Museum Angewandte Kunst

Museum Angewandte Kunst

Das Museum Angewandte Kunst befindet sich in Frankfurt am Main und ist Teil des Museumsufers. Das Museum konzentriert sich als Ort der Entdeckung auf die Wahrnehmung von Strömungen und Entwicklungen in der Gesellschaft mit besonderem Augenmerk auf Design, Mode und die performative Kunst. Die wechselnden Ausstellungen erzählen von kulturellen Werten und veränderten Lebensbedingungen. Darüber hinaus beziehen sie sich immer wieder auf die Frage, was angewandte Kunst heute ist, und möchten das Spannungsfeld zwischen Funktion und ästhetischem Wert demonstrieren.


Die Sammlungen umfassen mehr als 60.000 Objekte des europäischen Kunsthandwerks vom 12. bis 21. Jahrhundert, Design, Buchkunst und Grafik sowie islamische und ostasiatische Kunst.

Das Konzept des Museums Angewandte Kunst

Vor dem Hintergrund seiner Sammlungen herausragender Werke der angewandten Kunst versucht das Museum Angewandte Kunst, das Obskure zu beleuchten und Beziehungen zwischen den Ereignissen und Geschichten zu schaffen, die sich um Dinge der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft drehen.

Das Museum Angewandte Kunst distanziert sich mit seinen neuen Präsentationsformaten von den traditionellen Kriterien der museologischen Sammlung und Organisation aus der Vergangenheit. Die Annäherung an die Exponate des Museums allein aus der Perspektive ihrer Geschichte ist im Museum Angewandte Kunst zeitgemäßerer Reflexionen gewichen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Präsentation „Elementary Parts“. Aus den 2014 eröffneten Sammlungen ist ein zentraler Bestandteil dieses Bestrebens geworden. Für die „Herzkammer des Museums“ werden Objekte aus den vielen Bereichen der Kunst sowie aus unterschiedlichen Regionen der Welt und Epochen der Vergangenheit ausgewählt und in ihrer Verschiedenartigkeit nebeneinander gestellt. Auf diese Weise zeigt das Museum Angewandte Kunst sein Potenzial und stellt sowohl die Geschichte seiner Bestände als auch den Ausgangspunkt für neue Interpretationen dar.

Die Architektur des Museums Angewandte Kunst wurde von Richard Meier entworfen. Mit der Integration der im 19. Jahrhundert erbauten neoklassizistischen Metzler-Familienvilla schuf er ein Ensemble aus umliegendem Park, Villa und Neubau, das im April 2013 wiedereröffnet wurde und die Meier-Architektur in ihren ursprünglichen Glanz zurückversetzt.

Das Museumsgebäude

Betrachtet man das Museum Angewandte Kunst, erinnert man sich an die Wohnhäuser von Le Corbusier. Der Architekt Richard Meier setzt zur stilistischen Orientierung auf die Klassische Moderne, ihre geradlinigen Formen und klar gegliederten Raumkörper.

Ende der 1960er Jahre gehörte Richard Meier zur Architektengruppe „New York Five“, die in der Tradition des frühen Le Corbusier den Stil der 1920er und 30er Jahre der europäischen Moderne weiterentwickelte. Wichtigste Eigenschaft ist die Farbe Weiß. In seinen Entwurf für das Frankfurter Museum Angewandte Kunst integrierte Meier die seit dem 19. Jahrhundert bestehende, neoklassizistische Familienvilla Metzler und schuf damit ein stimmiges Ganzes aus dem umliegenden Park, der Villa und dem Neubau.

Das Museum wurde am 25. April 1985 nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht. Der Neubau ist ein L-förmiger Komplex aus drei würfelförmigen Grundelementen, die die Villa Metzler umgeben und zu einem Platz verbinden. Die Villa bildete die Grundlage für die Dimensionen der drei Gebäudeteile. In der Mitte befindet sich ein Innenhof, von dem aus der Zugang zum Museum erfolgt. Im Inneren des Gebäudes verbindet eine Fußgängerrampe die lichtdurchfluteten Ausstellungsebenen. Die großen Fenster verbinden den Innenraum mit der Umgebung des Museums.

Seit Frühjahr 2013, nach einer Umbauphase, in der ältere Trennwände und bauliche Ergänzungen aus den 90er Jahren entfernt wurden, haben die Besucher wieder Gelegenheit, die ursprüngliche Richard-Meier-Architektur zu erleben – lichtdurchflutete Räume, die großzügig ineinandergreifen und den Blick auf Park und Fluss freigeben.

