Bockenheim – der Stadtteil im Herzen von Frankfurt

Bockenheim - der Stadtteil im Herzen von Frankfurt

Wer wissen will, wo das Herz von Frankfurt schlägt, der muss nach Bockenheim fahren. Bockenheim ist so etwas wie eine kleine Stadt in der großen Stadt. Kein Frankfurter Stadtteil hat mehr Einwohner als Bockenheim und das Zentrum des Ortsteils liegt nur drei Kilometer von der Innenstadt Frankfurts entfernt. Aber es gibt noch etwas, das Bockenheim besonders macht und das ist die unmittelbare Nähe zur Johann Wolfgang Goethe-Universität. Die Universität und der Campus Bockenheim machen den Stadtteil lebend und quirlig. Wer am Abend ausgehen will und urige Lokalitäten mag, der ist in Bockenheim immer richtig.

Bockenheim in Zahlen

In keinem Frankfurter Stadtteil leben so viele Menschen wie in Bockenheim. Da Bockenheim auch eine ausgezeichnete Infrastruktur hat, haben die Einwohner alles vor Ort.

Einwohner:Knapp 40.000
Fläche:8,04 Quadratkilometer
Stadtteil seit:1895
Gehört zum Ortsteil:Landkreis Frankfurt (Kreisstadt)

Die Bockenheimer Geschichte

Die Geschichte von Bockenheim beginnt schon in der Jungsteinzeit. Urkundliche Erwähnung findet der Stadtteil jedoch erst auf einer Schenkungsurkunde zwischen 768 und 778. Das Kloster Lorsch hatte das Dorf Bockenheim als Geschenk erhalten, musste es aber 1320 an König Ludwig IV. abgeben. 1713 geht Bockenheim an die Grafschaft Hanau-Münzenberg und fällt 1736, nach dem Tod des letzten Grafen von Hanau, an den Landgrafen von Hessen-Kassel. 1866 ist der heutige Stadtteil von Frankfurt ein Teil von Preußen, bereits 1819 hatte Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel Bockenheim die Stadtrechte verliehen. Bockenheim machte sich bereits im 19. Jahrhundert einen Namen als Industriestandort, deshalb wollte Frankfurt die kleine Stadt schon früher eingemeinden. Am 1. April 1895 war es dann endlich so weit und aus der Stadt Bockenheim wurde der Frankfurter Stadtteil Bockenheim.

In Bockenheim zu Hause

Über 40.000 Menschen leben in Bockenheim und sie müssen ihr Wohnviertel nicht verlassen, wenn sie einkaufen gehen möchten. Es gibt hervorragende Einkaufsmöglichkeiten, viele Restaurants, und Kneipen, vielfältige kulturelle Angebote und für den entspannten Spaziergang einige gepflegte Parks. Wer trotzdem einmal „raus“ möchte, der profitiert von der sehr guten Verkehrsanbindung. Bockenheim ist stetig im Wachstum, auch durch die Universität. Die liegt zwar genau genommen seit 2001 im Nachbarstadtteil Westend, aber die meisten Studenten fühlen sich in Bockenheim sehr wohl. Bockenheim und Frankfurt waren schon immer eng miteinander verbunden. Die Grenzen verschwammen schon vor der Eingemeindung 1895, trotzdem hat sich Bockenheim seine Eigenständigkeit bewahrt.

Die Leipziger Straße – Bockenheims Lebensader

Jede Stadt, ganz gleich, ob groß oder klein, hat eine markante Straße, eine Lebensader. In Frankfurt ist das die Zeil, in Bockenheim die Leipziger Straße. Auf einer Länge von 780 Metern verläuft die Straße von der Bockenheimer Warte bis zur Friesengasse. Hier fuhr bis 1965 die Straßenbahn und die Leipziger Straße war eine der ersten Einbahnstraßen in Deutschland. Damals wie heute sind an der Bockenheimer Lebensader viele Geschäfte und Handwerksbetriebe zu finden. Es gibt nette kleine Cafés, gemütliche Kneipen sowie Stände, die frisches Obst und Gemüse verkaufen. In den letzten Jahren sind aber auch viele Handyläden, Wettbüros, Imbissstuben und Filialen der bekannten Billigbäcker zu finden. An jedem Donnerstag zwischen 08:00 Uhr und 18:00 Uhr findet seit 1988 an der Bornheimer Warte, am Anfang der Leipziger Straße, ein Wochenmarkt statt.

