Ostend – vom Arbeiterviertel zum Szenetreffpunkt

Ostend - vom Arbeiterviertel zum Szenetreffpunkt

Das Ostend gehört was die Zahl der Einwohner angeht, zu den großen Frankfurter Stadtteilen. Da das Ostend aber auch dicht besiedelt ist, stehen die Stadtplaner vor ständig neuen Herausforderungen. Wohnungen sind knapp und es fehlte lange an praktischen Ideen, um neuen Wohnraum zu schaffen. Inzwischen gestaltet die Stadt Frankfurt frühere Gewerbe- und Industrieflächen im östlichen Teil des Ostends durch neue Bebauungspläne um und diese Mischung sorgt für ein aufregendes Spannungsverhältnis. Die Entwicklung ist typisch für das Ostend, das sich ständig neu erfindet und daher nie langweilig wird.

Das Ostend in Zahlen

Das Frankfurter Ostend entstand einst in der östlichen Außenstadt und war lange Zeit das Arbeiterviertel der Stadt.

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Einwohner:29.000
Fläche:6,4 Quadratmeter
Stadtteil seit:1866
Gehört zum Ortsteil:Bornheim/Ostend

Eine nicht allzu lange Geschichte

Das Frankfurter Ostend hat keine eigene Geschichte, sie ist vielmehr eng mit der Geschichte Frankfurts verknüpft. Trotzdem hat das Ostend einen größeren Wandel vollzogen als alle anderen Stadtteile der Stadt am Main. Der Wandel begann im 19. Jahrhundert, als sich die östliche Außenstadt von Frankfurt, wie das Ostend damals noch hieß, ein Arbeiterviertel wurde. Besonders zwischen dem Osthafen und der Großmarkthalle wohnten die Bürger, deren Einkommen weit unter dem Einkommen der Bürger aus dem Nordend oder dem Westend lag. Aber der Stadtteil hat es nach dem Krieg geschafft, sich wieder anders zu präsentieren. Nicht erst seit dem Bau der Europäischen Zentralbank hat das Ostend an Attraktivität gewonnen. Ebenfalls beliebt ist das Wohngebiet am Ostpark und rund um den Ostbahnhof entstehen neuen Miet- und Eigentumswohnungen für betuchte Bürger.

Der Hafenpark – ein sportlicher Treffpunkt

Im Schatten der Europäischen Zentralbank entstand 2012 im Ostend der Hafenpark. Dort geht es eher unkonventionell, aber immer sportlich zur Sache, denn wer sich gerne in frischer Luft fit hält, der ist dort immer richtig. Auch wenn Spötter den Hafenpark gerne einen „Dschungel aus Beton“ nennen, der Skate- und BMX-Park kommt sehr gut an. Nach der Eröffnung des Parks für Skater und BMX-Fahrer kamen ein halbes Jahr später noch zwei Basketballfelder und zwei multifunktionale Spielfelder dazu. Gut besucht sind auch die Fitnessanlagen für Senioren und Erwachsene, bei den Kindern steht der große Spiel- und Sportbereich hoch im Kurs. Komplettiert wird die Anlage von einem Kletterparcours für anspruchsvolle Kletterer. Im Hafenpark kommt auch die Entspannung nicht zu kurz. Zur Entspannung und Erholung lädt das „Wiesenband“ im Süden des Hafenparks ein. Viele Menschen flanieren auch gerne über die Terrasse des „Oosten“ am Hafenkran und genießen die schöne Aussicht.

Der idyllische Ostpark

Alle, die spazieren gehen wollen, die Ruhe suchen oder mit der Familie einen schönen Tag genießen möchten, können das im malerischen Ostpark im Frankfurter Ostend. Mit seinen 32 Hektar ist der Park eine der größten Grünanlagen der Mainmetropole. Die riesigen Freiflächen sind perfekt für ein Sonnenbad oder für eine Pause nach dem Joggen. Im Mittelpunkt steht jedoch der vier Hektar große Weiher, der aus einem trocken gelegten Altarm des Mains entstand. Für alle sportliche Aktiven gibt es diverse Sportgeräte, an den Wochenenden sind vor allem die Grillplätze gut besucht. Den Park gibt es bereits seit 1911. Er entstand nach den Plänen des Gartendirektors Karl Heicke und er sollte der stetig wachsenden Bevölkerung in Frankfurt, Erholung und Entspannung bieten. Der Weiher wurde schnell zu einer Heimat für Schwäne, Enten, Gänse und Singvögel, aber auch Karauschen sind dort zu finden, eine in Hessen vom Aussterben bedrohte Karpfenart. Außerdem gibt es einen Bürgergarten mit bunten Blumenbeeten sowie einen Apotheker- und Kräutergarten.

