Warum die Gruneliusschule sauer auf die Stadt ist

Warum die Gruneliusschule sauer auf die Stadt ist

Eigentlich steht dem Projekt Gruneliusschule nichts mehr im Wege. Der Entwurf des Architekten ist fertig, das pädagogische Konzept für die Schule steht fest, aber es passiert nichts. Seit dem September 2017 warten die Lehrer, die Schüler, die Eltern und vor allem die Schulleiterin darauf, dass die Gruneliusschule endlich wie geplant, abgerissen und wieder neu aufgebaut wird. Das Warten auf eine Nachricht vom Amt für Bau und Immobilien zerrt an den Nerven, aber die Stadt Frankfurt rührt sich nicht.

Einfach vergessen

Seit acht Jahren verspricht die Stadt Frankfurt der Schule den dringend benötigten Neubau, aber das Bauamt muss noch auf den Abschlussbericht des Architekten warten. Daher gibt es noch keinen Auftrag für die konkrete Umsetzung der Pläne, so der Baudezernent Jan Schneider (CDU). Für die Schule heißt das, sie müssen weiter warten und haben mittlerweile Angst, dass die Stadt sie vergessen hat. Es kommen immer mehr Kinder in die Schule, die schon jetzt aus allen Nähten platzt. Im Frankfurter Stadtteil Oberrad gibt es zwar viele Baumaßnahmen, nur an die Schule denkt offenbar niemand. Dabei müssen in der überfüllten Schule Fachräume als Klassenräume dienen. Der Umkleideraum der Lehrer in der Turnhalle ist zur barrierefreien Toilette für die drei Schüler geworden, die im Rollstuhl sitzen und einen Aufzug gibt es immer noch nicht. Haben die behinderten Schüler Musikunterricht, dann müssen Lehrer die Kinder in den vierten Stock tragen.

Tolle Pläne

Die Pläne für die Gruneliusschule sind einfach toll. Nach dem Entwurf des Architekten ist der Verwaltungstrakt in der neuen Gruneliusschule im obersten Stockwerk untergebracht. Im Erdgeschoss befindet sich die Mensa und es gibt große Flächen für viele gemeinschaftliche Aktivitäten wie Feste und Schulversammlungen. In jedem Teil des Gebäudes soll es Teamräume sowie Sanitärräume geben. Die Klassenzimmer gruppieren sich um einen großen Flur und in diesem Flur gibt es Lehrmaterial und viele Bücher. Die eigentlichen Arbeitsräume sind jedoch die hellen, freundlichen Klassenzimmer. Sie sind ein Ort zum Wohlfühlen, denn die Kinder müssen darin schließlich sieben bis acht Stunden jeden Tag verbringen.

Zusammen arbeiten

Nicht nur die Hülle der Gruneliusschule wird erneuert, auch der Inhalt ist neu. Die Kinder arbeiten nicht mehr einfach nur in Klassen, sie arbeiten auch nach Jahrgängen. Dabei sollen jeweils zwei Klassen aus einem Jahrgang eng zusammenarbeiten. Sie teilen sich nicht nur die Lernmaterialien, sondern auch den Lehrer. Der große Vorteil besteht darin, dass der Klassenlehrer sich nicht jedes Mal neu auf ein Unterrichtsfach vorbereiten muss. Die Arbeit findet in einem Team statt und die Teams stimmen sich ab.

Das Warten auf die neue Gruneliusschule geht weiter. Seit Beginn des neuen Schuljahrs arbeitet die Schule aber bereits mit dem neuen, klassenübergreifenden Konzept. Leider kann nur ein Jahrgang nach dem neuen Konzept arbeiten, denn der Platz reicht nicht mehr aus. Daher wünschen sich die Lehrer, die Schulleitung, die Schüler und auch die Eltern, dass es mit dem Neubau 2019 endlich klappt. 2020 wäre auch noch in Ordnung, Hauptsache es passiert überhaupt etwas. Alle haben so viel Zeit und viele Ideen in eine neue Gruneliusschule gesteckt. Sie hoffen jetzt, dass diese Arbeit vonseiten der Stadt auch endlich belohnt wird.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Wavebreakmedia

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.