Eckenheim – das ruhige Dorf in der Stadt

Eckenheim - das ruhige Dorf in der Stadt

15 Minuten braucht der Bus von Eckenheim in die Frankfurter City, denn nur eine Viertelstunde trennt das Dorf Eckenheim von der Metropole Frankfurt. Eckenheim, im Nordosten von Frankfurt gelegen, ist ein ruhiges Dorf mit einer langen Geschichte. Die unmittelbare Nähe zu Frankfurt hat für das kleine beschauliche Eckenheim sowohl Vorteile als auch Nachteile. Der hübsche Stadtteil hat einige Besonderheiten, die ihn von den anderen Ortsteilen abheben und ihn der Frankfurter Stadtgeschichte einzigartig machen.

Eckenheim in Zahlen

Fünf Kilometer trennen das dörfliche Eckenheim von Frankfurt, aber zwischen dem kleinen Stadtteil und der großen Stadt liegen Welten.

Einwohner:14.347
Fläche:2,23 Quadratkilometer
Stadtteil seit:1910
Gehört zum Ortsteil:Nord-Ost

Eckenheim und seine Geschichte

Erwähnt wird Eckenheim erstmals im Jahre 795. Damals war die Umgebung des Dorfes königliches Jagdgebiet, mit Mittelalter war Ekinheim, wie Eckenheim damals hieß, dann ein Zankapfel zwischen den Städten Hanau und Frankfurt. Obwohl Eckenheim zu Frankfurt gehörte, hatten die Hanauer das Sagen. Dann kann die Reformation und damit brach ein neues Zeitalter an. Eckenheim war wieder ein Teil von Frankfurt, kam aber in der napoleonischen Zeit erneut zum Kurfürstentum Hanau. Erst 1910 war Schluss mit dem Hin und Her, Eckenheim kam endgültig zu Frankfurt. Mit der Eingemeindung brachen für Eckenheim moderne Zeiten an. Das Dorf bekam Gasbeleuchtung für die Straßen, später dann auch elektrisches Licht. Eckenheim wurde an das Kanalnetz angeschlossen und die Dorfbewohner konnten mit der Straßenbahn nach Frankfurt fahren.

Ein Nachteil für die Infrastruktur

Bauern und Gärtner lebten in Eckenheim, bevor das Dorf zu Frankfurt kam. Eckenheim war ein ruhiges Dorf mit malerischen Fachwerkhäusern und engen Gassen. Aber das Dorf konnte sich selbst versorgen, denn als es noch keine Straßenbahn ins nahe Frankfurt gab, mussten die Bewohner mit dem auskommen, was im eigenen Garten wuchs. 1910 kamen die damals 3500 Einwohner zu Frankfurt und damit änderte sich alles. Die heutige Nähe zu Frankfurt bedeutet, dass in Eckenheim viele kleine Geschäfte schließen mussten. Die Einwohner fahren lieber nach Frankfurt und kaufen dort günstiger ein. In den kleinen Gassen ist es still geworden und auch das einstmals so rege Vereinsleben leidet. Zwar hat die Zahl der Einwohner bedingt durch den Bau von mehreren Wohnsiedlungen stark zugenommen, aber zum Zusammenhalt der Menschen in Eckenheim hat das nicht viel beigetragen.

Eckenheim und die Feuerwehr

Zur Feuerwehr hat Eckenheim ein ganz besonders Verhältnis. Das hängt vor allem mit dem im Jahre 2003 eröffneten Brandschutz-, Katastrophenschutz- und Rettungsdienstzentrum der Feuerwehr Frankfurt zusammen. In Zentrum am Marbachweg Ecke Feuerwehrstraße trainieren Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Notärzte für den Ernstfall. Das Ausbildungszentrum gilt als eines der Modernsten in ganz Deutschland und ein Teil des Zentrums liegt in der sogenannten Gibbs-Siedlung. Auf dem weitläufigen, 32.000 Quadratmeter großen Areal der Siedlung waren früher amerikanische Soldaten in Kasernen untergebracht. Nachdem die Soldaten in die Heimat zurückgekehrt waren oder zum neuen Standort Westend kamen, kaufte eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft die früheren Kasernen der Bundesrepublik ab. Neben dem Übungsgelände der Feuerwehr sind in den Kasernen heute Wohnungen, eine Kita sowie der Katastrophenschutz der Feuerwehr und die Landeszentrale des Technischen Hilfswerks Hessen zu finden.

Was ist sehenswert in Eckenheim?

