Risiko Handelskrieg, Kommentar zu Volkswagen von Carsten Steevens

Frankfurt (ots) – Investoren treibt die Furcht um, dass sich der Handelskonflikt der USA mit China und der EU zu einem globalen Handelskrieg hochschaukeln könnte – mit fatalen Folgen für die Weltwirtschaft. Die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump, 20-prozentige Strafzölle auf Einfuhren europäischer Autos zu erheben, hat die Aktien der Autohersteller diesseits des Atlantiks zum Wochenanfang belastet. BMW, Daimler und Volkswagen gaben in der Spitze um 2 bis 3 Prozent nach. VW markierte gestern ein Jahrestief. Dabei haben die Wolfsburger anders als der Rivale aus Stuttgart ihre Jahresziele bislang nicht korrigieren müssen – sei es wegen chinesischer Zölle auf Pkw-Importe aus den USA, sei es wegen der Umstellung auf das neue Testverfahren zur Bestimmung von Emissionen und Kraftstoffverbrauch, WLTP. Diese Umstellung wird im dritten Quartal zu Produktionslücken und zu weniger Beschäftigung führen. Volkswagen kommt zugute, dass keine Fahrzeuge aus den USA nach China ausgeführt werden – allein die Kernmarke VW produziert im Reich der Mitte an 19 Standorten. Zudem wurden Kosten im Kontext mit der WLTP-Norm offenbar konservativer kalkuliert. Die Statistiken über die Fahrzeugauslieferungen im bisherigen Jahresverlauf haben darüber hinaus auch noch keinen Anlass zu größerer Sorge geliefert. Von Januar bis Mai übergab der Konzern weltweit fast 8 Prozent mehr Neuwagen an seine Kunden als in der vergleichbaren Vorjahreszeit. Das Geschäft mit den margenträchtigen Geländelimousinen brummt, gerade auch im weltgrößten Automarkt China, wo Volkswagen mehr Fahrzeuge verkauft als in ganz Westeuropa einschließlich Deutschland. Doch die Gefahr einer konjunkturellen Talfahrt als Folge eskalierender Handelsstreitigkeiten nimmt zu. Gravierende Folgen für die Weltwirtschaft könnten nicht nur auf Absatz, Erlös und Gewinn durchschlagen, sondern auch auf die Fähigkeiten von Volkswagen (und anderer Autohersteller), in die Umstellung auf Elektromobilität, autonomes Fahren, Digitalisierung und neue Mobilitätsdienstleistungen zu investieren. Die von der Braunschweiger Staatsanwaltschaft verhängte Milliarden-Geldbuße sowie die Verhaftung von Audi-Chef Rupert Stadler wegen Verdunkelungsgefahr erinnern daran, dass der vor fast drei Jahren aufgeflogene Diesel-Abgasskandal für den VW-Konzern keinesfalls ausgestanden ist. Weitere Milliardenlasten sind nicht auszuschließen. Doch hat es den Anschein, als könnte auch ein Handelskrieg zum großen Problem werden.

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