Eschersheim – ein beliebter Stadtteil im Grünen

Eschersheim - ein beliebter Stadtteil im Grünen

Schmucke Einfamilienhäuser, eleganten Villen, moderne Siedlungen, viel Grün, ein historischer Ortskern und die attraktive Nähe zur City – Eschersheim hat vieles, was den Stadtteil als Wohnort so begehrenswert macht. Selbst wenn die Bahn und die Eschersheimer Landstraße die neu gewachsenen und die alten Stadtteile in der Mitte durchschneiden, Eschersheim ist und bleibt ein beliebtes und sehr lukratives Wohngebiet. Eschersheim liegt im Norden von Frankfurt und hat, wie viele Frankfurter Stadtteile, zwei ganz unterschiedliche Gesichter.

Eschersheim in Zahlen

Geteilt ist Eschersheim in einen südlichen und einen nördlichen Teil. Die Verbindungsnaht ist die Eschersheimer Landstraße, eine der meist befahrenen Straßen in Frankfurt.

Einwohner: 14.985
Fläche:3,34 Quadratkilometer
Stadtteil seit:1910
Gehört zum Ortsteil:Mitte-Nord

Die Geschichte von Eschersheim

Eschersheim verdankt seinen Namen einem Laubbaum, der noch heute am Ufer der Nidda zu bewundern ist. Die Esche als Namensgeber ist hingegen nur eine von vielen Geschichten, wie Eschersheim zu seinem Namen gekommen ist. Eine andere Geschichte besagt, dass ein Mann mit Namen Ensco, der vor 1000 Jahren Besitzer eines fränkischen Abtshofes war, dem heutigen Stadtteil von Frankfurt seinen Namen gegeben hat. Das kleine Dorf Eschersheim gehörte im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zu verschiedenen Klöstern, Herzogtümern und Fürstentümern. Mal waren die Preußen die Herren, dann wieder die Franzosen. 1910 hatte die Fremdherrschaft dann ein Ende, denn Eschersheim kam zu Frankfurt. Es war eine logische Folgerung, da die Gemeinde im Norden von Frankfurt schon einige Jahre zuvor durch eine Schmalspurbahn mit der Stadt verbunden war. Allerdings diente die Bahn nicht dem Personenverkehr, sie transportierte Ziegel aus den zahlreichen Eschersheimer Ziegeleien nach Frankfurt.

Ein grüner Stadtteil

Nach der Eingemeindung erlebte Eschersheim einen echten Boom. Da die Preise für Grundstücke sehr günstig waren, zogen zunächst Kriegsflüchtlinge und Arbeiter in den neuen Stadtteil. „Neues Frankfurt“ nannte sich das Siedlungsprogramm, mit dem neue Häuser wie beispielsweise die Siedlung „Am Lindenbaum“ entstanden. Von der Bauhauslegende Walter Gropius entworfen, stehen die 200 Wohnungen heute unter Denkmalschutz. Wohnungsbaugesellschaften entdeckten den Frankfurter Norden für sich und teilten Eschersheim unter sich auf. Aber auch für die gut betuchten Frankfurter war Eschersheim interessant. Sie schätzten die Nähe zur Natur und das viele Grün, aber auch die Nähe zum Frankfurter Großstadtleben. Zahlreiche Villen entstanden in den ruhigen, naturnahen Vierteln von Eschersheim. Malerisch ist Eschersheim in seinem Ortskern. Knapp 15.000 Menschen leben in den gepflegten Häusern, die teilweise noch aus dem 20. Jahrhundert stammen.

Die prachtvolle Basilika

Die katholische St. Josef-Kirche ist eine der größten Sehenswürdigkeiten in Eschersheim. Die Basilika gehört zu den schönsten und prächtigsten Kirchen in Frankfurt. Gebaut 1910, im Jahr der Eingemeindung, entstand die Kirche im klassischen neoromanischen Stil. Das Besondere an der St. Josef-Kirche ist ihre lange Entstehungsgeschichte. Nachdem 1910 der erste Spatenstich erfolgt war, fand ein Jahr später das Richtfest statt. 1914 bekam die Kirche die passende Gemeinde und wurde geweiht. 1932 erhielt die Kirche endlich eine Orgel, 1942 musste sie allerdings die Glocken als Metallspende abgeben. Neue Glocken gab es erst 1958. 1966 bekam die Basilika eine neue Außenfassade, 1978 stand dann die Innensanierung auf dem Programm. Zwischen 1988 und 1991 noch einmal aufwendig restauriert, ist die St. Josefs-Kirche heute so etwas wie das Wahrzeichen von Eschersheim.

