eltern, die Fragen zu Informationsabenden der Schule hatten, die ihre Kinder zukünftig besuchen. Verzweifelt war von diesen Eltern niemand, das sah im vergangenen Jahr noch etwas anders aus. Damals hat das Telefon nicht aufgehört zu klingeln. Hunderte von Kindern haben im Jahr 2017 keinen Platz auf der Wunschschule gefunden und das wollten viele Eltern einfach nicht akzeptieren. Es blieb vielfach nicht bei bösen Anrufen, es gab auch Demonstrationen und sogar Klagen gegen die Zuweisung. Auch in diesem Jahr gibt es wieder Schulzuweisungen, aber offenbar sind die Schulwege nicht allzu lang. Der zu lange Weg zur Schule war im vergangenen Jahr ein Zankapfel zwischen dem Schulamt und den Eltern.

Viele Informationen

Den Grund, dass sich bisher nur wenige Eltern meldeten, sieht das staatliche Schulamt im umfangreichen Informationsmaterial. Zudem hat sich das Schulamt bemüht, den Wünschen der Familien gerecht zu werden. Neben den eigentlichen Bescheiden gab es mit der Post auch noch ein Informationsblatt für die Eltern. Alle Familien, die bis heute keine Post vom Schulamt bekommen haben, können sich in der Wunschschule oder in der Grundschule zu erkundigen. Eltern, die ihren Kindern den Besuch der Wunschschule doch noch ermöglichen möchten, können sich auf eine Warteliste setzen lassen. Vielleicht wird noch ein Platz frei, weil eine Familie umzieht und dann klappt es doch noch mit der Wunschschule.

Alle Eltern möchten, dass ihre Kinder die bestmögliche Schulbildung bekommen. Nur ein guter Abschluss ebnet den Weg für eine erfolgreiche, berufliche Zukunft. Die Weichen für diese Zukunft stellt schon die Grundschule. Danach können die Eltern den Wunsch aussprechen, welche Schule ihr Kind weiter besuchen wird. Nicht immer geht dieser Wunsch in Erfüllung, da das Schulamt nicht allen Wünschen nachkommen kann. Die meisten Eltern akzeptieren die Entscheidung des Schulamts. Es gibt jedoch auch Eltern, die Klage einreichen, um ihren Willen durchzusetzen. Ob eine Klage sinnvoll ist, sei dahingestellt, denn viele Schulen sind besser als ihr Ruf.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / lucidwaters

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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