Das Bullen - Graffiti sorgt einmal mehr für großen Ärger

Das „Bullen“ – Graffiti sorgt einmal mehr für großen Ärger

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und es gibt eine gewisse künstlerische Freiheit. Um beides, den guten Geschmack und um die Freiheit der Kunst wird in Frankfurt in diesen Tagen heftig gestritten. Der Grund ist an der Hauswand des Autonomenzentrums Klapperfeld zu bewundern. Dort prangt das sogenannte „Bullen“- Graffiti, ein „Gemälde“, das dem Stil der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ nachempfunden wurde. Es zeigt einen dicken Polizisten und die Darstellung ist alles anders als freundlich.

Spruch und Bild stören

Neben dem Graffiti, das einen amerikanischen Polizisten zeigt, der sich den Lauf seiner Waffe in den Mund steckt, ist der Spruch „Niemand muss Bulle sein“, zu lesen. Wenn es nach der FDP geht, dann müssen sowohl das Graffiti als auch der Spruch verschwinden. Besonders pikant an der Geschichte ist jedoch, dass das Gebäude im Gerichtsviertel der Stadt Frankfurt gehört, die es seit 2009 an ein linkes Kulturzentrum vermietet. Das Zentrum, ein früheres Polizeigefängnis, gilt als ein Treffpunkt der gewaltbereiten Autonomen-Szene. Nicht weiter verwunderlich ist daher, dass das, was die Linksextremen in diesem Zentrum tun, für heftige Kritik sorgt.

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Die FDP will Klarheit

Die FDP hat schon vor einigen Monaten von der zuständigen Stadträtin von der SPD verlangt, das polizeifeindliche Graffiti nebst dem Spruch endlich entfernen zu lassen. Da die Stadt der Vermieter ist, könnte sie das ohne Probleme veranlassen, aber die Mehrheit der Stadtverordneten hat den Antrag der FDP abgelehnt. Die Stadträtin fühlt sich nun an das Votum gebunden. Es gibt jedoch einen möglichen Kompromiss: Das Wort „Bulle“ soll verdeckt werden. Das war bereits einmal der Fall, aber die Autonomen haben die Verdeckung entfernt. Wenig Verständnis für das Graffiti hat auch der Frankfurter Polizeipräsident. Er nennt es eine „geschmacklose Aktion“, die die Polizei diskreditiert. Jetzt wollen die Freien Demokraten das Ärgernis rund um das Zentrum wieder auf die Tagesordnung setzen lassen.

Keine Berufsberatung

Für Spaßvögel aus der Autonomen-Szene ist der Spruch an der Wand des Zentrums eine Art Berufsberatung und damit mit einer Portion Zynismus zu betrachten. Der Spruch stammt allerdings von der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, die ganz offen zugeben, dass sie die Polizei hassen. In ihrem Lied singt die Band „Niemand muss Bulle sein! Und das Hass – der steigt! Und unsere Wut – sie treibt“. Auch die Zeilen „Ich mach mich warm, weil der Dunkelheitseinbruch sich nähert. Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt.“ Vielleicht ist der Spruch zusammen mit dem Graffiti auch nur als eine Provokation zu sehen, denn die Innenstadtwache der Polizei liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Autonomenzentrum.

Dass es nicht bei geschmacklosen Graffitis und dummen Sprüchen bleibt, hat die Autonome-Szene 2015 gezeigt. Damals zündeten die Chaoten mehrere Einsatzwagen der Polizei an, Anlass war die Eröffnung der EZB. In Zeiten immer größerer Respektlosigkeit gegenüber der Polizei ist es verständlich, dass die Bürger sich mit der Kunst an der Hauswand nicht so recht anfreunden können. Auch der Ärger des Frankfurter Polizeipräsidenten ist verständlich. Das „Kunstwerk“ zeigt eine große Geringschätzung gegenüber der nicht immer einfachen Arbeit von Polizeibeamten. Zudem wird die Darstellung in keiner Weise mehr der Rolle der Polizei gerecht.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / magann

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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