Dippemess – Frankfurts ältestes Volksfest

Dippemess - Frankfurts ältestes Volksfest

Die meisten Städte in Deutschland haben eine Vielzahl von traditionellen Volksfesten und Frankfurt macht da keine Ausnahme. Das älteste und auch größte dieser Volksfeste ist die Dippemess, die zweimal im Jahr stattfindet. Die Geschichte der Dippemess reicht zurück bis ins 14. Jahrhundert. Heute ist aus dem einst mittelalterlichen Markt ein Volksfest geworden. Das, was dem Markt einst seinen Namen gegeben hat, wird dort aber nach wie vor verkauft und gerne gekauft.

Die Dippemess im Mittelalter

„Maamess“ also Mainmesse nannten die Veranstalter im 14. Jahrhundert die heutige Dippemess. Dabei handelte es sich um einen Markt, auf dem Keramikgeschirr aller Art aus dem Westerwald, dem Kannenbäckerland und aus Urberach verkauft wurde. Dieses typische Geschirr aus Steingut nennt der Frankfurter bis heute Dippe oder Dippchen, daher auch der Name Dippemess. Die Töpfer kamen mit ihren Tragekörben auf dem Rücken den weiten Weg bis nach Frankfurt, um dort ihre Erzeugnisse zu verkaufen. Die Frankfurter Hausfrauen nutzen die Gelegenheit, um auf der Dippemess ihr Geschirr zu ergänzen und sich über den neusten Tratsch zu informieren. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Dippemess immer größer und irgendwann reichte der Platz auf dem Römerberg nicht mehr aus. In den 1960er Jahren zog die Dippemess auf den Festplatz am Ratsweg um, gleich unterhalb des Bornheimer Hangs. Die Altstadt von Frankfurt war definitiv zu klein geworden.

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Die Dippemess heute

Drei Wochen dauert die Dippemess im Frühling und eine Woche im Herbst. Während die große Veranstaltung im April auf dem Festplatz am Ratsweg stattfindet, ist die kleinere Mess im Herbst Ende September vor der Eissporthalle in der Nähe des Ostparks zu finden. Breit gefächert ist die Angebotspalette, vor allem während der Mess im Frühling. Es gibt die Klassiker unter den Fahrgeschäften wie eine Geisterbahn, einen Autoscooter, eine Achterbahn und auch ein Kettenkarussell. Wer die Dippemess aus der Vogelperspektive betrachten möchte, der sollte unbedingt eine Fahrt mit dem Riesenrad machen, denn von oben haben die Fahrgäste alles im Blick. Während es auf dem Münchner Oktoberfest jede Menge Bierzelte gibt, finden die Besucher auf der Dippemess Festzelte, in denen das Nationalgetränk der Frankfurter, der berühmte Äbbelwoi oder Apfelwein im Ausschank ist. Abgerundet wird das Angebot von Losbuden, Schießständen, Kinderbelustigungen und Ständen mit Leckereien, wie gebrannte Mandeln und Zuckerwatte.

Die Zahl der Händler wird kleiner

Nicht nur die Frankfurter beklagen, dass auf der Dippemess immer weniger Händler zu finden sind. Auch die vielen Besucher wundern sich darüber, dass der ursprüngliche Markt heute fast nur noch aus modernen Fahrgeschäften besteht. Tatsächlich schrumpft die Zahl der Händler immer weiter, die das hübsche Steingutgeschirr, die Dippe verkaufen. Heute gibt es nur noch einen einzigen Händler, der seinen Stand auf der Frühlings-Dippmess und der Mess im Herbst hat und ausschließlich Steingut verkauft. Dort reihen sich die Bembel an die Schüsseln, Teller und Schalen, es gibt sogenannte Namenstassen und auch Butterdosen aus Steingut im typischen grau-weiß sind an diesem Stand zu finden. 14 Händler finden sich noch auf den diesjährigen Festen, sie verkaufen Schmuck aus Handarbeit, selbst gemachte Seifen und Lederwaren. Das Angebot hat sich vor allem der jungen Kundschaft angepasst. Plüschtiere in grellen Neonfarben sind dabei, teure Hüllen für das Smartphone und andere Dinge, die heute modern sind.

