Rosengedichte - Über die Königin der Blumen |
Die unschuldige Rose
Sprechen wir nicht von dir.
Du bist deiner Natur nach unaussprechlich.
Andere Blumen schmücken die Tafel,
du verklärst sie.
Man stellt dich in eine Vase -
und schon wandelt sich alles:
es ist vielleicht die gleiche Vase Melodie,
aber gesungen von einem Engel.
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
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Weiße Rose in der Dämmerung
Traurig lehnst du dein Gesicht
Übers Laub, dem Tod ergeben,
Atmest geisterhaftes Licht,
Lässest bleiche Träume schweben.
Aber innig wie Gesang,
Weht im letzten leisen Schimmer,
Noch den ganzen Abend lang,
Dein geliebter Duft durchs Zimmer.
Deine kleine Seele wirbt
Ängstlich um das Namenlose,
Und sie lächelt, und sie stirbt,
Mir am Herzen, Schwester Rose.
Herrmann Hesse | |
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