Wie Trumps Wirtschaftspolitik zur Falle wird

Wie Trumps Wirtschaftspolitik zur Falle wird

Strafzölle – das Wort hängt wie in Damoklesschwert über den wichtigen Wirtschaftsnationen dieser Welt. Der amerikanische Präsident Donald Trump will Strafzölle erheben und zieht damit nach der Meinung von Wirtschaftsexperten in einen Handelskrieg. Trump sieht seine Wirtschaftspolitik allerdings nur unter dem Motto „America First“. Seine Aktion, mit der er alle überrascht hat, richtet sich angeblich nur gegen eine weitere große wirtschaftliche Macht – China. Bislang hat Peking freilich sehr gelassen reagiert, im Unterschied zum Nachbarn Kanada und Europa.

Die vielen Feinde

Nach Ansicht von Präsident Trump hat Amerika jede Menge Feinde. Es gibt Feinde im Inneren, aber vor allem äußere Feinde. Neben den Europäern gehören die Chinesen zu seinem Feindbild, denn sie wollen die USA zerstören, so Trump. Aus China kommt die Billigware, die bei der Herstellung auch noch vom Staat subventioniert wird und mit der dann die Märkte überall auf der Welt überschwemmt werden. Auf diese Weise wird die amerikanische Wirtschaft förmlich davon gespült. Deshalb sollten die Chinesen jetzt bluten, wenn sie auf Aluminium und Stahl Strafzölle zahlen müssen. Die Chinesen allerdings können den Plänen des amerikanischen Präsidenten sehr gelassen entgegen sehen. Der Handel mit Stahl und Aluminium zwischen den USA und dem Reich der Mitte ist zur Zeit auf jeden Fall noch überschaubar.

Trump handelt

Trump ist einer der wenigen Politiker, die nicht nur reden, sondern auch entsprechend handeln. Andere Politiker auf dieser Welt haben damit große Probleme. Trump sagt schon seit einiger Zeit, dass er den globalen Handel etwas fairer machen möchte. Trump will den Handel beeinflussen, damit er vor allem den USA nutzt und entsprechend handelt er jetzt. Auf lange Sicht gesehen kann das China sehr schaden, denn die Volksrepublik hat den höchsten Exportüberschuss. Aber die Chinesen haben nicht die Absicht, gegen die USA in einen Handelskrieg zu ziehen, und das hat gute Gründe. Peking geht einem offen ausgetragenen wirtschaftlichen Konflikt mit den USA zum einen aus dem Weg, weil sich das Land schwach fühlt. Aus China kommen daher nur moderate Töne, während die EU mit Jean Claude Juncker an der Spitze Trumps Wirtschaftspolitik massiv kritisiert. Zum anderen waren die Chinesen von der Aktion der USA nicht überrascht, in Peking war klar, dass etwas passieren würde, die Frage war nur wann.

China taktiert

Ohne Zweifel hat die Volksrepublik große Überkapazitäten bei der Produktion von Stahl. Genau das sorgt seit einigen Jahren für einen enormen Preisverfall und weltweit für sehr niedrige Margen. Angeblich hat Peking das Problem bereits erkannt und will damit beginnen, die Kapazitäten abzubauen. Nur noch wirklich hochwertigen Stahl will in China zukünftig produzieren, für Billigprodukte möchte sich die Parteiführung nicht mehr einsetzen. Ein Großteil der Stahlwerke rund um die Hauptstadt sind bereits geschlossen worden. Das Ganze habe allerdings überhaupt nichts mit der Politik der USA zu tun. China fühlt sich im Moment den Amerikanern auf wirtschaftlichem Sektor nicht gewachsen und daher ist ein möglicher Handelskrieg keine Option.