Willkommen im Zoo

Im Frankfurter Ostend ist auch der Zoo zuhause. Er öffnete im Jahre 1858 seine Pforten und ist damit der zweitälteste Zoo in Deutschland. Seine Entstehung verdankt der Zoo in Frankfurt einer Bürgerinitiative, allerdings gab es zuerst nur eine Erlaubnis, „Pflanzenfresser“ zu halten. 1875 entstand das Zoogesellschaftshaus, später dann das Raubtierhaus, das Affenhaus, sowie die Anlage für die Bären und das große Aquarium. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Zoo komplett zerstört und nach dem Krieg hatten die Amerikaner kein Interesse daran, den Tierpark wieder aufzubauen. Erst in den 1950er Jahren gelang es Bernhard Grzimek, Geld einzunehmen und den Zoo wieder aufzubauen, und zwar durch Spendenaktionen und den Verkauf von Tombolalosen. Der Leitsatz des Zoologischen Gartens damals wie heute lautet: „Tiere erleben – Natur bewahren“. Der Zoo kümmert sich vor allem um seltene Arten und vom Aussterben bedrohte Tiere, wie den Sumatra-Tiger, den Mähnenwolf, den Blauen Pfau und den Gorilla.

Ein wichtiger Umschlagplatz – der Osthafen

Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Frankfurt bereits einen Westhafen. Als dieser jedoch zu klein wurde, baute die Stadt als Entlastung einen Osthafen, und zwar in riesigen Ausmaßen. Die Hafenfläche entsprach der damaligen Größe von Frankfurt, allerdings ohne den Stadtteil Sachsenhausen. Noch heute befindet sich am östlichen Ende des Nordbeckens eine Grube mit Grundwasser, die eigentlich für die Erweiterung des Hafens gedacht war. Seit dieser Zeit dient der Schwedlersee, der nicht mehr mit dem Main verbunden ist, als ein, wenn auch kleines Naherholungsgebiet und ist die Heimat des 1. Frankfurter Schwimmclubs, der bereits 1891 gegründet wurde. Zwar hat der Osthafen heute nicht mehr die große Bedeutung, die er im ausgehenden 19. Jahrhundert hatte. Er ist jedoch immer noch ein wichtiger Umschlagplatz und daher nicht zu ersetzen.

Das erste Hochhaus der Stadt

Heute heißt Frankfurt Mainhattan, eine Anspielung auf die imposante Skyline aus Hochhäusern, die das Bild der Stadt prägen. Frankfurt hatte schon sehr früh ein erstes Hochhaus, das heute unter Denkmalschutz steht: der Mousonturm. Der beeindruckende Turm entstand 1925 nach den Plänen des Parfüm- und Seifenherstellers August Friedrich Mouson. 1988 bekam der Klinkerbau, der damals schon unter Denkmalschutz stand, eine neue Aufgabe. Er ist seitdem die Produktionsstätte und der Spielort für viele freie Projekte am Theater, im Tanz, in der Musik und der Bildenden Kunst.

Das Ostend lebt von einem ständigen Wandel, was diesen Stadtteil so spannend und so attraktiv macht. Die Bürger genießen die vielen Freizeitmöglichkeiten, wie den Hafenpark, den Ostpark oder den Zoo, auch Kunst und Kultur kommen am Ostend nicht zu kurz. Gebäude wie die Europäische Zentralbank verleihen dem Ostend einen urbanen Charme und aus dem einstigen Arbeiterviertel mit einem eher schlechten Ruf, ist ein schicker Stadtteil mit vielen spannenden Möglichkeiten geworden.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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