Mainfest – die Frankfurter feiern ihren Fluss

Mainfest - die Frankfurter feiern ihren Fluss

Frankfurt hat eine Vielzahl von Festivitäten, die das ganze Jahr ausfüllen. Es gibt aber ein Fest, das hat einen ganz besonders hohen Stellenwert – das Mainfest. Das Fest am Ufer des Mains ist das große Highlight im Sommer und verleiht der Innenstadt von Frankfurt einen ganz besonderen Zauber. Das Mainfest ist ein echter Klassiker, ein Fest für die ganze Familie, das jedes Jahr Tausende Frankfurter und Gäste begeistert. Auch wenn die Kulisse sich geändert hat, das Fest am Main hat eine sehr lange Tradition, die bis in 14. Jahrhundert zurückreicht.

Das Mainfest – eine sehr lange Geschichte

Der 23. Juli 1340 war ein wichtiger Tag in der Frankfurter Stadtgeschichte. An diesem Tag wurde am südlichen Ufer des Mains die Dreikönigskirche geweiht und aus diesem Anlass feierten die Bürger ein großes Fest. Sie dankten dabei ihrem Fluss, dem Main, der der Stadt Reichtum beschert hatte. Es gab Ochsen am Spieß für alle Frankfurter, aus dem Gerechtigkeitsbrunnen floß an diesem besonderen Tag kein Wasser, sondern Wein und es gab viele Belustigungen für das Volk. Dazu gehörte das Gänserupfen ebenso wie das Entenangeln und auch das Fischstechen im Main war ein spannendes Ereignis für die Frankfurter Bürger. Bis heute sind einige dieser Bräuche erhalten geblieben, so fließt beim Mainfest zur Eröffnung noch immer Wein statt Wasser aus dem Gerechtigkeitsbrunnen.

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Ein Dankeschön an den Fluss

Das Mainfest war in den vergangenen Jahrhunderten immer ein Dankeschön an den Fluss, der sich wie eine Lebensader durch die Stadt zieht. Sind es heute die Wolkenkratzer der Banken, die das Stadtbild bestimmen, so waren es im Mittelalter die Häuser der Patrizier, die am Ufer des Mains standen. Die wohlhabenden Bürger der Stadt ließen sich das alljährliche Mainfest gerne etwas kosten. Sie bezahlten das Böllerschießen ebenso wie die Weinfontänen, die Illuminationen und auch das prächtige Feuerwerk, das bis heute der Höhepunkt des Festes ist. Die reichen Bürger und Kaufleute zeigten auch, wie gut es ihnen ging, beispielsweise, wenn sie in einem Korso auf dem Main entlang fuhren. Nachdem die Innenstadt von Frankfurt im Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche gelegt wurde, gab es kein Mainfest mehr. Erst der damalige Oberbürgermeister der Stadt, Dr. Walter Kolb, setzte die Tradition fort.

Das Mainfest im Exil

Die Frankfurter sind sehr stolz auf das Mainfest, es ist das vielleicht wichtigste Fest der Bürger im Jahr. Umso schlimmer traf die Frankfurter Anfang der 1970er Jahre die Meldung, dass das beliebte Fest nicht mehr wie gewohnt auf dem Römerberg, sondern im Ostpark stattfinden sollte. Baumaßnahmen hatten diesen Umzug erforderlich gemacht. Der vorübergehende Standort kam bei den Bewohnern der Mainmetropole nicht sonderlich gut an. Zum ersten Mal konnte das Fest zu Ehren des Mains keine neuen Besucherrekorde verzeichnen. Erst als das Mainfest ab 1973 wieder an seinem alten Platz zwischen dem Römerberg und dem Mainkai stattfand, war die Welt endlich wieder in Ordnung. Bis heute wird vor einer wunderschönen Kulisse direkt am Ufer des Mains gefeiert. Wer mitfeiern möchte, der kann das in der Nacht von Freitag auf Samstag von 12:00 Uhr bis 01:00 Uhr und von Sonntag bis Montag zwischen 12:00 Uhr und Mitternacht.

