Pjotr Pawlenski: Kampf des Künstlers gegen den Staatsapparat 95-minütige SWR Doku „Pawlenski – …

Baden-Baden (ots) –

Er näht sich den Mund zu, wickelt sich in Stacheldraht, schneidet sich ein Ohrläppchen ab. Der russische Politkünstler Pjotr Pawlenski wählt drastische Aktionen, um der Welt zu zeigen, wie es in seinem Land um Meinungsfreiheit und politische Teilhabe bestellt ist. Wer ist dieser Mann, der für die Freiheit seiner Mitbürger kämpft um den Preis seiner eigenen? Irene Langemann begleitete für die Dokumentation „Pawlenski – Der Mensch und die Macht“ Pjotr Pawlenski in Russland in Freiheit und während seiner dortigen Zeit in Haft. Die Ausstrahlung ist am 7. Juni um 23:45 Uhr im SWR Fernsehen. Erstmals wurde die Dokumentation im März 2018 auf ARTE gezeigt.

Drastische Aktionen gegen das Schweigen

2012 erregt der russische Politkünstler Pjotr Pawlenski international Aufsehen, als er sich öffentlich den Mund mit einem groben Faden zunäht, um sich in St. Petersburg mit den verurteilten Mitgliedern von „Pussy Riot“ solidarisch zu zeigen. Seine Botschaft: Künstler sind in Russland zum Schweigen verurteilt. Im November 2013 setzt er sich nackt auf den Roten Platz in Moskau und nagelt seinen Hodensack fest. Die Aktion steht für politische Gleichgültigkeit in der russischen Gesellschaft. 2014 zündet er mit Helfern Reifen auf einer Petersburger Brücke an, sie schwenken die ukrainische Fahne, um die Maidan-Bewegung zu unterstützen. Dies führt zu einer Anklage wegen Vandalismus. Als er 2015 die Tür des Geheimdienstes anzündet, wird er festgenommen. Doch selbst in Haft und vor Gericht gelingt es Pawlenski, Psychiater zu verwirren und Richter mit seiner Wortgewalt zu provozieren.

Entblößende und amüsant-groteske Szenen

Bei den meisten Aktionen liegt Pawlenski nur da, steht oder sitzt. Aktiv sind die Vertreter der Macht, wenn sie ihn wegschleppen, sich in Stacheldraht verheddern, seine Nacktheit zu bedecken versuchen. Erste Versuche, den Künstler anzuklagen, verlaufen im Sand. Eine Ärztin weigert sich, ihn für unzurechnungsfähig zu erklären. Ein Untersuchungsrichter ist so fasziniert, dass er statt eines Verhörs ein lockeres Gespräch über Kunst und Politik mit ihm führt. Pawlenski hat es heimlich aufgezeichnet. Dank Originalprotokollen von Gerichtsverhandlungen zeigt der Film entblößende und amüsant-groteske Szenen, die den Kampf eines einzelnen Künstlers gegen den Staatsapparat zeigen.

Sendung

„Pawlenski – Der Mensch und die Macht“ wird am Donnerstag, 7. Juni 2018 um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen gezeigt.

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Daniela.Kress@SWR.de

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