Bergen-Enkheim – das kleine Dorf am Rande der Stadt

Bergen-Enkheim - das kleine Dorf am Rande der Stadt

Die Annehmlichkeiten einer Großstadt genießen, aber ruhig und entspannt auf dem Lande wohnen – viele Menschen träumen von einer solchen Mischung. Wer in Frankfurt arbeitet, aber ländlich-gemütlich leben möchte, der sollte nach Bergen-Enkheim ziehen. Bergen-Enkheim ist ein malerisches Dorf am Rande der Stadt und der Stadtteil von Frankfurt, der am weitesten im Osten liegt. Das Dorf hat eine lange Geschichte, die mit zwei Orten, nämlich Bergen und Enkheim beginnt.

Bergen-Enkheim in Zahlen

Bergen-Enkheim ist einer der flächenmäßig großen Ortsteile von Frankfurt, was aber den Dorfcharakter nicht beeinflusst:

Fläche:12,54 Quadratkilometer
Einwohner: 18.129
Stadtteil seit:1977
Gehört zum Ortsbezirk:Bergen-Enkheim

Die Geschichte von Bergen-Enkheim

Schon im frühen Mittelalter waren die beiden Orte Bergen und Enkheim von großer strategischer Bedeutung. Durch einen sehr steilen Hang voneinander getrennt, gehören die beiden Dörfer zur Grafschaft Hanau-Münzenberg. Bergen wird im Jahre 907 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und schon 1151 hatte das Dorf eine eigene Pfarrei. Damals war die Familie Schelme von Bergen im Ort ansässig und residierte auf der Wasserburg Gruckau (auch Schelmenburg genannt), in der heute die Jugendmusikschule untergebracht ist. Obwohl Bergen keine Stadtrechte hatte, schützte eine Stadtmauer das Dorf, von ihr ist nur der Weiße Turm geblieben. Imposant ist auch das alte Rathaus, das zwischen 1300 und 1350 im gotischen Stil entstand. In Enkheim siedelten schon zur Römerzeit Menschen, erwähnt wird das Dorf allerdings erst 806. 1327 kommen Bergen und Enkheim zusammen, aber erst 1968, kurz vor der Eingemeindung nach Frankfurt, bekam Bergen-Enkheim endlich das Stadtrecht.

Ein Ort und viele Privilegien

Bevor Bergen-Enkheim im Rahmen der Gebietsreform zu Frankfurt kam, handelte die kleine Gemeinde sehr geschickt noch einige Privilegien aus. So bekam Bergen-Enkheim einen eigenen Etat für den Ortsbeirat. Seit 1974 vergibt der Ort den „Stadtschreiber von Bergen“, einen wichtigen Literaturpreis, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Zudem darf der Sieger ein Jahr lang kostenlos im „Stadtschreiberhaus“ wohnen. Seit der Eingemeindung übernimmt Frankfurt die Kosten für den Preis. Die meisten Preisträger wohnen gerne in ihrem gewonnenen Domizil auf Zeit. Das Haus steht in einem eher abgelegenen Ortsteil und bietet einen herrlichen Panoramablick auf das Rhein-Main-Gebiet. Wenn das Wetter mitspielt, dann reicht die Aussicht bis zum Spessart und zum Odenwald.

Wohnen auf dem Lande

Die Region um Bergen-Enkheim ist vom Übergang des Maintals in eine nördlich davon liegende sanfte Hügellandschaft geprägt. Diese schöne Landschaft beginnt mit dem Berger Rücken, sie geht dann nach Nordosten und führt schließlich in die Wetterau. Die vielen Hanglagen in südlicher Richtung sind perfekt für die Landwirtschaft und für Streuobstwiesen. Bergen-Enkheim liegt östlich von Frankfurt und gilt als eine Art Einfalltor für viele Arbeitnehmer, die jeden Tag pendeln müssen. So ist die Vilbeler Landstraße eine der wichtigsten Straßen der Stadt. Bergen-Enkheim selbst ist Natur pur. Das rund 8,6 Hektar große Naturschutzgebiet Enkheimer Ried erstreckt sich entlang eines alten Mainarms und der vom Maintal aus kommende Riedgraben speist dabei mehrere große Teiche. Im Naturschutzgebiet ist der Eisvogel heimisch, Schildkröten nehmen auf ins Wasser ragenden Ästen ein Sonnenbad und die Großstädter nutzen das Gebiet für lange, erholsame Spaziergänge.

