Dornbusch – der Ort, an dem die Dichter wohnen

Dornbusch - der Ort, an dem die Dichter wohnen

Wenn es um einen beliebten und attraktiven Stadtteil von Frankfurt geht, dann handelt es sich meist um Dornbusch. Imposante Villen aus der Gründerzeit, grüne Oasen mitten in der Natur und immer mehr Studenten, die das Viertel beleben – Dornbusch hat viele Vorzüge. Die Bewohner können den Verkehr auf der viel befahrenen Eschersheimer Landstraße nicht hören, sie sehen ihnen lediglich. In Dornbusch stehen die Villen im Bauhausstil und im Jugendstil im Vordergrund, das laute Frankfurt bleibt draußen.

Dornbusch in Zahlen

Dornbusch liegt in der Mitte von Frankfurt, gut zu erreichen, aber nicht mitten in der Großstadt.

Einwohner:18.470
Fläche:2,38 Quadratkilometer
Stadtteil seit:1910
Gehört zum Ortsteil:Mitte-Nord

Die Geschichte von Dornbusch

Im Mittelalter lag Dornbusch an der Via Regia, dem königlichen Weg, der zum weitverzweigten Straßennetz im Heiligen Römischen Reich gehörte. Schon damals spielte die heutige Eschersheimer Landstraße eine wichtige Rolle für den Warenverkehr. Das Gebiet, wo heute der schöne Frankfurter Stadtteil zu finden ist, war Brachland, in dem es nichts anderes als Dornenbüsche gab. 1910 kam dieses Brachland dann zu Frankfurt und in den 1930er Jahren ließen sich in Dornbusch die größten Gärtnereien der Stadt nieder. Zeitweise war dort die größte Fliederzucht Deutschlands zu finden. Als Frankfurt nach dem Zweiten Weltkrieg die Stadtteile Ginnheim und Eckenheim trennte, entstand schließlich Dornbusch. Die Bebauung des Viertels reicht bis in die Gründerzeit zurück und die schönen Villen sind heute das Markenzeichen des Stadtteils. Schon in der Vergangenheit gehörte das sogenannte Dichterviertel zusammen mit dem Bertramviertel zu den bevorzugten Wohnvierteln der Stadt. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert.

Eine kunstvolle Kirche

Normalerweise sind Kirchen sehenswert, wenn sie alt und prachtvoll ausgestattet sind. Die Dornbuschkirche macht da eine Ausnahme, denn diese Kirche ist neu und sehenswert. Anfang des neuen Jahrtausends liefen der evangelischen Gemeinde in Dornbusch die Gläubigen davon. Um wieder mehr Besucher in die Kirche zu bekommen, entschloss sich die Gemeinde, das Kirchengebäude radikal zu verändern. Drei Architekten aus Frankfurt bekamen 2004 den Auftrag, eine moderne Kirche zu planen. Von der alten Kirche blieb nur der Altarraum erhalten, alles andere bekam ein völlig neues Image. Besonders schön und kunstvoll gestaltet ist das große Fenster aus Buntglas, das die Nordseite der neuen Kirche fast komplett einnimmt. Der separate Glockenturm ist so etwas wie ein Wahrzeichen für Dornbusch geworden und er ist der Mittelpunkt bei jedem Weihnachtsmarkt.

Der Dornbuscher Bertramshof

Der Bertramshof ist eine weitere Sehenswürdigkeit in Dornbusch. Seinen Namen verdankt der Hof, zu dem auch eine große Wiese gehört, einem Patrizier aus Frankfurt, der Heinrich von Bertram hieß. Er kaufte 1660 einen Gutshof aus dem Mittelalter, der durch seinen ringförmigen Graben und seinen Verteidigungsturm wie eine wehrhafte Burg ausgestattet war. Damals hieß das Gebäude noch Knoblauchshof, da 300 Jahre zuvor ebenfalls ein reicher Patrizier mit Namen Jakob Knoblauch, den Hof gekauft hatte. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg wurde der Hof bewirtschaftet und noch heute können Besucher das Ensemble aus Wasserturm, Gutshof, Stallungen, Meierei und Scheunen besichtigen. Mittlerweile steht der Bertramshof unter Denkmalschutz und einige Studios des Hessischen Rundfunks sind dort zu finden.

