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Schlüssel nachmachen in Frankfurt: Welche Schlüssel sich kopieren lassen, was eine Kopie kostet und wann eine Sicherungskarte nötig ist

Redaktion · Frankfurt
Autoschlüssel und Rohling eingespannt in einer Schlüsselkopiermaschine

Ein Ersatzschlüssel für die Nachbarin, ein dritter Schlüssel fürs neue WG-Zimmer im Nordend oder ein Zweitschlüssel für den Fahrradkeller in Sachsenhausen: Wer in Frankfurt umzieht, Mitbewohner aufnimmt oder Handwerker ins Haus lässt, braucht früher oder später eine Schlüsselkopie. Ob sie in wenigen Minuten am Tresen entsteht oder nur gegen Nachweis beim Fachbetrieb, entscheidet das Schließsystem. Auch beim Preis liegen zwischen einem simplen Bartschlüssel und einem Schlüssel für die Schließanlage eines Mehrfamilienhauses schnell mehrere Dutzend Euro.

Welche Schlüssel sich kopieren lassen

Technisch lässt sich fast jeder mechanische Schlüssel nachfertigen. Ob eine Kopie tatsächlich angefertigt werden darf, hängt davon ab, ob passende Rohlinge frei erhältlich sind und ob Patent- oder Markenrechte am Schlüsselprofil bestehen. Dimitrios Chaveas, Geschäftsführer der DC Schlüsseldienst Service GmbH mit Filiale in der Baseler Straße 35-37 nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof, unterscheidet im Alltag drei Gruppen:

  • Schlüssel ohne Schutzmerkmale: Bartschlüssel für Zimmertüren, Briefkasten- und Möbelschlüssel sowie viele ältere Profilzylinderschlüssel. Die Rohlinge sind frei verfügbar, die Kopie entsteht an der Fräsmaschine meist direkt vor Ort.
  • Sicherheitsschlüssel mit geschütztem Profil: Wendeschlüssel, Bohrmuldenschlüssel und Profile, deren Form rechtlich geschützt ist. Hersteller geben die Rohlinge nur an autorisierte Fachbetriebe ab, gefertigt wird ausschließlich gegen Berechtigungsnachweis.
  • Schließanlagen- und Fahrzeugschlüssel: Hier kommt zur Fräsung eine Codierung hinzu. Bei Autoschlüsseln mit Transponder muss der Chip zusätzlich an die Wegfahrsperre angelernt werden.

Wie gut ein Schließzylinder gegen unbefugtes Öffnen geschützt ist, regelt die europäische Norm DIN EN 1303. Sie beschreibt die Eigenschaften eines Zylinders in einem achtstelligen Klassifizierungsschlüssel, in dem unter anderem Verschlusssicherheit und Angriffswiderstand in Klassen angegeben werden. Für die Verschlusssicherheit sieht die Fassung von 2015 sechs Klassen vor; laut DIN Media wird sie im August 2026 durch eine Neuausgabe ersetzt. Welche Profilzylinder polizeilich empfohlen werden, zeigt das Herstellerverzeichnis der Kommission Polizeiliche Kriminalprävention.

Was eine Schlüsselkopie kostet

Feste Preise gibt es nicht, die Spanne ergibt sich aus Rohling, Lizenz und Arbeitsaufwand. Für einfache Standardschlüssel nennen Verbraucherportale meist 10 bis 20 Euro. Bei Sicherheitsschlüsseln reicht die Spanne je nach Schutzmerkmalen von rund 30 bis 150 Euro. Für Autoschlüssel werden etwa 45 Euro für einen mechanischen Schlüssel mit Chip und rund 135 Euro für einen Funkschlüssel genannt, das Anlernen kostet zusätzlich.

