Berkersheim – das Dorf in der Stadt, wo jeder jeden kennt

Berkersheim - das Dorf in der Stadt, wo jeder jeden kennt

Ganz im Nordosten von Frankfurt liegt Berkersheim, der drittkleinste Stadtteil der Mainmetropole. Berkersheim ist eigentlich mehr ein Dorf als ein Stadtteil, was in einer Großstadt eher selten zu finden ist. Sehr ruhig, beschaulich und vor allem gemütlich – alle diese Attribute gelten nicht gerade für die Metropole Frankfurt, aber sie treffen alle auf Berkersheim zu. Dort am Ufer der Nidda ist die Luft frischer und die Welt ist noch in Ordnung. Anonymität ist dort kein Thema, denn jeder kennt jeden.

Berkersheim in Zahlen

Zusammen mit dem Flughafen, dem Bahnhof- und dem Altstadtviertel ist Berkersheim einer der kleinen Stadtteile von Frankfurt.

Einwohner:3854
Fläche:3,18 Quadratkilometer
Stadtteil seit:1910
Gehört zum Ortsteil:Nord-Ost

Die Geschichte von Berkersheim

Das kleine ländliche Berkersheim kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken, die im Jahr 795 beginnt. In diesem Jahr wird Berkersheim, das damals noch „Berchgisisheim“ heißt, zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten erlebt das Dorf in der Stadt eine wechselvolle und immer spannende Geschichte. So bekam Berkersheim im 15. Jahrhundert das Burgrecht von der Stadt Frankfurt verliehen. Für die Bürger bedeutete das: Wenn die Lage brenzlig wurde, dann durften sie sich hinter die Stadtmauern flüchten. Lange stritten sich die Städte Frankfurt und Hanau um die angrenzenden Dörfer, zu denen auch Berkersheim gehörte. 1481 einigten sich die beiden Städte. Berkersheim gehörte nun den Grafen von Hanau, die das Dorf aber als Lehen gleich weiter an die Schelme von Bergen reichten. Später bestimmten der Deutsche Orden, die Grafen von Solms sowie die Familien Falkenstein und Kronberg über die Geschicke des Dorfes.

Ein Dorf im Dornröschenschlaf

Das Mittelalter war keine leichte Zeit für Berkersheim. Es gab Kriege und Plünderungen, im Dreißigjährigen Krieg schließlich brannte Berkersheim fast komplett nieder. Dann kamen die Schelme von Bergen, die das Dorf im 17. und 18. Jahrhundert weit über die Grenzen hinaus bekannt machten. Ruhe kehrte erst ein, als Johann Richard III., der letzte der Hanauer Grafen starb. Der Erbe hieß Friedrich I. und er war der Landgraf von Hessen-Kassel, er kümmerte sich nicht weiter um das Dorf, das in eine Art Dornröschenschlaf fiel. 1910 wachte Berkersheim wieder auf, denn der kleine Ort bekam einen Anschluss an das Straßenbahnnetz. In den 1970er Jahren kam dann ein Anschluss an die S-Bahn dazu, denn Berkersheim gehört seit 1910 zu Frankfurt. Auch an den städtischen Kanal wurde das Dorf angeschlossen, die Zeiten, in denen die Toilette im Stall zu finden war, gehörten der Vergangenheit an.

Stolz auf die Heimat

Die Berkersheimer sind stolz auf ihre Postkartenidylle und das berechtigterweise. Das Dorf liegt mitten zwischen Streuobstwiesen und Äckern, vor allem sind jedoch die vielen Apfelbäume, die das landschaftliche Bild der Gemeinde bestimmten. Aus dem Saft dieser Äpfel entsteht das Nationalgetränk der Frankfurter, der berühmte Apfelwein oder Ebbelwoi. Berkersheim selbst beeindruckt seine Besucher mit seinen kleinen verwinkelten Gassen. Besonders die zum Teil sehr großen Höhenunterschiede tragen viel zum einzigartigen Charme des Dorfes bei. Viele der kleinen Straßen besitzen keine Bürgersteige, aber da sich der Autoverkehr in Grenzen hält, vermisst sie auch niemand. Berkersheim ist ein kleines Paradies für alle Pferdefreunde. Es gibt eine Pferdepension und Frankfurter Pferdebesitzer stellen ihre Lieblinge im ländlichen Berkersheim unter.

