Hundebesitzer wollen Leinenpflicht abschaffen

Hundebesitzer wollen Leinenpflicht abschaffen

Es sieht nach einem kleinen Aufstand der Hundebesitzer in Frankfurt aus. Sie möchten, dass die Stadt endlich die Leinenpflicht in der Kastanienallee am Holzhausenschlösschen aufhebt, die Stadt ist damit überhaupt nicht einverstanden. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn das Ordnungsamt hat aktuell die Kontrollen verschärft. Wer seinen Hund nicht anleint, der muss unter Umständen tief in die Tasche greifen.

Ein beliebter Ort

Die autofreie Kastanienallee am Holzhausenschlösschen ist seit mehr als 30 Jahren ein beliebter Treffpunkt für Hundefreunde. Andere Möglichkeiten den Hund auszuführen, gibt es in der Nähe nicht. Viele Parks sind für die Anwohner einfach zu weit weg oder es gibt dort nur kleine Ecken für Hunde. In der Kastanienallee haben die Vierbeiner viel Auslauf, sie können spielen und toben, während die Herrchen sich auf einen kleinen Plausch treffen. Jetzt sind die Hundehalter allerdings verstimmt, denn seit gut 14 Tagen ist ständig das Ordnungsamt vor Ort und kontrolliert, ob die Hunde an der Leine sind. Ist dies nicht der Fall, kostet das die Hundehalter 75,- Euro.

Die Hundehalter sind verärgert

Die Hundehalter am Frankfurter Nordend sind sauer, dass die Stadt ihren Hunden die Freiheit genommen hat. Die Stadt hat allerdings ihre Gründe. Immer wieder hatten sich in der Vergangenheit Radfahrer über die frei laufenden Hunde beschwert, zudem soll es auch zu einigen Vorfällen gekommen sein. Dass die Kastanienallee am Holzhausenschlösschen nicht alleine nur für Hunde ist, das wissen auch die Hundehalter. Sie verlangen deshalb von der Stadt Frankfurt eine Lösung, mit der alle leben können. Sie stellen sich eine Kastanienallee vor, in der Hunde legal ohne Leine unterwegs sein können und wo es ein friedliches Miteinander zwischen Hunden, Fußgängern und Radfahrern gibt.

Das sagt die Stadt

Der Ortsbeirat hat zwar Verständnis für die Hundehalter, aber leider keine Lösung, zumindest nicht in der Kastanienallee. Die Probleme der Hundehalter gibt es nicht erst seit gestern, sondern schon seit einigen Jahrzehnten, denn die Parks in Frankfurt sind begrenzt und oftmals ist dort auch ein Spielplatz untergebracht. Die Politik sieht also keine Möglichkeiten für die Hundehalter. Es gibt noch den Mittelstreifen in der Günthersburgallee, dort darf die Länge der Leine allerdings nur maximal zwei Meter betragen.

Es gibt vielleicht noch Hoffnung

Vonseiten des Ortsbeirates gibt es jedoch noch eine Hoffnung für die Hunde: Wenn endlich der Deckel über die A661 kommt, ist es auch möglich, eine Freifläche für die Hunde zu schaffen. Bis es allerdings so weit ist, vergehen wohl noch einige Jahre. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, dass eine der Fraktionen eine Umwidmung der Kastanienallee beantragt.

Wie bei den meisten städtischen Problemen, so liegt es auch in Frankfurt einmal mehr an der Politik, wie sich die Sache entwickelt. Ob vermehrte Kontrollen des Ordnungsamtes und hohe Geldbußen die richtigen Maßnahmen sind, bleibt dahingestellt. Die Hundehalter, die mit ihren vierbeinigen Freunden gerne in der Kastanienallee am Holzhausenschlösschen Gassi gehen, fühlen sich im Stich gelassen. Die Politik vertröstet sie immer wieder und stellt Lösungen in Aussicht, die erst in einigen Jahren zur Verfügung stehen. Bis es so weit ist, müssen die Hundehalter ihren Hunden die Freiheit nehmen oder bezahlen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / damedeeso

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.