Kunst & Kultur in Frankfurt

Frankfurter Kunstkabinett: Geschichte einer legendären Galerie

Der Name Frankfurter Kunstkabinett steht für eines der bedeutendsten Kapitel der Frankfurter Kunstgeschichte. Als die Galeristin Hanna Bekker vom Rath 1947 mitten in der zerstörten Nachkriegsstadt ihre Räume öffnete, holte sie die von den Nationalsozialisten verfemte Moderne zurück ans Licht. Diese Seite erzählt die Geschichte der legendären Galerie und zeigt, wo du Kunst in Frankfurt am Main heute erleben kannst.

Frankfurt war schon immer mehr als Banken und Skyline. Zwischen Sehenswürdigkeiten, dem Museumsufer und einer lebendigen Galerienszene ist die Mainmetropole eine der wichtigsten Kunststädte Deutschlands.

Die Geschichte des Frankfurter Kunstkabinetts

  1. 1893

    Hanna Bekker vom Rath wird in Frankfurt am Main geboren. Als Malerin und Sammlerin fördert sie ab den 1920er Jahren befreundete Künstler wie Alexej von Jawlensky, Karl Schmidt-Rottluff, Ida Kerkovius und Ernst Wilhelm Nay.

  2. 1940-1943

    Während der NS-Zeit ermöglicht sie in ihrer Berliner Atelierwohnung in der Regensburger Straße heimliche Ausstellungen für verfemte und als „entartet“ diffamierte Künstler. Ihr Engagement wird zur Keimzelle der späteren Galerie.

  3. 1947

    Am 11. Mai 1947 eröffnet das Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath in der Kaiserstraße 5 mit einer Ausstellung von Käthe Kollwitz. Es ist eine der ersten Galerien, die im Nachkriegsdeutschland die klassische Moderne wieder öffentlich zeigt.

  4. 1949

    Die Galerie zieht von der Kaiserstraße an den Börsenplatz. Zusammen mit dem „Blauen Haus“ in Hofheim am Taunus wird das Kunstkabinett zu einem zentralen Ort der Kunstvermittlung in Deutschland.

  5. seit 1983

    Nach dem Tod der Gründerin wird ihr Werk in Frankfurt weitergeführt. Die Galerie Hanna Bekker vom Rath besteht bis heute und pflegt das Erbe des Expressionismus und der Klassischen Moderne.

Die Künstler des Kunstkabinetts

Hanna Bekker vom Rath verband eine tiefe Freundschaft mit vielen Wegbereitern der klassischen Moderne. Ihre Galerie gab jenen Künstlern eine Bühne, deren Werke im NS-Staat als „entartet“ beschlagnahmt worden waren.

  • Alexej von Jawlensky

    Russisch-deutscher Expressionist des „Blauen Reiter“-Umfelds, dem 1947 eine Gedächtnisausstellung im Kunstkabinett gewidmet war.

  • Karl Schmidt-Rottluff

    Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ und langjähriger Weggefährte Hanna Bekker vom Raths.

  • Emil Nolde

    Einer der wichtigsten Expressionisten, dessen Werke im NS-Staat als „entartet“ verfemt und beschlagnahmt wurden.

  • Ida Kerkovius

    Bauhaus-Schülerin und Malerin, die zum engen Kreis der von Bekker vom Rath geförderten Künstler zählte.

  • Ernst Wilhelm Nay

    Einer der bedeutendsten abstrakten Maler der Nachkriegszeit, früh von der Galeristin unterstützt.

  • Ludwig Meidner

    Expressionistischer Maler und Zeichner, dem Hanna Bekker vom Rath in schwierigen Jahren zur Seite stand.

Kunst in Frankfurt heute erleben

Der Geist des Kunstkabinetts lebt in Frankfurt am Main weiter. Wer der Moderne nachspüren möchte, findet rund um den Römer und in Sachsenhausen eine der dichtesten Museumslandschaften Europas.

  • Kunsthalle Schirn

    Eine der renommiertesten Ausstellungshallen Europas am Römerberg, bekannt für große Sonderausstellungen der Moderne und Gegenwartskunst.

  • Museum Angewandte Kunst

    Design, Kunsthandwerk und angewandte Kunst aus aller Welt, direkt am Museumsufer in Sachsenhausen.

  • Museumsufer

    Die einzigartige Museumsmeile am Mainufer vereint mit dem Städel eine der wichtigsten Sammlungen deutscher und europäischer Malerei.

  • Goethe-Haus

    Geburtshaus des Dichterfürsten und ein Bezugspunkt für die kulturelle Identität Frankfurts.

Häufige Fragen zum Frankfurter Kunstkabinett

Was war das Frankfurter Kunstkabinett?

Das Frankfurter Kunstkabinett war eine 1947 von der Malerin und Sammlerin Hanna Bekker vom Rath gegründete Galerie in Frankfurt am Main. Sie zählte zu den ersten Häusern, die nach dem Zweiten Weltkrieg die von den Nationalsozialisten verfemte klassische Moderne und den Expressionismus wieder öffentlich zeigten.

Wer war Hanna Bekker vom Rath?

Hanna Bekker vom Rath (1893 bis 1983) war eine Frankfurter Malerin, Sammlerin und Galeristin. Bereits ab den 1920er Jahren förderte sie Künstler wie Alexej von Jawlensky und Karl Schmidt-Rottluff und ermöglichte während der NS-Zeit heimliche Ausstellungen für verfolgte Künstler.

Gibt es das Frankfurter Kunstkabinett heute noch?

Das von Hanna Bekker vom Rath begründete Erbe wird bis heute von der Galerie Hanna Bekker vom Rath in Frankfurt weitergeführt. Wer moderne und zeitgenössische Kunst in Frankfurt erleben möchte, findet zudem ein dichtes Netz aus Museen wie der Schirn, dem Städel am Museumsufer und dem Museum Angewandte Kunst.

Wo kann ich in Frankfurt Kunst der Moderne sehen?

Rund um den Römerberg und das Museumsufer liegt Frankfurts Kunstmeile: Die Kunsthalle Schirn zeigt wechselnde Ausstellungen, das Städel Museum beherbergt eine bedeutende Sammlung, und das Museum Angewandte Kunst widmet sich Design und Kunsthandwerk.