Eckenheim ist ein ruhiger, unaufgeregter Stadtteil mit nur wenigen Sehenswürdigkeiten. Sehenswert sind die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser im Ortskern, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammen. Modern ist die katholische Herz-Jesu-Kirche. Erbaut zwischen 1896 und 1899 vom bekannten Architekten Max Meckel, bekam die Kirche 1961 einen großen Neubau. Das alte Kirchenschiff verschwand und es entstand ein nüchterner, eher kalter Neubau. Der 56 Meter hohe Glockenturm ist heute das Wahrzeichen von Eckenheim. Nur wenige Schritte von der katholischen Kirche entfernt steht der Bau der evangelischen Kirche. Die Nazarethkirche, ein schlichter sachlicher Backsteinbau, wurde 1863 erbaut.

Die Eckenheimer Vereine

Das kulturelle Leben im kleinen Eckenheim wird durch 20 verschiedene Vereine bestimmt. Die bekanntesten Vereine sind die beiden Karnevalsvereine „Die Fidelen Eckenheimer“ und die „Krätscher“. Die beiden Vereine erfreuen sich im Ort sehr großer Beliebtheit, vor allem bei den Kindern und Jugendlichen im Dorf. Das wohl bekannteste Mitglied der „Fidelen Eckenheimer“ ist Klaus-Peter Musch, der so etwas wie ein inoffizieller Bürgermeister von Eckenheim ist. Früher berichtete er für den Hessischen Rundfunk von der Inthronisierung des Fastnachts-Prinzenpaares. Unterstützung aus Eckenheim bekommt auch die Frankfurter Eintracht. Es gibt einen „Eintracht Fanclub Schwarz-Weiß Eckenheim“, der im Station die Daumen drückt und für gute Stimmung sorgt.

Das Problem mit den Hochhäusern

Pittoreske Fachwerkhäuser sind ein Teil von Eckenheim, die Hochhäuser in der Sigmund-Freud-Straße der andere Teil. Die Häuser entstanden in den 1950er Jahren und Mitte der 1970er Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Wohnraum für Heimatvertriebene gedacht, zogen dort später sozial schwache Familien ein. Seit den 1990er Jahren steht die Hochhaussiedlung jedoch für einen sozialen Brennpunkt in Eckenheim. Viele Einwohner stören sich an den Häusern, da sie nicht in die Beschaulichkeit des Dorfes passen. Wilde Müllkippen und eine sehr hohe Jugendkriminalität machen Eckenheim zusätzlich zu schaffen. Die Siedlungen an der Sigmund-Freud-Straße und an der Gießener Straße haben die Bevölkerung in Eckenheim kräftig wachsen lassen. Noch mehr Einwohner kann Eckenheim nicht mehr verkraften. Um weitere Siedlungen und Hochhäuser zu vermeiden, wurde die Autobahn A 661 gebaut, die eine weitere Ausdehnung verhinderte.

Eine gute Verkehrsverbindung

Eckenheim und Frankfurt sind direkte Nachbarn. Wer aus Eckenheim kommt und in der Frankfurter City einkaufen gehen will, der kann das eigene Auto stehen lassen. Die Verkehrsverbindungen zwischen Eckenheim und Frankfurt sind ausgezeichnet. Das Dorf und die große Stadt sind durch die Stadtbuslinien 34 und 39 miteinander verbunden. Wer lieber mit der Bahn fährt, der nimmt die U-Bahn-Linie U5, die in die Frankfurter City und zum Hauptbahnhof fährt. Für alle Nachtschwärmer aus Eckenheim, die ins Frankfurter Nachtleben starten wollen, fährt der Nachtbus der Linie 4.

Eckenheim ist bei vielen Pendlern, die in der City arbeiten, eine beliebte Wohnadresse. Das ist kein Wunder, denn in Eckenheim ist es ruhig, die Mieten sind noch erschwinglich und vor allem Familien mit Kindern fühlen sich in dem ehemaligen Bauerndorf sehr wohl. Mit dem Bus dauert die Fahrt nach Frankfurt nur 15 Minuten und wer mit dem Auto fahren möchte, der nimmt die A661. Auch wenn die Infrastruktur nicht mehr so gut ist wie vor einigen Jahren, Eckenheim kann als liebenswerter Wohnort noch immer überzeugen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

Frankfurt-Eckenheim, Die Entwicklung vom Bauern- und Gärtnerdorf zur Stadtteilgemeinde *
  • Oskar Pfreundschuh
  • Heimatverein Eckenheim
  • Broschiert
  • Auflage Nr. 2015 (01.01.1970)
  • Deutsch
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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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