Das Problem mit den Parkplätzen

Auch die Händler auf den Dippesmärkten müssen sich heute der Konkurrenz aus dem Netz stellen und das ist gar nicht einfach. Die Stadt Frankfurt weist immer wieder darauf hin, dass es besser ist, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und das Auto stehen zu lassen. Wer mit dem Auto anreist, bekommt schnell die Nachteile zu spüren. Zum einen sind Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Veranstaltungsorte knapp, zum anderen heißt es: Der Weg zum Festplatz ist unter Umständen sehr lang. Wer auf der Mess Steingut kaufen möchte, der muss dieses recht schwere Geschirr die ganze Zeit während des Aufenthalts tragen. Das ist alles andere als angenehm. Viele besuchen zwar gerne die Mess im Frühling oder im Herbst, das klassische Steingut hingegen wird im Internet bestellt.

Bequem anreisen

Es ist die deutlich bessere Wahl, zur Mess mit öffentlichen Verkehrsmittel anzureisen. Wer zum Festplatz am Ratsweg möchte, der fährt einfach mit der U-Bahn der Linie 7 (Richtung Hausen-Enkheim) bis zur Haltestelle Eissporthalle/Festplatz. Von dort aus sind es dann nur noch wenige Meter Fußweg bis zum Festgelände. Auch die Straßenbahn der Linie 12 (Richtung Fechenheim Hugo-Junkers-Straße – Schwanheim Rheinlandstraße) fährt bis zum Festplatz ebenso wie die Buslinien 38 (Richtung Panoramabad-Seckbach) und 103 (Richtung Offenbach-Frankfurt Prüfling). Sie halten direkt neben der Achterbahn und dem Riesenrad. Da alle Verkehrsmittel bis Mitternacht fahren, garantiert das allen Festgästen eine entspannte Heimreise. Parkplätze direkt am Festplatz stehen nicht zur Verfügung.

Die Öffnungszeiten

Wer das traditionelle Volksfest besuchen möchte, der kann das von montags bis donnerstags immer zwischen 14:00 Uhr und 23:00 Uhr. Am Freitag und am Samstag ist die Mess zwischen 12:00 Uhr und Mitternacht geöffnet. Am Sonntag sind dann die Buden, Stände und die vielen Fahrgeschäfte wieder zwischen 12:00 Uhr und 23:00 Uhr für die Besucher da. Sollte das Volksfest im Frühling über die Osterfeiertage stattfinden, dann ist die Mess am Karfreitag geschlossen. Die Mess beginnt immer mit einem Fassanstich, wie das Oktoberfest in München. Auch wenn die Fahrgeschäfte schon ab der Mittagszeit geöffnet sind, offiziell beginnt die Mess erst um 18:00 Uhr, wenn der Landrat das Fass angestochen hat. Am letzten Sonntag der jeweiligen Mess gibt es zum Abschluss ein großes Höhenfeuerwerk. Kleiner Tipp: Während des Feuerwerks eine Runde mit dem Riesenrad drehen, denn von dort aus ist die Aussicht einfach fantastisch.

Das Frankfurter Wurstfestival ist eine Neuerung auf dem beliebten und ältesten Volksfest in Frankfurt. Die Stände mit den typischen Töpferwaren hat es schon immer auf der Mess gegeben. Es sind die traditionellen Dinge und die Neuerungen, die die Dippemess in Frankfurt so interessant machen. Sicher ist die Mess keine reine Verkaufsveranstaltung mehr, aber sie hat immer noch etwas Gemütliches und Familiäres, was die Menschen anzieht. Auf der Mess kommt jeder auf seine Kosten. Diejenigen, die gerne Karussell fahren, fühlen sich auf der Mess ebenso wohl wie diejenigen, die sich bei einem Glas Apfelwein mit Freunden treffen möchten oder hübsches Steingut kaufen wollen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / sborisov

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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