Die Partei hat Angst

China ist ein riesiges Land, das seit einigen Jahren schon auf ein konstant hohes Wachstum in der Wirtschaft setzt. Ein Handelskrieg mit einem wirtschaftlichen Riesen wie den USA würde eine unheilvolle Spirale aus Reaktionen und Gegenreaktionen auslösen. Unvermeidlich ist dabei, dass beide Länder wirtschaftliche Schäden erleiden. Sollte das Wachstum der Wirtschaft nur wegen eines Konflikts eine Beule bekommen, dann hat das vor allem für die Kommunistische Partei eine fatale Wirkung. Die Menschen im Land sind nur so lange zufrieden, wie der Wohlstand auch wächst, etwas anderes kann die Partei nicht riskieren. China wird daher, so die Meinung von Experten, nicht offensiv, sondern vielmehr taktisch auf die Wirtschaftspolitik von Donald Trump reagieren. Zudem finden die Chinesen sehr wahrscheinlich sogar Verbündete in Europa. Mit deren Hilfe wollen sie dann Trump noch weiter isolieren.

Wen treffen die Strafzölle besonders?

Wie bereits erwähnt, ist der Handel mit Stahl und Aluminium zwischen China und den USA sehr überschaubar. Andere Länder treffen die Strafzölle aber deutlich schwerer. Zu den Ländern, die große Mengen Stahl in die USA importieren, gehören unter anderem die beiden Nachbarländer Kanada und Mexiko, aber auch Südkorea und Brasilien. China trifft die Strafzölle also nur bedingt, andere Länder müssen sich aber große Sorgen machen. Auswirkungen auf den internationalen Handel haben die künftigen Strafzölle hingegen doch. Europa und China haben Präsident Trump aus diesem Grund dazu aufgefordert, mehr Zurückhaltung bei der Nutzung von wirtschaftlichen Instrumenten zu wahren und sich an die globalen Regeln zu halten. Es wäre besser, wenn die USA endlich damit beginnen, einmal positive Wirtschaftspolitik für den weltweiten Handel zu leisten. Von möglichen Gegenmaßnahmen oder einer schärferen Gangart sprach allerdings niemand.

Wie wird Trump reagieren?

Der Präsident ist glücklich, selbst wenn er seine Berater verprellt und seine Freunde wie auch seine Feinde überrascht hat. Die Entscheidung, Strafzölle zu erheben, kam für viele absolut überraschend, obwohl Trump schon einige Zeit damit gedroht hat. Die amerikanischen Stahlhersteller begrüßen die Aktion ihres Präsidenten, die Vertreter der metallverarbeitenden Industrie jedoch warnen vor großen Preisanstiegen. Wirtschaftsexperten befürchten, dass die Strafzölle zu einer Art Bumerang werden, da in den USA 6,5 Millionen Menschen entweder direkt oder indirekt mit der Verarbeitung von Aluminium oder Stahl beschäftigt sind. Die Hersteller von Getränken, die Autoindustrie und auch die Baubranche fürchten zu Recht, dass ihre Produkte teurer werden, wenn die Einkaufspreise für das Rohmaterial nach oben gehen. Außerdem kommen auf die Verbraucher höhere Belastungen zu und auch die Wettbewerbsfähigkeit wird unter den Strafzöllen leiden, sagt zum Beispiel der Autohersteller Ford.

Kanada, die USA und Brasilien wollen mit Gegenmaßnahmen reagieren. Die EU kann sich vorstellen, auf Motorräder, Whiskey und Jeans Strafzölle zu erheben und der Wirtschaftspolitik der USA einen Strich durch die Rechnung zu machen. Schließlich stehen Tausende von Arbeitsplätzen in Europa auf dem Spiel. Christian Lindner, den Chef der FDP, bringt das auf die Idee, großen Unternehmen wie Facebook und Google mal auf die Finger zu sehen. Deren Verhalten auf dem Markt ist für die Wirtschaftspolitik von größerer Entscheidung als die Hersteller von Whiskey und Jeans. Trump lässt sich, wie sollte es anders sein, von der Kritik nicht beeindrucken. Er will einen Handelskrieg führen und er denkt nicht daran, ihn zu verlieren.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / filipefrazao

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.