Darum sind Sportkurse in Frankfurter Parks nicht mehr erlaubt

Darum sind Sportkurse in Frankfurter Parks nicht mehr erlaubt

In China ist es völlig normal, wenn sich Menschen in öffentlichen Parks treffen, um dort zusammen Sport zu treiben. Auch in den Frankfurter Parks gab es immer mehr Sportangebote, bis die Stadt den Kursen in Thai Chi, Yoga, Pilates oder Mamafitness einen Riegel vorschob. Aber das ist noch nicht alles, die Stadt geht jetzt auch gegen die kommerziellen Anbieter dieser Kurse in den Parks vor.

Keinen Gewerbeschein

Für die Sportler im Frankfurter Holzhausenpark war es schon ein Schock, als plötzlich die Polizei auftauchte und bei den Trainern nach einem Gewerbeschein fragte. Es ist verboten, die öffentlichen Grünflächen kommerziell zu nutzen, und wer es trotzdem macht, muss mit einer Strafe von bis zu 1000 Euro rechnen. Das sagt die Grünanlagensatzung der Stadt Frankfurt. Neu ist allerdings, dass die Stadt auch gegen die kommerziellen Anbieter von Sportkursen vorgeht und dass sie Kontrollen schickt. Dabei hat die Nachfrage nach diesen Kursen im vergangenen Jahr stark zugenommen, vor allem Thai Chi und Yoga waren gefragt. So wuchs die Gemeinde der Sportler besonders im Holzhausenpark und die Grünflächen nahmen immer mehr Schaden. Zu diesen Schäden kam dann noch der Extremsommer, der den Wiesen den Rest gab.

Die Stadt will die Kontrolle zurück

Die Stadt Frankfurt will die Kontrolle über ihre Grünflächen wieder haben. Das gilt vor allem, wenn es sich um einen Park wie den frisch sanierten Holzhausenpark handelt. Die öffentlichen Parks sind nicht als Sportstätten gedacht und wer Thai Chi unterrichten will, der soll das in seinem eigenen Studio tun. Die Kursleiter können nicht einfach zum Grünflächenamt der Stadt gehen und dort eine Genehmigung bekommen, die ihnen das Recht gibt, in einem der Park zu unterrichten. Ausnahmen wird es keine geben, so das Amt, denn dann hätte ein Verbot keinen Sinn mehr.

In anderen Großstädten üblich

Weder die Yoga-Lehrer noch diejenigen, die für ihre sportlichen Aktivitäten in den Park gehen, können die Haltung der Stadt verstehen. Viele, die Kurse anbieten, können sich keine eigenen Studios leisten, noch haben sie einen privaten Garten. Sport in städtischen Grünanlagen ist in vielen großen Städten vollkommen normal, beispielsweise in New York City, wo die Menschen zum Sport unter anderem in den Central Park gehen. Selbst in Weiterstadt, in der Nähe von Darmstadt sehen es die Stadtväter nicht so eng, wenn die Bürger auf öffentlichen Rasenflächen turnen. Frankfurt vergibt hier nach Ansicht seiner Kritiker eine Chance, von diesen Aktivitäten zu profitieren. Dabei kommen die Kurse gut an, da es vielen Menschen Spaß macht, sich an der frischen Luft in einer landschaftlichen schönen Umgebung zu bewegen.

Sportler wie auch Sportlehrer sind vom harten Vorgehen der Stadt enttäuscht und haben jetzt eine Onlinepetition ins Leben gerufen. Mehr als 600 Menschen haben diese Petition bereits unterschrieben. Die Stadt Frankfurt kann den ganzen Trubel nicht verstehen. Alle Sportgruppen, die keine formale Struktur haben, dürfen auch weiter Sport treiben. Es gibt viele öffentliche Fitnessanlagen und auch Sporteinrichtungen, die die Bürger jederzeit kostenlos nutzen können. Die Kursleiter hingegen sind ratlos, sie haben ihre Kurse abgesagt und auf diese Weise ihre Konsequenzen gezogen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / val_th

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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