Gehen Oper und Schauspiel in Frankfurt schon bald getrennte Wege

Gehen Oper und Schauspiel in Frankfurt schon bald getrennte Wege?

In Frankfurt gibt es eine neue Diskussion, die die Gemüter erhitzt: Sollen Oper und Schauspiel in Zukunft voneinander getrennt sein oder soll es bei der Doppelanlage bleiben? Diese sogenannte Doppelanlage aus Opern- und Schauspielhaus am Willy-Brandt-Platz ist so marode, dass sie nicht mehr zu retten ist. Ein neues Gebäude muss her, aber ein neu gegründeter Verein setzt sich dafür ein, Theater und Oper getrennt voneinander zu bauen. Das Schauspielhaus aus dem Jahre 1902 spielt dabei eine wichtige Rolle.

Alles neu oder nur sanieren?

56 Jahre alt ist die Doppelanlage aus Oper und Theater. Sie ist schwer in die Jahre gekommen und die Stadt ist sich einig, dass etwas geschehen muss. Eine Kalkulation für die Kosten gibt es bereits und sie liegt bei 870 Millionen Euro. Leider steht jedoch immer noch nicht fest, ob komplett neu gebaut oder nur saniert wird. Unter der Doppelanlage befindet sich ein Theaterbau aus dem Jahre 1902, der fast vollständig erhalten ist. Der neu gegründete Verein plädiert jetzt dafür, das Schauspielhaus originalgetreu wiederaufzubauen. Die Oper möchte der Verein an einem anderen Standort sehen.

Was spricht für die Erhaltung?

Die Befürworter der Sanierung des Schauspielhauses, zu denen unter anderem ein Architekt, ein Vermögensberater sowie eine Rechtsanwältin und ein Musiker gehören, haben drei Gründe. Zum einen sind viele Bauteile des alten Theaters noch erhalten und zum anderen ist das Gebäude immer noch von großer städtebaulicher Bedeutung. Immer noch sind sehr viele Postkarten und Fotos des alten Theaters im Umlauf und damit steht es auf der gleichen Stufe wie die Alte Oper, das Gesellschaftshaus im Palmengarten oder die Frankfurter Festhalle. Dazu kommt, dass der Seeling-Bau, wie das historische Theater offiziell heißt, einen Innenhof und eine Außenbestuhlung hat. Das trägt zur Belebung des Willy-Brandt-Platzes bei.

Die Kosten halten sich im Rahmen

Der Verein „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“ hat sich auch Gedanken über die Kosten gemacht. Die Wiederherstellung des im Krieg ausgebrannten Theaters schätzt der Verein auf rund 420 Millionen Euro. Die gleiche Summe veranschlagen die Vereinsmitglieder für einen Neubau der Oper, beispielsweise am Kulturcampus an der Holzhausenstraße oder auf dem Areal der Sparkassen-Hauptverwaltung an der Neuen Mainzer Straße. Der Verein betont, dass er keineswegs gegen die Arbeit des Kulturdezernates ist, aber man möchte polarisieren und die Bürger zur Diskussion anregen.

Bürger können sich informieren

Der Verein, der sich anders als die Stadt Frankfurt für eine Trennung von Oper und Schauspiel ausspricht, plant jetzt eine Ausstellung und drei Informationsveranstaltungen. Am Mittwoch, den 13. Juni findet der erste Infoabend statt, der interessanten Bürgern die Möglichkeit bietet, sich anschließend an einer Podiumsdiskussion zu beteiligen. Wann und wo der Informationsabend stattfindet, wird noch bekannt gegeben.

Zusammen oder doch getrennt? Noch ist vollkommen offen, wie die Zukunft von Schauspielhaus und Oper in Frankfurt aussieht. Für die Bürger ist es interessant, zwei Optionen zu haben, und auch die Diskussion ist noch lange nicht beendet. Aber ganz gleich, wie die Entscheidung auch ausfällt, nicht alle werden damit einverstanden sind. Der komplette Neubau hat ebenso viele Vor- und Nachteile, wie auch die Sanierung des alten Schauspielhauses und der Neubau der Oper.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / unkreatives

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.