Spiel, Spaß und gute Unterhaltung

Wenn am 3. August 2018 das Mainfest eröffnet wird, dann können sich die Frankfurter und ihre zahlreichen Gäste auf ein abwechslungsreiches Fest freuen. Bis zum 6. August verwandelt sich die Innenstadt von „Mainhattan“ in einen bunten Jahrmarkt. Mit dabei sind Fahrgeschäfte, ein großes kulinarisches Angebot und ein Volksfest für junge und alte Frankfurter. Schon beim ersten Maifest 1340 haben sich die Teilnehmer beim Fischstechen gemessen und diesen Brauch gibt es bis heute. Dabei handelt es sich streng genommen um ein Lanzenturnier, das allerdings nicht an Land, sondern auf Booten auf dem Main ausgetragen wird. Die Teilnehmer versuchen, sich gegenseitig aus dem Boot in den Fluss zu befördern. Das Publikum am Ufer verfolgt diese Bemühungen mit großer Spannung und Begeisterung. Wasserscheu dürfen die Teilnehmer dabei nicht sein, denn es kann sehr schnell passieren, dass der Verlierer ein erfrischendes Bad im Main nehmen muss. In früheren Zeiten kämpften die Fischer um die besten Plätze auf dem Fischmarkt, heute ist es nur ein erheiterndes Abenteuer, was die Zuschauer bestens unterhält.

Bequem anreisen

Wie bei allen Festen im Frankfurter Stadtgebiet, so ist es auch beim Mainfest in der Innenstadt immer die bessere Wahl, das Auto zu Hause zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Wer mit den Straßenbahnlinien 11 oder 12 fährt, steigt an der Station Römer/Paulskirche oder am Willy-Brandt-Platz aus. Alle, die mit den U-Bahnen U4 und U5 unterwegs sind, fahren bis zur Haltestelle Dom/Römer. Von dort aus sind es dann nur noch wenige Gehminuten bis zum Festgelände am Ufer des Mains. Für alle Besucher, die auf ihr Auto nicht verzichten möchten, stehen drei Parkhäuser in der Nähe des Festgeländes zur Verfügung. Geöffnet sind die Parkhäuser am Dom/Römer, an der Hauptwache und am Konstabler.

500 Meter buntes Jahrmarkttreiben

500 Meter lang ist die Strecke am nördlichen Ufer des Mains. Neben einer Achterbahn ist dort auch ein Kinder- und ein Kettenkarussell zu finden. Der Breakdancer hat auf den 500 Meter Mainufer seinen Platz gefunden, bei Dunkelheit ist das Riesenrad im Schatten der Banktürme besonders gut besucht. Am letzten Abend wird um 22:00 Uhr über dem Main ein Feuerwerk entzündet. Dieses Spektakel vom Riesenrad aus zu erleben, ist ein besonderes Highlight. Von dort oben bietet sich ein einzigartig schöner Blick auf Frankfurt und den Main. 108 Spielgeschäfte, Gastrostände und vor allem Imbissstände sind auf dem Mainfest zu finden. Es duftet nach Bratwurst, Ochsen vom Spieß, nach Flammlachs und Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und Apfelwein. Am Römer steht eine Bühne und hier lauschen die Besucher Livemusik zum Mitsingen und Tanzen.

Das erste Mainfest war ein Meilenstein in der Stadtgeschichte von Frankfurt. Bis heute feiern die Bürger den Main, obwohl er keine so wichtige Rolle mehr spielt, wie es noch im Mittelalter der Fall war. Für die Frankfurter ist es ein Stück ihrer Geschichte. Das erklärt auch die hohen Besucherzahlen, die das Fest am Ufer des Mains jedes Jahr erreicht. Sie kommen in „Frankfurts gute Stube“ am Römer, um zu feiern und um Traditionen wieder zu beleben.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / pandionhiatus3

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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