Der Quellenwanderweg

Wer in Bergen-Enkheim die Ferien verbringt oder dort wohnen möchte, der kann nicht nur im Naturschutzgebiet spazieren gehen. Eine schöne Strecke ist auch der sogenannte Quellenwanderweg, der von Seckbach nach Bergen führt und Teil des Grüngürtels ist. Sechs Kilometer lang ist der Wanderweg, die Wanderer müssen 60 Höhenmeter überwinden und finden am Weg 20 gefasste Quellen. Auf Stelen und Tafeln erfahren die Besucher mehr über die Geschichte der einzelnen Quellen und die Nutzung des Wassers in der Geschichte der Menschen. An Quelle 16 entspringt beispielsweise der Röhrborn, dessen Wasser unterirdisch zu einer 350 Meter weiter südlich gelegenen Tränke geleitet wird. Diese Quelle und auch die Tränke gab es bereits im Jahr 1700, wo sie in alten Schriften Erwähnung finden.

Die Schelmenburg von Bergen-Enkheim

Neben der modernen Stadthalle in Bergen-Enkheim steht die „Schelmenburg“, ein kleines hübsches Wasserschlösschen aus dem Jahr 1700. Ihren Namen verdankt die Burg ihren einstigen Bewohnern. Diese waren zwar nicht besonders schelmisch und gewitzt, sie hießen einfach nur von Schelmen. Von dem früher prächtigen Hofgut ist heute nur noch das pittoreske Wasserschloss erhalten geblieben, das auf den Grundmauern einer alten Burg steht. Die Familie von Schelmen ist bereits seit 1768 ausgestorben und im Laufe der Zeit wechselte der Besitzer der Burg einige Male. 1942 kaufte Bergen-Enkheim schließlich die Schelmenburg und verpachtete sie weiter. Nach einer großen Renovierung Ende der 1960er Jahre war das Wasserschloss Gemeindebücherei, Vereinsheim und Sozialstation. Heute ist dort die Jugendmusikschule zu Hause, auch viele Vereine aus Bergen-Enkheim haben dort ihre Büros. Auf dem Vorplatz der Burg führen Laienschauspieler aus dem Ort alle vier Jahre das Theaterstück „Der Schelm von Bergen“ auf.

Noch mehr Sehenswürdigkeiten

Die „Burg der Schelme“ ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit in Bergen-Enkheim. Sehenswert ist auch das historische Rathaus, das im 14. Jahrhundert entstand. Im Mittelalter diente das schöne Fachwerkhaus nicht nur als Amtsstube, sondern auch als Gerichts- und Markthalle. Aktuell ist das Baudenkmal aber leider für Besucher gesperrt. Das Heimatmuseum, das bisher im alten Rathaus seinen Platz hatte, musste kurzfristig ausziehen. Die Bausubstanz lässt zu wünschen übrig und es gibt immer wieder neue Schäden und neue Baustellen. Die Stadt möchte das alte Rathaus gerne erhalten, allerdings ist die Sanierung eine Kostenfrage. Wann saniert wird, steht daher noch nicht fest. In Bergen-Enkheim steht einer der ungewöhnlichsten Kirchen Frankfurts. Die 1972 geweihte Heilig-Kreuz-Kirche erinnert in ihrem Aussehen an eine Pyramide. Bekannt ist die Kirche für ihr hochkarätiges Musikprogramm. Der Gemeinde gelingt es immer wieder, bekannte Musiker für Konzerten in der Kirche zu gewinnen.

Modern, aber immer bodenständig, ländlich, aber mit einem kurzen Weg in die Großstadt – Bergen-Enkheim hat alles das zu bieten. Viele Pendler, die dort wohnen, sind schnell in Frankfurt und können nach Feierabend die ländliche Ruhe und Idylle genießen. Alte schöne Fachwerkhäuser und moderne Bauten bestimmen das Stadtbild der Gemeinde im Osten von Frankfurt. Wer in Bergen-Enkheim lebt, der muss zum Einkaufen nicht in die Mainmetropole fahren, mit dem Hessen-Center hat die Gemeinde eines der vier Einkaufszentren von Frankfurt. Zur hohen Lebensqualität tragen neben dem Freibad im Grünen, auch das moderne Hallenbad und die Kneipp-Anlage bei.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

Romantische Orgelwerke (gespielt an der großen Förster und Nicolaus-Orgel in St. Nikolaus, Frankfurt / Bergen-Enkheim) *
  • Jane Parker-Smith, Romantische Orgelwerke (gespielt an der großen Förster und Nicolaus-Orgel in St. Nikolaus, Frankfurt / Bergen-Enkheim)
  • Motette (Harmonia Mundi)
  • Audio CD
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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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