Frankfurts erstes Bürgerhaus

Als sich die großen Gärtnereien wie die berühmte Sinai-Gärtnerei immer weiter in den Taunus zurückgezogen haben, wurde der Platz freigemacht für die Siedlung, die heute Dornbusch heißt. In der neuen Siedlung gab es mit dem „Haus Dornbusch“ das erste Bürgerhaus der Stadt Frankfurt. In diesem Haus hätte fast der Bundestag eine Heimat gefunden, wenn die Wahl auf Frankfurt und nicht auf Bonn als Hauptstadt der damals noch jungen Bundesrepublik gefallen wäre. Aber auch ohne Bundestag hat Dornbusch einen wahren Schatz: das Dichterviertel. In diesem beschaulichen Viertel stehen die besonders schönen Villen aus der Gründerzeit und der Bauhausepoche. Dort verbrachte Anne Frank einen Teil ihrer Kindheit, die Dichterin Mile Braach lebte bis zu ihrem Tod mit 100 Jahren im Dichterviertel, ebenso wie der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Die umstrittene Schweitzer-Siedlung

Die Wohnungsnot der Nachkriegszeit machte auch vor einem eleganten Stadtviertel wie Dornbusch nicht halt. Um möglichst vielen Menschen ein neues Zuhause bieten zu können, entstand zwischen 1953 und 1956 die Albert-Schweitzer-Siedlung. Diese für die Nachkriegszeit so typischen Wohnblöcke mit den vier Etagen war zu diesem Zeitpunkt das größte Bauprojekt in Frankfurt. In den 500 Wohnungen fanden vor allem ausgebombte Familien und Vertriebene eine neue Heimat, zum Missfallen einiger alt-eingesessener Einwohner von Dornbusch. Die Siedlung trägt nicht zufällig den Namen des großen Arztes. Albert Schweitzer spendete ein Drittel des Geldes, das er für den Nobelpreis bekommen hatte, der Stadt Frankfurt. Als die Siedlung eingeweiht wurde, war Albert Schweitzer der Ehrengast.

Die Sorgen der Anwohner

Heute schützt eine Satzung aus dem Jahr 1990 das Viertel vor gierigen Investoren, die wenig Sinn für ästhetische Bauwerke haben. Leider gilt das nicht für ganz Dornbusch und sein Dichterviertel. An der Eichendorffstraße ist Schluss mit Ästhetik am Bau, dort stehen moderne Häuser, die bunt und etwas kantig sind. „Neu-Florida“ nennen die Besitzer der schönen beeindruckenden Villen diese Häuser, die wie die Albert-Schweitzer-Siedlung, nicht so richtig in das einheitliche Bild des Viertels passen. Die Einwohner von Dornbusch sind sehr beschäftigt damit, dass ihr Viertel sein Image und vor allem sein Aussehen behält. Sehr stolz sind sie auf ihr 4,5 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet, das im Volksmund nur „Sinaiwildnis“ heißt. Dort wachsen Brombeeren, leben Kaninchen und gibt es Trampelpfade. Ein kleiner Wald und seltene Vogelarten komplettieren das Bild der Wildnis, die eigentlich eine Hinterlassenschaft der Gärtnerei Sinai ist, die bis in die 1980er Jahre dort ihre Treibhäuser hatte.

Der Marbachweg und die Eschersheimer Landstraße teilen den Stadtteil Dornbusch in zwei Hälften. Diese Struktur ist bei keinem anderen Frankfurter Stadtteil zu finden, aber Dornbusch ist gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Die Einwohner sind zu Recht stolz auf ihr schönes Viertel und sie tun auch einiges, um die Gemeinschaft zu bewahren. So gibt es bis heute in Dornbusch ein Bürgerhaus, das im Herzen des Viertels liegt. In diesem imposanten Saalbau, der 1960 entstand, sind ein Kinder- und Jugendhaus ebenso zu finden, wie ein kleines Café, einige Läden, ein Bürgeramt und ein Saal, in dem Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Auf Dornbusch trifft die Bezeichnung „gut bürgerlich“ zu, denn der Stadtteil ist gemütlich, gediegen und angenehm ruhig.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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