Höchster Schloßfest – Frankfurt vielleicht schönstes Stadtteilfest

Höchster Schlossfest - Frankfurt vielleicht schönstes Stadtteilfest

Stadtteilfest und Gartenparty, Konzerte und Festwochen, Führungen und Feiern – das Höchster Schloßfest ist von allem ein bisschen. Genau das macht dieses schöne Stadtteilfest so attraktiv. Vor 62 Jahren ins Leben gerufen, ist das Höchster Schloßfest heute eines der beliebtesten Feste in Frankfurt und wer Zeit hat, der lässt sich dieses besondere Event im Stadtteil Höchst nicht entgehen. 1957 schlug die Geburtsstunde des Festivals und damals mussten die Gäste für ein Glas Apfelwein nur 27 Pfennige bezahlen. Die Zeiten haben sich geändert, aber der Zauber des Festivals rund um das Schloß in Höchst blieb erhalten.

Das Alte Schloß von Höchst

Das Höchster Schloß ist heute eines der Wahrzeichen von Frankfurt. Als das Alte Schloß im 14. Jahrhundert erbaut und im 16. Jahrhundert fertiggestellt wurde, war es lediglich der Amtssitz des Erzbistums Mainz. Auf dem Gelände des Alten Schloßes stand einst eine Zollburg aus dem 14. Jahrhundert, aus dieser Zeit ist leider nur der Bergfried im gotischen Stil erhalten. 1681 bekam der Bergfried aber eine Haube im barocken Stil, und das machte aus dem imposanten Bauwerk ein echtes Unikat. In der Haube war die Sturmglocke zu finden, die immer dann geläutet wurde, wenn es brannte oder wenn ein Unwetter Schäden angerichtet hatte. Heute ist das Alte Schloß ein Museum, in dem die Besucher alles über die lange und wechselvolle Geschichte der Stadt Höchst erfahren.

Das neue Schloß

Wann genau das Neue Schloß entstanden ist, darüber gibt es keine gesicherten Daten. Der schöne Bau stammt aber sehr wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert und wird in alten Aufzeichnungen der „Cavaliersbau“ genannt. Das Neue Schloß diente lediglich als Haus für die Gäste. 1803 bekam das Neue Schloß in Höchst mit dem Herzogtum Nassau einen neuen Besitzer und diente ab 1866 der preußischen Finanzverwaltung als Dienstgebäude. Die Hoechst AG kaufte Anfang der 1960er die komplette Schlossanlage und nutzte sie ebenfalls als Gästehaus. Als das Schloss aber in den Besitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kam, begann nach und nach die Sanierung des schönen Gebäudes. Heute dient es als ein sehr exklusiver Veranstaltungsort mit einem gehobenen gastronomischem Angebot und natürlich als wunderbare Kulisse für das Höchster Schloßfest.

Das Höchster Schloßfest – vier Wochen Spaß und Kultur

Das Höchster Schloßfest ist eine der wenigen Großveranstaltungen im Festkalender der Stadt Frankfurt. Seit 1957 findet das beliebte Fest immer von Mitte Juni bis Mitte Juli statt. Im Fokus stehen dabei die Höchster Altstadt und natürlich die Schlossanlage mit dem Alten und dem Neuen Schloß. In den vier Wochen gibt es eine wahre Fülle an ganz unterschiedlichen Veranstaltungen, die zum Teil von öffentlichen Stellen, zum Teil aber auch von Höchster Bürgern durchgeführt werden. Besonders aktiv sind die zahlreichen Vereine, und auch die Kirche trägt jedes Jahr dazu bei, dass das Höchster Schloßfest ein großer Erfolg wird. So gibt es im Rahmen des Höchster Orgelsommers in der Justinuskirche viele Orgelkonzerte. Am Ufer des Main findet eine Kerb, also eine traditionelle Kirchweih statt und auf der Bühne am Höchster Schloß tanzen die Besucher in eine laue Sommernacht hinein.