Was ist sehenswert in Berkersheim?

Die wohl schönste Sehenswürdigkeit in Berkersheim ist ohne jeden Zweifel die wunderbare Aussicht. Bei klarem Wetter ist vom Hang aus nicht nur das ganze Tal zu sehen, der Blick reicht sogar bis in den Taunus. Wunderschön ist auch die 1766 erbaute Michaeliskirche. Die evangelische Kirche im verschwenderisch barocken Stil erbaut, beeindruckt die Besucher mit einer prächtigen Empore und dem Wappen der Erbprinzen von Hessen sowie der Grafen von Hanau. In Frankfurt gibt es nur eine einzige Mineralwasserquelle, die kommerziell vermarktet wird und diese Quelle befindet sich in Berkersheim. Die Quelle entspringt ganz im Norden des Stadtteils und das Pumpwerk bringt das gesunde Wasser aus der 85 Meter tiefen Azur-Quelle an die Oberfläche.

Was ist los in Berkersheim?

Nicht nur in der Stadt geht regelmäßig die Post ab, auch auf dem Land gibt es eine Reihe von schönen Festen. So findet in Berkersheim jedes Jahr am ersten Mai und am ersten Wochenende im September ein Reitturnier statt. Das Turnier, das der Reit- und Fahrverein Niddatal veranstaltet, ist weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt. Eine sehr lange Tradition hat die Berkersheimer Kerb, die 2010 zum 244. Mal stattfand. Immer am letzten Wochenende im September feiern die Berkersheimer mit ihren Gästen eine Kirchweih, zu der Besucher aus ganz Frankfurt kommen. Nicht minder beliebt ist auch der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt, der alle zwei Jahre rund um die Kirche stattfindet. Ein ganz besonderes Highlight im Dorf ist jedoch das „Theater Lempenfieber“. Die Bühne steht im historischen Saal der Gaststätte „Zum Lemp“ und die professionellen Schauspieler spielen unter anderem Komödien, aber es gibt auch Kabarett. Den Theatersaal und die Gaststätte gibt es bereits seit mehr als 150 Jahren.

Direkt in der Natur

Berkersheim liegt inmitten einer herrlichen Naturlandschaft. Im Norden ist das Flüsschen Nidda die natürliche Begrenzung. Dort trifft auch der Eschbach, der aus Hartheim kommt, auf die Nidda. Das Ufer des kleinen Flusses ist eine wunderbare Strecke, um spazieren zu gehen, zu radeln oder zu joggen. Wer einen etwas längeren Ausflug plant, der sollte die Strecke am Ufer der Nidda von der Mündung in Frankfurt-Höchst bis nach Bad Vilbel gehen oder mit dem Rad fahren. Erholsam sind auch Spaziergänge rund um das Dorf und über die Streuobstwiesen. Viele stressgeplagte Frankfurter fahren nach Feierabend oder an den Wochenenden nach Berkersheim und lassen dort die Seele baumeln und laden ihre Batterien wieder auf.

Nah an der Großstadt, aber mit der Idylle eines Dorfes – Berkersheim ist der ideale Ort für alle, die beides möchten. Mit S-Bahn, Bus oder mit dem Auto dauert die Fahrt zwischen Frankfurt und Berkersheim nicht allzu lange. Dort angekommen, genießen die Besucher nicht nur die frische Luft und die herrliche Umgebung, sie tauchen auch in das Dorfleben ein und „entschleunigen“ ihr hektisches Leben. Berkersheim ist ein Stück heile Welt mit einer wunderbaren Aussicht und einer Ruhe, die wohltut.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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