Radfahren in Frankfurt - neue Ideen für eine radfreundliche Stadt

Radfahren in Frankfurt – neue Ideen für eine radfreundliche Stadt

Radfahren schont die Umwelt und hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Zudem sparen regelmäßige Fahrten mit dem Rad viel Geld. In einer Großstadt wie Frankfurt ist es jedoch nicht so einfach, mit dem Rad unterwegs zu sein. Oft fehlt es an gut ausgebauten Radwegen, parkende Fahrzeuge verstellen den Weg und fahrende Autos sind eine permanente Gefahr für die Radler. Wie auch Frankfurt zu einer radfreundlichen Stadt wird, das zeigt eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum.

Die Probleme der Radler

Es ist die Schweizer Straße im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, die sich mehr und mehr zu einem Sorgenkind entwickelt. Zwischen der Textorstraße und der Gartenstraße stehen die Häuser sehr eng, außerdem machen auch geparkte Autos und die Straßenbahn den Radfahrern das Leben schwer. Fahren die Radler seitlich auf der Straße, dann leben sie mit der Gefahr, von einer sich öffnenden Autotür getroffen zu werden. Autos, die in der zweiten Reihe parken, sind für die Radler ein enorm großes Hindernis. Sie müssen ihnen ausweichen, geraten dabei nicht selten in die Straßenbahnschienen und stürzen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) fordert jetzt, die Schweizerstraße für Radfahrer sicherer zu machen.

Elf tolle Ideen

„Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt“, so lautet das Thema der Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum der Stadt Frankfurt. Elf Ideen von elf Architekten zeigt das Museum und viele dieser Entwürfe sehen weder Autos noch Straßenbahnen vor. Das wird allerdings kritisch gesehen, denn etwas verschwinden zu lassen, nur weil es vielleicht nicht mehr von Nutzen ist, das ist wenig pragmatisch. Was machen die Geschäfte, wenn der Lieferant sie nicht mehr anfahren darf? Für Radfahrer mag das ein wunderbarer Entwurf sein, für alle anderen Verkehrsteilnehmer ist das jedoch nicht hinnehmbar.

Einfach das Tempo senken

Einfach, aber effektiv ist die Idee, das Tempo in den betroffenen Straßen zu senken. Tempo 30 oder noch weniger reichen aus, damit alle Verkehrsteilnehmer ohne Probleme durch die Stadt kommen. Kostengünstig ist die Idee auch noch, denn die Stadt muss lediglich neue Schilder aufstellen. Voraussetzung ist, dass die Fraktion der CDU im Frankfurter Römer sich bewegt. Danach sieht es zumindest derzeit jedoch nicht aus. 50 ist das Tempo auf allen Hauptstraßen der Stadt, so steht es im Koalitionsvertrag und daran wird kategorisch festgehalten. Andere Vorschläge, wie beispielsweise ein baulich getrennter Radweg, sorgen für noch mehr Enge in den schon zu engen Straßen. Auf wenig Gegenliebe stößt auch der Plan, die Parkplätze für die Autos zu reduzieren, um den Radfahrern mehr Platz zu bieten. Die Geschäftsinhaber fürchten, dass ihnen viele Kunden verloren gehen, weil sie keine Parkplätze mehr finden.

Es wird noch eine Weile dauern, bis Frankfurt eine attraktive Stadt für Radfahrer ist. Aktuell müssen sich alle Verkehrsteilnehmer und auch die Inhaber der Geschäfte arrangieren. Die elf Ideen der Architekten sind eine Gedankenspielerei, wie es vielleicht aussehen könnte. Ob und wie alltagstauglich die Entwürfe sind, muss sich noch zeigen. So sehen viele es als eine gute Idee, wenn der Kreisel auf dem Schweizer Platz verschwindet. Geht der Verkehr geradeaus, dann ist es möglich, den Verkehr aus den Seitenstraßen zu stoppen und umzuleiten.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / JanKranendonk

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.