Kabarett, Kleinkunst und Konzerte

Jedes Jahr steht das Höchster Schloßfest unter einem anderen Motto und in diesem Jahr lautet dieses Motto: „Höchst putzt sich raus – E sauber Sach mit #cleannffm“. Die Sauberkeit steht in diesem Jahr im Mittelpunkt. Die meisten Besucher interessieren sich jedoch eher für die vielen Konzerte auf der Open-Air-Bühne, die Beträge von Kabarettisten wie beispielsweise Bodo Bach und die vielen Kleinkunst-Events im Rahmen des Höchster Schloßfestes. So gibt es am Freitag, den 22. Juni die schönsten Lieder und Gedichte in Frankfurter Mundart und am Samstag wird im Pfarrgarten der Justinuskirche Theater gespielt. Gegeben wird der Schwank „Nichts als Kuddelmuddel“. Für die Kinder gibt es einen Musical-Workshop, wo die kleinen Festbesucher tanzen, singen und schauspielern können. Jazz aus Europa ist am Samstag, den 23. Juni in der Justinuskirche zu hören und am Sonntag, den 1. Juli findet am Abend der „Tanz unter den Linden“ statt. Das alles ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem bunten Programm, das die Vereine für das Höchster Schloßfest auf die Beine gestellt haben.

Das Höchster Schloßfest – eine Chronik

Beim ersten Höchster Schloßfest im Jahre 1957 trug eine amerikanische Militärkapelle Musikstücke vor und die Mitglieder der Höchster Turnvereins turnten am Barren. Die Feuerwehrkapelle spielte zum Tanz auf, es gab Volkstänze und zum Schluss des Festes gab es eine Polonaise durch den Schlossgarten. Zehn Jahre später, 1967 trat das Niederländische Tanztheater auf und das Ballett der Staatsoper Stuttgart tanzte „Romeo und Julia“. Der „Othello“ von Verdi stand auf dem Programm und die städtischen Bühnen begeisterten die Besucher mit einem Schauspiel von Goethe. Opern von Mozart und Operetten, Serenadenkonzerte und Ausstellungen haben dieses Höchster Schloßfest abgerundet. Weitere zehn Jahre später gab sich das Fest modern und weltoffen. Die Besucher konnten 1977 einer Hundeschau zusehen, an einem Mal- und Zeichenwettbewerb teilnehmen und beim Äbbelwoi einer Jazzband lauschen. Es gab Frühkonzerte, Chorkonzerte, Platzkonzerte, Schachturniere und auch wenn es vielleicht komisch klingt, einen Stoßdämpfer- und Abgastest.

Ein Fest aus vielen Bausteinen

An der Chronik lässt sich erkennen, dass das Höchster Schloßfest immer wieder andere Schwerpunkte hatte. Im Unterschied zu damals ist das Schloßfest in Höchst aber heute ein Fest, was sich aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammensetzt. Lag der Schwerpunkt im Gründungsjahr 1957 noch bei familientauglicher Unterhaltung, so war es den Veranstaltern 1967 sehr wichtig, Kultur pur zu vermitteln. 1977 gab sich das Höchster Schloßfest intellektuell, legte aber zugleich einen Schwerpunkt auf die Musik. Die Schloßfeste der letzten Jahre bestanden aus vielen Bausteinen, die zusammen eine perfekte Mischung ergeben. Das Schloßfest ist nicht nur ein gemütliches Altstadtfest, sondern auch ein aufregender Vergnügungspark und eine kulturelle Veranstaltung für die ganze Familie.

Es gibt nicht viele Feste, die so abwechslungsreich sind, wie das Schloßfest im Frankfurter Stadtteil Höchst. Jedes Jahr schaffen es die Veranstalter, ein neues Fest zu kreieren, auf dem sich Besucher jeden Alters wohlfühlen. Die vielen Vereine, die maßgeblich zum Gelingen des Festes beitragen, lassen sich immer wieder etwas Tolles einfallen. In diesem Jahr findet das Schloßfest vom 30. Juni bis zum 9. Juli statt und auch 2018 warten wieder viele Überraschungen auf die zahlreichen Besucher. Französischer Gourmet Markt, Orgelsommer, Kerb und Altstadtfest – Höchst hat für alle etwas zu bieten.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Hackman

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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