Baustelle in der Elisabethenstraße bereitet den Einzelhändler Sorge

Baustelle in der Elisabethenstraße bereitet den Einzelhändlern Sorge

Wenn die Stadt baut, dann kann das unter Umständen auch mal etwas länger dauern. Bis November sollen die Bauarbeiten in der Elisabethenstraße im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen dauern, aber die Einzelhändler sind jetzt schon in großer Sorge. Einigen Geschäften drohen Umsatzeinbußen von mehr als 40 Prozent und für einige bedeutet das, sie sind pleite, wenn die Baustelle abgebaut wird. Nach Meinung der Händler fehlt es der Politik am festen Willen, den von der Pleite bedrohten Geschäftsinhabern zu helfen.

Keine Parkplätze mehr

Das große Problem an der Baustelle in der Elisabethenstraße ist, dass die so wichtigen Parkplätze wegfallen. Auf einer Seite der Straße sind die Bauarbeiten zwar abgeschlossen, aber die Parkplätze sind noch immer gesperrt. Der Inhaber einer Wäscherei ist deshalb in großer Sorge um sein Geschäft. Seine Kunden halten kurz, bringen die Wäsche ins Geschäft und holen sie dann am nächsten Tag wieder ab. Jetzt, wo keine Parkplätze mehr zur Verfügung stehen, bleiben auch die Kunden weg. Verständlicherweise ist kaum jemand bereit, sich durch Schmutz, Lärm und Absperrbalken zu quälen, um die Wäsche wegzubringen. Für den Inhaber der Wäscherei heißt das, er verdient weniger als 200,- Euro am Tag. Ob er das bis Ende des Jahres durchhalten kann, ist fraglich.

Eine Verlängerung ist durchaus möglich

Die Baustelle in Sachsenhausen ist nach Auskunft des Amts für Straßenbau im Zeitplan. Allerdings hält sich das Amt noch ein Hintertürchen offen: eine „moderate Bauzeitverlängerung“ sei durchaus möglich. Den Einzelhändlern in der Straße war klar, dass die Straße eine Erneuerung brauchte. Auch das Pflanzen von 14 Bäumen findet ihre Zustimmung, aber die Stadt soll sich an den Zeitplan halten. Die Händler kritisieren, dass die Stadt sich nicht enger mit ihnen abstimmt und dass es auf dieser Basis Probleme gibt, macht ein Beispiel deutlich. Der Wäschereibesitzer verdient sich mit einem Geldautomaten neben seinem Schaufenster ein kleines Zubrot. Jetzt haben die Bauarbeiter den Geldautomaten mit Balken lahmgelegt, um darunter Pflastersteine zu verlegen. Die Pflasterung ist mittlerweile fertig, aber bis zur Hauswand ist noch ein Spalt offen. Solange dieser nicht geschlossen ist, bleibt der Geldautomat außer Betrieb.

Keine Hilfe

Neben der Wäscherei ist auch eine Bäckerei in Nöten. Sie gilt als die beste Bäckerei im Quartier und war ein beliebter Treffpunkt für die Bürger. Heute ist die Bäckerei pleite, denn sie hat die Baustelle nicht überlebt. Der Inhaber erwartet, dass die Stadt ihm hilft, aber das haben die Händler in der Eschenheimer Landstraße und in der Offenbacher Straße auch vergeblich gehofft. Die Stadt schließt finanzielle Hilfe für die Händler aus, eine Entschädigung kommt nicht infrage.

Die Stadt fühlt sich im Recht, denn wenn sie die kleinen Geschäfte finanziell entschädigt, dann muss sie das auch bei den großen Unternehmen tun. Das jedoch kann schnell mal einige Hundert Millionen Euro kosten. In der Folge würden Baustellen dann dermaßen teuer, dass die Stadt nicht mehr bauen könnte. Die Geschäftsinhaber in der Elisabethenstraße haben sich in ihrer Verzweiflung an ihre Vermieter gewandt und um eine Mietminderung gebeten. Das lehnten die Vermieter ab, sie wollen die Miete sogar noch erhöhen, weil die Straße jetzt viel schöner ist.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / Lesniewski

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.