Bonames – der Stadtteil aus der Römerzeit

Bonames - der Stadtteil aus der Römerzeit

Die meisten Frankfurter Stadtteile enden entweder auf „heim“ oder auf „bach“. Bonames macht da eine Ausnahme, denn dieser Name leitete sich von „bona mansio“ ab. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies ein Haus mit Bad oder eine schöne Raststätte. Den lateinischen Namen verdankt der Stadtteil im Frankfurter Norden seiner langen Geschichte, in der die Römer eine wichtige Rolle gespielt haben. Bonames ist ein kleiner idyllischer Stadtteil, der nicht immer einen guten Ruf hatte. Sozial schwach und was die Infrastruktur angeht, völlig überlastet – das war die Meinung vieler Frankfurter zum Stadtteil Bonames. Heute hat sich einiges geändert und Bonames steht als Wohnort wieder hoch im Kurs.

Bonames in Zahlen

Ganz im Frankfurter Norden gelegen, ist Bonames ein kleiner, eher ländlich strukturierter Stadtteil der Mainmetropole.

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Einwohner:6327
Fläche:3,3 Quadratkilometer
Stadtteil seit:1910
Gehört zum Ortsteil:Nord-Ost

Die lange Geschichte von Bonames

Bonames steht auf historischem Boden, denn dort, wo heute der Stadtteil steht, gab es einst eine wichtige Heerstraße. Diese Straße verband Nida (heute Heddernheim) und das Römerkastell in Okarben im Wetteraukreis in Hessen. Funde deuten darauf hin, dass die Römer im heutigen Bonames eine Art Turm gebaut haben, der zwei Geschosse hatte. Urkundlich erwähnt wird Bonames jedoch erst 1030 unter dem Namen „Bonemisi“. Damals galt das Dorf als wohlhabend, denn die Müller und die Weber machten sich die Wasserkraft der Nidda zunutze. Mit dem ausgehenden Mittelalter ging es mit Bonames immer mehr bergab, das Dorf hatte mit Bränden und Kriegen, aber vor allem Misswirtschaft zu kämpfen. Dank der guten Beziehungen zu Frankfurt bekam Bonames immer wieder Finanzspritzen, aber ohne Gegenleistungen ging es nicht. 1910 musste Bonames schließlich nachgeben und wurde ein Teil von Frankfurt.

Der Stadtteil der Kontraste

Bonames ist ein Stadtteil der Kontraste und der Widersprüche. Im Süden des Ortes blieb der dörfliche Charakter erhalten. Hier bestimmen pittoreske Fachwerkhäuser wie die Gasthäuser „Goldene Gerste“ und „Zum goldenen Einhorn“ das Bild. Einige hundert Meter weiter sieht Bonames jedoch ganz anders aus. Weiter nördlich sind es moderne Häuser und Plattenbauten, die das Bild von Bonames bestimmen. Diesem Viertel verdankt der Stadtteil seinen schlechten Ruf. Zwar wirbt die Wohnungsbaugesellschaft mit dem Slogan „Schöner wohnen ist grün“, aber das Areal hat große Probleme. Die nur geringe soziale Durchmischung und die hohe Kriminalitätsrate prägen das Bild im Norden von Bonames.

Besuch in der Vergangenheit

Noch heute sind Spuren aus der bewegten Vergangenheit von Bonames zu sehen. So existieren noch Reste der früheren Stadtmauer und das sogar in der Originalgröße. Die Mauer entstand im spätgotischen Stil und sie hatte einst zwei Torbauten und elf Türme. Der Bau stammt aus dem Jahr 1413 und die Mauer hatte die Aufgabe, Bonames vor Feinden zu schützen. Die Reste verlaufen teilweise zwischen kleinen Wohnhäusern und die Hausbesitzer nutzen die Mauerreste als malerischen Teil ihres Gartens. Zu Bonames gehört auch eine gleichnamige Burg im historischen Ortskern. Geblieben ist davon nur die Pflasterung des Hofes. Durch den Bau einer Tiefgarage sind heute leider keine archäologischen Grabungen mehr möglich. Vermutlich stammte die Burg aus dem 13. Jahrhundert. Sehenswert sind ebenfalls die Häuser, die in den 1980er Jahren in Form eines Hufeisens entstanden sind. Sie gehören zu den Bauten, die Bonames im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich erweitert haben und immer dem jeweiligen Zeitgeist entsprechen. Die Hufeisenhäuser stehen in der Ludwig-Ruppel-Straße, zu Ehren des letzten Schultheiß von Bonames.