Metzler-Park

Der Museumspark verbindet das Museum Angewandte Kunst mit dem Museum der Weltkulturen und dient gleichzeitig als Durchgang zum Main für die Bewohner des Stadtteils Sachsenhausen. Sie endet im Osten an einem Tor durch die Grenzmauer, die in die Schifferstraße mündet. Von dort aus kann man über die gesamte Länge der Achse blicken.

Der Park, der ebenfalls im Entwurf von Richard Meier berücksichtigt wurde, genoss schon lange einen besonderen Ruf wegen seiner seltenen Bäume und Pflanzen. Seine Ursprünge gehen auf die Tätigkeit des Apothekers Peter Salzwedel zurück, der das Anwesen 1800 erwarb. Er pflanzte Ginkgos, Roteichen, einen Tulpenbaum, einen riesigen Mammutbaum, Rotbuchen und Kastanienbäume auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratmetern. Johann Wolfgang Goethe soll den Garten, obwohl er bereits in Weimar lebte, gekannt und hoch gelobt haben. Sein Gedicht „Ginkgo Biloba“ widmete er 1815 seiner Marianne von Willemer aus Frankfurt – mit einem Blatt aus dem Salzwedel-Ginkgo.

Georg Friedrich Metzler, Mitglied der berühmten Bankiersfamilie und Bruder von Wilhelm Peter, erwarb 1851 das Gelände und die Villa. Im Jahre 1855 ließ er im Park ein Gartenhaus errichten, das sogenannte Schweizer Haus, in dem Konzerte und Theaterstücke aufgeführt wurden. Der Garten selbst wurde zum Rosengarten umgestaltet.

Die historische Villa Metzler

Die historische Villa Metzler wurde 1804 für den Apotheker Peter Salzwedel als Sommerhaus am Stadtrand erbaut. Auf einem quadratischen Grundriss erhebt sich ein Baukörper, der auf jeder Seite fünf Fensterachsen im klassischen Gleichgewicht aufweist. Das pyramidenförmige Mansardendach verlieh dem Haus einen klassisch französischen Charakter.

50 Jahre später erwarb der Bankier Georg Friedrich Metzler die Villa, die er erweiterte und umbaute. Im Jahre 1928 übernahm ein Altersheim die Einrichtung. Anfang der 60er Jahre kaufte die Stadt Frankfurt das Gebäude. Schließlich zog 1967 das mit Unterstützung der Adolf und Luisa Haeuser Stiftung gegründete Museum für Kunsthandwerk ein.

Das heutige Museum für Angewandte Kunst Frankfurt hat seinen Ursprung in dieser Institution. Bei der Erweiterung des Museums diente die Villa dem amerikanischen Architekten Richard Meier als Baustein für das Gesamtkonzept des Neubaus. Letztere, 1987 fertiggestellt, ist damit eine moderne Antwort auf die bestehende Struktur, in der Meier den Grundriss und den Wohncharakter in die Museumsarchitektur integrierte.

Die Finanzierung der Villa beruht auf mehreren Säulen. Nicht nur die Stadt Frankfurt, sondern auch die vom Kunstgewerbeverein gegründete „Gemeinnützige Gesellschaft Historische Villa“ sind daran beteiligt.

Seit 2009 erstrahlt die Historische Villa Metzler in neuem Glanz. Neun Stilzimmer lassen die Besucher die historische Wohnkultur vom Barock bis zum Jugendstil mit allen Sinnen erleben. Mit Hilfe von Gemälden und alten Fotografien wurden Möbel, Porzellan, Teppiche und Accessoires aus den reichen Beständen des Museums ausgewählt, um verschiedene Ensembles zu schaffen. Diese vermitteln imposante Eindrücke vom einstigen Innenarchitekturgeschmack des Adels und des reichen Bürgertums in Frankfurt und in ganz Deutschland.

Ein Besuch im Museum Angewandte Kunst sollte sich daher kein Frankfurt-Tourist entgehen lassen!

Beitragsbild: @ depositphotos.com / claudiodivizia

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Autor(in) Markus Wilde

Der Autor arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Web- & Werbetexter und lebt von Geburt an in und um Frankfurt am Main.

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