Den Preis treiben vor allem vier Faktoren:

  • Rohling: Frei verfügbare Standardrohlinge sind günstig, lizenzierte Rohlinge deutlich teurer.
  • Fertigungsweg: Manche Systemschlüssel werden nicht im Laden gefräst, sondern über den Fachhändler beim Hersteller bestellt. Das verlängert die Wartezeit.
  • Codierung: Schlüssel für Schließanlagen müssen exakt zur Anlagenstruktur passen, also zu Haustür, Wohnung, Keller und Briefkasten zugleich.
  • Elektronik: Transponder und Funkfernbedienungen benötigen Programmiergeräte und Fahrzeugdaten.

Für die Qualität der Kopie spielt die Vorlage eine Rolle. Wer einen Schlüssel von einer bereits kopierten Kopie nachmachen lässt, übernimmt deren Fertigungstoleranzen. Klemmt der Zylinder später, liegt das häufig daran. Als Vorlage eignet sich daher am besten der Originalschlüssel.

Wann eine Sicherungskarte erforderlich ist

Die Sicherungskarte ist das Berechtigungsdokument eines Schließsystems. Sie gehört zum Zylinder oder zur Schließanlage und trägt eine Kennnummer, über die sich Profil und Schließung zuordnen lassen. Beim Hersteller ABUS etwa verpflichten sich Partnerbetriebe vertraglich, Nachschlüssel nur gegen Vorlage der Karte anzufertigen. Der Hersteller räumt selbst ein, dass die Karte allein illegale Kopien nicht vollständig verhindert. Sie ergänzt technische Schutzmerkmale im Zylinder.

Rechtlich abgesichert wird das System durch Patente auf das Schlüsselprofil. Solange dieser Schutz läuft, dürfen Dritte keine passenden Rohlinge herstellen. Beim System Integral Pro gibt ABUS etwa einen Patentschutz bis 2038 an.

Für Mieter hat das eine praktische Folge: Die Karte für eine Schließanlage liegt in aller Regel beim Eigentümer oder der Hausverwaltung, nicht in der Wohnung. Wer einen zusätzlichen Schlüssel braucht, beantragt ihn daher über die Verwaltung. Ein Fachbetrieb, der seriös arbeitet, fertigt ohne Karte keine Kopie eines geschützten Profils. Bei einfachen Zylindern ohne Kartensystem genügt dagegen der Schlüssel als Vorlage.

Was Mieter und Eigentümer vor dem Kopieren klären sollten

Wie teuer ein fehlender Schlüssel werden kann, zeigt die Rechtsprechung. Der Bundesgerichtshof hat 2014 entschieden, dass ein Mieter, der einen Schließanlagenschlüssel nicht zurückgibt, unter Umständen die Kosten für den Austausch der gesamten Anlage tragen muss. Ein ersatzfähiger Schaden entsteht nach dem Urteil allerdings erst dann, wenn die Anlage tatsächlich ausgetauscht wurde (BGH, Urteil vom 5.3.2014, VIII ZR 205/13). Das Landgericht München verlangte 2020 vom Vermieter zudem, eine konkrete Missbrauchsgefahr im Einzelfall darzulegen (Az. 31 S 12365/19).

Wer in Frankfurt einen Schlüssel nachmachen lassen möchte, kann sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Schlüsselart prüfen: Steht auf dem Schlüssel eine Nummer oder ein Herstellerlogo mit Hinweis auf Schutz, ist meist eine Sicherungskarte nötig.
  • Bei Mietwohnungen mit Schließanlage zuerst die Hausverwaltung fragen und den Auftrag schriftlich bestätigen lassen.
  • Den Originalschlüssel als Vorlage mitnehmen und bei geschützten Systemen die Karte im Original vorlegen.
  • Jede zusätzliche Kopie notieren, damit beim Auszug die Zahl der Schlüssel mit dem Übergabeprotokoll übereinstimmt.
  • In der privaten Haftpflichtversicherung nachsehen, ob der Verlust fremder Schlüssel, etwa einer Schließanlage, mitversichert ist und bis zu welcher Summe.

So lässt sich vor dem Gang zum Fachbetrieb klären, ob eine Kopie überhaupt erlaubt ist, welche Unterlagen gebraucht werden und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

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