Die alte Wehrkirche

Im 15. Jahrhundert beginnt die Geschichte der alten Wehrkirche im Dorfkern von Bonames. Ihre dicken Mauern sollten die Bürger von Bonames eigentlich schützen, aber dem Dreißigjährigen Krieg hielten die Mauern nicht stand. Die Kirche nahm großen Schaden und erst Mitte des 17. Jahrhunderts gab es genug Geld für den Wiederaufbau. Das benötigte Geld kam nicht nur von den Bürgern in Bonames, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden und aus Frankfurt. Seitdem hat sich am Bild der evangelischen Kirche nichts verändert. Der Opferstock aus Schmiedeeisen mit dem eindrucksvollen Ritterwappen stammt aus dem 13. Jahrhundert. Prachtvoll im barocken Stil ist das Innere der Kirche ausgestattet und aus dem frühen Mittelalter stammen die Grabplatten. Das Taufbecken sowie der Altar bestehen aus schwarzem Marmor und sind eine Stiftung der früheren Dorfschultheißen.

Erholung im Nordpark

Wenn die Einwohner von Bonames Entspannung suchen, radeln oder spazieren gehen wollen, dann zieht es sie in den Nordpark. Neben dem Alten Flugplatz ist der Nordpark ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet, das 1968 auf einer Fläche von sieben Hektar abgelegt wurde. Im Nordpark befindet sich ein großer Grillplatz, außerdem gibt es noch Sportplätze und eine Wildwiese. In diesem Naturspielbereich auf einem kleinen Hügel finden die Besucher Sitzrondells aus Findlingen und aus Baumstämmen. Im Park gibt es einen „Bewohner“, den in Bonames jeder kennt. Er heißt „Herr Sondermann“ und ist eine überlebensgroße Figur des bekannten Karikaturisten Bernd Pfarr. Er hat diese Figur erfunden und gemeint ist damit Gerhard Sondermann, der Gründer des Satiremagazins „Titanic“.

Eine gute Verkehrsanbindung

Bonames ist sehr gut an das Frankfurter Verkehrsnetz angebunden. Schon bei der Eingemeindung 1910 fuhr die Linie 25 der Lokalbahn von Bonames nach Frankfurt und weiter nach Bad Homburg. Heute hat der kleine Stadtteil einen Anschluss an das Frankfurter U-Bahnnetz und die U2 fährt nach Bonames. Noch vor einigen Jahren endete in Bonames die Autobahn 661. In der Folge stieg die Verkehrsbelastung durch den Ort massiv an. Erst als die Autobahn 661 und die Bundesstraße 3a fertiggestellt waren, kam Bonames wieder zur Ruhe. Dazu bedurfte es allerdings einer konsequenten Umgestaltung der alten Durchgangsstraßen. Nur so gelang es schließlich, den Verkehr zu reduzieren. Im Mittelpunkt steht jedoch immer noch die Homburger Landstraße, die für Bonames so etwas wie eine Lebensader ist. Auf dieser wichtigen Straße wälzt sich zur Hauptverkehrszeit die Autoschlange mit Anwohnern und Pendlern.

Bonames kann auf eine lange spannende Geschichte zurückblicken, die bis zu den Römern reicht. Noch heute sind die steinernen Zeugen aus der Vergangenheit sichtbar, Bonames selbst hat sich zu einem modernen Stadtteil entwickelt. Der kleine Ort hat sich seinen dörflichen Charme mit Fachwerkhäusern und gepflegten Vorgärten bewahrt. Auf der anderen Seite ist Bonames auch ein Stadtteil von heute mit der dazu passenden Architektur. Bei jungen Familien erfreut sich Bonames einer großen Beliebtheit, weil die Mieten dort im Vergleich zu anderen Stadtvierteln noch bezahlbar sind.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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