Ingwer - die Wurzel, in der viel Gutes steckt

Ingwer – die Wurzel, in der viel Gutes steckt

In der Grippesaison ist immer wieder von der wundersamen und wohltuenden Wirkung des Ingwers die Rede. Wer spürt, dass eine Erkältung im Anmarsch ist, der ist gut beraten, Ingwertee zu trinken. Aber ist die Wirkung tatsächlich nachweisbar? In ein rohes Stück Ingwer zu beißen ist kein besonderes Vergnügen, denn die Wurzel schmeckt richtig scharf. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die heilsame Knolle besteht zu gut drei Prozent aus ätherischen Ölen. Dazu kommen Inhaltsstoffe wie Gingerol und 6-Shogaol, sie machen den Ingwer erst würzig. Jedoch brennen sie auch im Mund, sie bringen die Nase zum Laufen und sorgen für Wärme. Die Knolle kann jedoch noch mehr.

Die besondere Knolle

Ingwer, auch Immerwurzel oder Imber genannt, ist eigentlich ein Küchenkraut, was sich aber auch als Arzneipflanze einen guten Namen gemacht hat. Die Heimat der Wurzel sind die Tropen und die Subtropen, sie wächst in Ländern wie China, Japan, Vietnam, Sri Lanka und Indien, aber auch in Australien, Frankreich und Nigeria. Als Küchenkraut und Gewürz ist Ingwer seit dem 9. Jahrhundert in Europa bekannt. In der Regel wird ein Stück geschält und gerieben, so passt es hervorragend zu Geflügelfleisch, Fisch und Meeresfrüchten, aber auch zu Lamm und einem scharfen Curry. Die Knolle verleiht Lebkuchen wie auch einem Obstsalat mit exotischen Früchten ein wunderbares Aroma, auch zum Milchreis macht das tropische Gewürz eine gute Figur. Bekannt und beliebt ist Ingwer aber vor allen Dingen als Tee.

Ein Mittel gegen Schmerzen

Gegen jede Krankheit ist bekanntlich ein Kraut gewachsen und wenn es um Schmerzen geht, dann ist der Ingwer dieses Kraut. In der indischen Ayurveda Medizin, aber auch in der traditionellen chinesischen Medizin ist Ingwer als Mittel gegen Schmerzen schon seit mehr als 3000 Jahren bekannt. Bei Schmerzen in den Gelenken, zum Beispiel bei Arthrose, kann Ingwer hilfreich sein, ein gefragtes Heilmittel ist die Wurzel auch bei Migräne und bei rheumatischen Schmerzen wie Arthritis. Ingwer kann bei Schmerzen nicht nur helfen, die Knolle hat anders als „normale“ Schmerzmittel in Tablettenform, keinerlei Nebenwirkungen. Der Ingwer greift weder Magen noch Darm an, wie das bei ASS, Diclofenac oder Ibuprofen der Fall ist. Studien mit Menschen, die unter Arthrose im Knie leiden, haben gezeigt, dass schon 30 bis maximal 500 Milligramm Ingwer täglich ausreichen, um die Schmerzen in den Knien nach nur zehn Wochen zu reduzieren.

Effektiv bei Übelkeit

Viele werdende Mütter kennen das: Die ersten drei Monate der Schwangerschaft sind manchmal sehr anstrengend, dafür sorgt die morgendliche Übelkeit. Auch Krebspatienten, die eine Chemotherapie machen, kämpfen mit Übelkeit und Erbrechen. Hier ist Ingwer ebenfalls ein sehr gutes Mittel, denn das regelmäßige Trinken von Ingwertee reduziert die Übelkeit und auch das Erbrechen sehr deutlich. Nicht jeder kann eine Reise im Flugzeug, im Zug oder in einem Bus gut vertragen. Viele leiden unter einem flauen Gefühl in der Magengegend und unter Übelkeit. Ingwer ist auch in diesen Fällen eine gute Wahl, denn die Knolle nimmt den Brechreiz. Alle vier Stunden ein kleines Stückchen Ingwer einnehmen und die Reiseübelkeit verschwindet. Übrigens, alle, die bei einer Schiffsreise Probleme haben und schnell seekrank sind, sollten ebenfalls Ingwer kauen.

