Frankfurts Ausgehviertel hat ein großes Problem

Frankfurts Ausgehviertel hat ein großes Problem

Alt-Sachsenhausen ist nicht nur für Touristen ein beliebtes Viertel zum Ausgehen, auch viele Frankfurter verbringen hier den Feierabend. Die Polizei und das Ordnungsamt haben jetzt die Lokale im Kneipenviertel genauer unter die Lupe genommen. Was sie dort teilweise fanden, ist allerdings erschreckend. Insgesamt waren es 16 Lokale in Alt-Sachsenhausen, die die Ordnungsbehörden überprüft haben, in zwei Fällen gab es nur eine Lösung: die sofortige Schließung der beiden Lokale.

Ungeziefer ist an der Tagesordnung

Welche Lokale das Ordnungsamt schließen musste, ist leider nicht bekannt, in einem Fall soll es sich jedoch um ein Restaurant in der Wallstraße handeln. Dort stellten Polizei und Ordnungsamt einen starken Befall mit Ungeziefer fest, ein Problem, das vielen Wirten in Alt-Sachsenhausen bekannt ist. Viele Häuser im Kneipenviertel sind schon sehr alt, es gibt Ritzen im Mauerwerk und sie gelten als Einfallstor vor allem für Kakerlaken. Die Vermieter müssen peinlich genau aufpassen, dass sich nicht wieder Ungeziefer einschleicht und der Kammerjäger kommen muss. Ungeziefer wie Kakerlaken sind jedoch nicht das einzige Problem in Alt-Sachsenhausen, es gab noch mehr zu beanstanden.

Viel Müll und noch mehr Dreck

Aus Datenschutzgründen dürfen Polizei und Ordnungsamt die Namen der beiden geschlossenen Lokale nicht nennen. Jetzt ist allerdings durchgesickert, dass es sich beim zweiten Lokal um eine Schankwirtschaft handelt, die Straße bleibt aber unbekannt. In diesem Lokal waren Kakerlaken kein Thema, aber das Lokal war völlig verdreckt und komplett zugemüllt. An eine Bewirtung von Gästen ist nicht mehr zu denken. Wie lange die beiden Lokale im Kneipenviertel von Alt-Sachsenhausen geschlossen bleiben, steht noch nicht fest. Die Wirte haben jetzt die Gelegenheit, alle Mängel zu beseitigen, dann wird noch einmal kontrolliert. Ist alles in Ordnung, dann steht einer Wiederöffnung nichts mehr im Wege. Die Polizei nennt die Namen auch deshalb nicht, weil sie den Wirten einen neuen Start ermöglichen möchte.

Nicht nur die mangelnde Hygiene ist ein Problem

Polizei und Ordnungsamt waren in der Färbergasse, in der Frankensteiner Straße, in der Klappergasse und in der Paradiesgasse unterwegs. Auf dem Einsatzplan standen außerdem die Kleine und die Große Rittergasse. Neben Dreck, Müll und Ungeziefer haben die Beamten jedoch noch andere Dinge ans Tageslicht befördert. So hat die Polizei Geldspielgeräte gefunden, ohne dass die Wirte eine Zulassung hatten. Einige Gastwirte hatten zwar eine Zulassung, aber diese war schon lange abgelaufen. Drei als gestohlen gemeldete Geldbeutel sind wieder aufgetaucht und die Polizei konnte einen mit Haftbefehl gesuchten Mann dingfest machen. Einige Autos standen im Halteverbot, die Halter der Wagen fanden die Beamten in einem Lokal in der Färbergasse. Sie haben die Besitzer sofort zur Kasse gebeten.

Die Wirte in Alt-Sachsenhausen begrüßen diese Aktionen von Polizei und Ordnungsamt. Sie helfen dabei, den Ruf des Frankfurter Kneipenviertels zu verbessern. Tanzt nur einer der Wirte aus der Reihe, dann müssen alle anderen darunter leiden. Ein großes Problem ist, dass die Betreiber mancher Lokale sehr oft wechseln. Da wird ein Lokal geschlossen und eine Woche später macht ein Onkel des Wirts die Kneipe wieder auf. Das macht die Kontrollen für die Behörden schwierig, aber sie wollen unbedingt am Ball bleiben und weitermachen, so das Ordnungsamt.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Savvatexture

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.