Was ist sonst noch sehenswert?

In Eschersheim gibt es einiges zu sehen, wie beispielsweise der Brunnen am Weißen Stein. Wie die St. Josefs-Kirche, so entstand auch der Brunnen 1910 und sollte ursprünglich an den Deutsch-Französischen Krieg erinnern. Ganz in der Nähe des Brunnens steht die „Eschersheimer Linde“, ein imposanter Baum und ein Naturdenkmal. Gepflanzt im 17. Jahrhundert, passte sich der Baum immer wieder den modernen Zeiten an. Mit zunehmender Asphaltierung bekam er 1968 eine Dränage und 1984 eine künstliche Bewässerung sowie eine Belüftung. Am Eschersheimer Ufer der Nidda stand lange Jahre eine der fünf Mühlen in Frankfurt. Da es an Aufträgen fehlte, wurde sie jedoch 1963 geschlossen. Im Andenken an die Mühle feiert die Feuerwehr alle zwei Jahre ein großes Mühlenfest, das nicht nur die Bürger aus Eschersheim gerne besuchen.

Der barocke Wasserturm

Das zweite markante Wahrzeichen von Eschersheim ist der hoch über die Dächer des Stadtteils hinausragende Wasserturm. Der Turm, der 1901 erbaut wurde, gehört zu den höchsten Bauwerken in Frankfurt und kann vor allem durch seinen barocken Stil beeindrucken. Der Turm mit dem Schaft in Kegelform, seinen Erkern und Gauben ist leider öffentlich nicht zugänglich. Er wird nach wie vor als Wasserturm genutzt und fasst 300.000 Liter. Die Räume dienen als Veranstaltungs- und Versammlungsräume. Der Turm steht unter Denkmalschutz und müsste dringend eine umfassende Sanierung bekommen. Das kostet jedoch sehr viel Geld, was eine katholische Studentenverbindung, die den Wasserturm gepachtet hat, nicht aufbringen kann.

Gute Verbindungen nach Frankfurt

Verkehrstechnisch sind Frankfurt und Eschersheim schon sehr lange eng miteinander verbunden. Bereits im Jahr 1877 gab es mitten in Eschersheim eine Haltestelle der Main-Weser-Bahn. Ab 1888 konnten die Eschersheimer mit einer Pferdetrambahn nach Frankfurt fahren, und zwar auf der damals noch unbebauten Eschersheimer Landstraße. Anschließend kam die erste Dampfstraßenbahn, bevor dann die elektrische Straßenbahn die Bürger aus Eschersheim nach Frankfurt brachte. Die stets guten Verkehrsverbindungen verdanken die Eschersheimer ihren wohlhabenden Mitbürgern, die in ihren Villen in Eschersheim wohnten, es aber durchaus zu schätzen wussten, schnell zum Einkaufen nach Frankfurt zu kommen. Heute fährt die U-Bahn nach Eschersheim und die Straßenbahn ist immer noch im Betrieb. Mithilfe der Bahn fahren die Bürger nicht nur nach Frankfurt, sondern auch in die angrenzenden Stadtteile wie beispielsweise Heddernheim, Ginnheim, Niederursel, Eckenheim und Dornbusch.

Wie die meisten Frankfurter Stadtteile, so hat sich auch Eschersheim seine Eigenständigkeit bewahrt. Trotzdem profitiert Eschersheim von Frankfurt, beispielsweise durch eine gute Verkehrsanbindung. Die macht es möglich, dass viele Menschen im ruhigen und günstigen Stadtteil Eschersheim wohnen und in Frankfurt arbeiten können. Alt-Eschersheim, das von französischen Hugenotten geprägt wurde, hat seinen ganz eigenen Charme. Dort stehen noch die schönen Villen aus der Gründerzeit mit ihren prächtigen Gärten. Im Osten von Eschersheim befinden sich die Mehrfamiliensiedlungen wie die Anne-Frank-Siedlung mit 300 Wohnungen und 40 Einfamilienhäusern. Es ist die Vielfalt, die Eschersheim so attraktiv und zu einem der beliebtesten Stadtteile macht. Eschersheim ist aber auch der grüne Stadtteil am Ufer der Nidda, in dem sich immer mehr junge Familie sehr wohlfühlen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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