Ist Ingwer in der Schwangerschaft erlaubt?

Ingwer hilft bei der Übelkeit am Morgen während der Schwangerschaft, der Einsatz des Gewürzes während der gesamten 40 Wochen ist hingegen umstritten. Die ätherischen Öle des Ingwers stehen im Verdacht, vorzeitige Wehen auszulösen. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür allerdings nicht. Trotzdem sollten sich schwangere Frauen auf eine Tasse Ingwertee beschränken und auf rohen Ingwer verzichten. Das gilt übrigens auch für Menschen mit einem eher empfindlichen Magen sowie für alle, die unter Bluthochdruck leiden oder Gallensteine haben.

Hilft Ingwer beim Abnehmen?

Tatsache ist, dass die scharfe Wurzel den Stoffwechsel ankurbelt und somit das Abnehmen erleichtert, leider gibt es auch dazu noch keine gesicherten Beweise. Schaden kann der Ingwer in einer vernünftigen Menge jedoch nicht. Wer abnehmen möchte, der sollte zwischendurch immer ein Tässchen Ingwertee trinken und die geriebene Knolle auch zum Würzen nehmen. Wenn dann die Pfunde purzeln, umso besser.

So gelingt Ingwertee perfekt

Bei Erkältungen ist heißer Ingwertee ein sehr gutes Mittel, jedoch sollte der Tee frisch sein, nur dann entfaltet Ingwer seine immunstimulierende und desinfizierende Wirkung. Für den Tee zwei Esslöffel frisch geriebenen Ingwer und einen Liter Wasser in einen Topf geben und das Ganze zehn Minuten kochen lassen. Anschließend den Tee durch ein feines Sieb in eine möglichst bauchige Kanne gießen und ganz nach Geschmack entweder mit süßem Honig oder saurem Zitronensaft verfeinern. Wer erkältet ist, sollte den Tee über den Tag verteilt trinken.

Ein echter Alleskönner

Ingwer ist ein Multitalent, was nicht nur bei Schmerzen und Übelkeit eine große Hilfe ist, die Knolle hat noch mehr gute Eigenschaften. So hilft Ingwer dabei, den Blutdruck dauerhaft zu senken und hat eine wohltuend wärmende Wirkung. Knoblauch ist ohne Zweifel gesund und auch diese Knolle verleiht vielen Gerichten ein köstliches Aroma, wenn da die Knoblauchfahne nicht wäre. Alle, die Knoblauch lieben, jedoch nicht danach riechen möchten, sollten nach dem Genuss von Knoblauch ein kleines rohes Stück Ingwer kauen. Der Ingwer neutralisiert das Aroma des Knoblauchs und der Atem bleibt lange frisch. Ingwer hat sich zumindest in vielen asiatischen Ländern als Aphrodisiakum einen guten Namen gemacht und gilt als das Potenzmittel schlechthin. Die anregende Wirkung des Ingwers ist wissenschaftlich nachweisbar, ob die Knolle aber die Potenz steigert, darüber gibt es keine Studien. Da die Wurzel aber die Durchblutung verbessert, ist es durchaus möglich, dass sie bei Problemen mit der Potenz helfen kann.

Fazit

Viele schätzen es, mit Ingwer zu kochen, da die Wurzel vielen Gerichten erst den richtigen Pep verleiht. Ingwer als Heilmittel und Arznei ist in Deutschland noch nicht allzu lange bekannt, erfreut sich aber einer immer größer werdenden Beliebtheit. Bei grippalen Infekten, bei Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen ist Ingwer ein zuverlässiger Helfer. Die exotische Wurzel wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, sie bringt die Verdauung auf Trab und stärkt das Immunsystem. In der Erkältungszeit eingesetzt, zum Beispiel in Form von Tee, verhindert Ingwer, dass sich die Krankheitserreger auf den Schleimhäuten festsetzen. Wer gerne asiatisch isst und gesund bleiben möchte, der kann auf Ingwer nicht verzichten.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / grafvision

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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