Die meisten Bücher

Vor rund 400 Jahren bekam Bockenheim so etwas wie eine Stadtbibliothek. Im Vordergrund stand im 15. Jahrhundert jedoch nicht die Möglichkeit, sich Bücher auszuleihen und sie mit nach Hause zu nehmen. In der Bockenheimer Bibliothek konnten die Bürger Briefe schreiben oder sich vorlesen lassen, Studenten konnten die Gelegenheit nutzen und Fachbücher einsehen. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Bibliothek weiter und sie übernahm schließlich 1914, zusammen mit der Senckenbergischen Bibliothek, die Versorgung der Studenten mit Büchern. Die Universität Frankfurt war noch jung und bis 1964 war der Standort für die beiden Bibliotheken die Bockenheimer Warte. Seit 2005 bilden sie die Universitätsbibliothek und mit mehr als sechs Millionen Medien ist diese Bibliothek eine der größten in Deutschland.

Die Dinosaurier von Bockenheim

Wer nach Bockenheim kommt und eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit machen möchte, der sollte ins Senckenberg Naturmuseum gehen. Es ist das größte Geologie- und Biologiemuseum in Deutschland und kann seine Besucher mit einzigartigen Exponaten beeindrucken. So gibt es im Senckenberg Museum unter anderem 18 unterschiedliche Dinosaurierskelette zu sehen. Das Museum entstand zwischen 1904 und 1907 mit Spenden der Senckenberg-Gesellschaft für Naturkunde. Diese Stiftung hat auch die Frankfurter Universität ins Leben gerufen. Der Vorläufer des Museums war das „Öffentliche Naturalienkabinett“ am Eschheimer Tor, das einen regen Zulauf hatte. Das heutige Museum kann sich über mangelndes Interesse nicht beklagen, alleine 2016 kamen mehr als 380.000 Besucher.

Zwei markante Türme

Sie ist beim besten Willen nicht zu übersehen, die Bockenheimer Warte. Der markante Turm ist das Wahrzeichen des Stadtteils, obwohl er streng genommen beim Nachbarn im Westend steht. Erbaut im gotischen Stil, war die Warte einst ein wichtiger Teil der Landwehr. Die Frankfurter schützten mit dem Turm die wichtige Handelsstraße, die nach Köln führte. Der Ausguck auf der Bockenheimer Warte hatte die beste Aussicht und konnte die Feinde schon von in der Ferne sehen. Heute befinden sich ein hübsches Eiscafé und ein Kiosk in der Warte. Der zweite Turm trägt den Beinamen „Spargel“, hat aber mit dem königlichen Gemüse nichts zu tun. Es handelt sich dabei um den höchsten Funkturm in Hessen und den zweithöchsten Fernsehturm in Deutschland. Der „Spargel“ oder Europaturm, wie er richtig heißt, misst 337 Meter und entstand 1974. Der Berliner Funkturm ist zwar 30 Meter höher, aber nur aufgrund seiner Antennen. Der Europaturm bot einst einen herrlichen Panoramablick über Frankfurt, es gab eine Disco und im Turmrestaurant fanden die Aufzeichnungen für Fernsehshows statt. Für Besucher ist der Funkturm jedoch seit mehr als 20 Jahren geschlossen.

Bockenheim ist ein jeder Hinsicht besonderer Stadtteil von Frankfurt. Familien und Studenten fühlen sich in diesem lebhaften Wohnquartier sehr wohl. Sie schätzen vor allem die kleinen Wege, wenn es ums Einkaufen oder um den Besuch der Uni geht. Bockenheim hat eine hohe Lebensqualität und wer dort einmal zu Hause ist, der möchte ungern wieder weg. Die gute Infrastruktur und die Nähe zur Frankfurter City machen den alten Stadtteil äußerst attraktiv. Das schlägt sich aktuell leider auch bei den Mieten nieder, die kräftig angestiegen sind.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

Rundgang durch das alte Frankfurt-Bockenheim *
  • Helmut Nordmeyer
  • Herausgeber: Wartberg
  • Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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