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Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt |
Die Deutsche Nationalbibliothek ist die zentrale Archivbibliothek und das nationalbibliografische Zentrum der Bundesrepublik Deutschland.
Sie sammelt, archiviert und dokumentiert ab 1913, quasi als "Gedächtnis der Nation", sämtliche deutschsprachigen Publikationen.
Sie entstand 1990 mit der Wiedervereinigung Deutschlands aus den Vorgängereinrichtungen Deutsche Bücherei Leipzig (gegründet 1912) und Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main (gegründet 1947).
Der Einigungsvertrag vom 23. September 1990 erlaubt beiden Häusern, gemeinsam die gesetzlich festgelegten Aufgaben fortzuführen. Jedem Standort wurden zudem besondere Schwerpunktfunktionen übertragen.
Am 29. Juni 2006 trat das "Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek" in Kraft. Es erweitert den Sammelauftrag der Deutschen Bibliothek. Internetveröffentlichungen, so genannte Netzpublikationen, gehören ab sofort zur Sammlung.
Das Gesetz legt als neuen Namen der Bibliothek 'Deutsche Nationalbibliothek' fest.
- Der Standort Frankfurt ist für die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik zuständig; dazu gehören auch Aufbau und Führung der zentralen Datenbank. Er übernimmt Produktion, Marketing und Vertrieb der nationalbibliografischen Dienstleistungen.
Außerdem ist in Frankfurt das Deutsche Exilarchiv 1933 - 1945 angesiedelt.
- Am Standort Leipzig befinden sich das Deutsche Buch- und Schriftmuseum, die Sammlung Exil-Literatur 1933-1945 und die
Anne-Frank-Shoah-Bibliothek.
- Das 1970 gegründete Deutsche Musikarchiv Berlin ist dem Standort Leipzig als Abteilung zugeordnet. Es ist für die Bearbeitung und bibliografische Verzeichnung der Musikalien und Musiktonträger verantwortlich.
Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek
Jeder gewerbliche oder nicht gewerbliche Verleger in Deutschland ist verpflichtet, von seinen Veröffentlichungen zwei Pflichtexemplare kostenlos an die Deutsche Nationalbibliothek abzuliefern.
Ablieferungspflichtig sind Veröffentlichungen in Papierform und in Mikroformen, Tonträger und physisch verbreitete elektronische Publikationen (z.B. CD-ROM) sowie digitale Netzpublikationen (seit Juli 1998).
Die Sammlung umfaßt ab 1913:
- in Deutschland verlegte Veröffentlichungen
- im Ausland verlegte deutschsprachige Veröffentlichungen
- im Ausland verlegte Übersetzungen deutschsprachiger Werke in andere Sprachen
- im Ausland zwischen 1933 und 1945 von deutschsprachigen Emigranten verfaßten oder veröffentlichten Druckwerke über Deutschland
Der Gesamtbestand der Deutschen Nationalbibliothek beläuft sich derzeit auf 24,7 Millionen Einheiten. Als Einheiten zählen Bücher, Zeitschriften, Karten, Musiknoten, Tonträger oder Flugblätter.
Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt
Adickesallee 1, Frankfurt-Nordend
Telefon: (069) 1525-0 Telefax: (069) 1525-1010
Öffnungszeiten:
Mo-Do 10-20, Fr 10-18, Sa 10-17 Uhr, So Ruhetag
Internet: www.d-nb.de
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Kommende Ausstellung:
Rudolf Olden. Journalist gegen Hitler - Anwalt der Republik · 26.03. - 28.07.2010 Mit der vom Deutschen Exilarchiv 1933 - 1945 kuratierten Ausstellung erinnert die Deutsche Nationalbibliothek an einen deutschen Liberalen, der als Journalist schon früh vor Hitler warnte und als Jurist in der Weimarer Republik für Demokratie eintrat.
Als Mitbegründer und Sekretär des deutschen PEN-Clubs im Exil setzte sich Rudolf Olden (1885 - 1940) in seinem Asylland Großbritannien dafür ein, den exilierten deutschsprachigen Schriftstellern eine Stimme in der Welt zu geben, und arbeitete aktiv an der Rettung gefährdeter Schriftsteller mit.
Neben dem politischen Biografen und dem Journalisten wird auch der Jurist Rudolf Olden in der Ausstellung dokumentiert. So etwa sein Einsatz für Carl von Ossietzky und sein Kampf gegen die Todesstrafe.
Thematisiert wird auch Oldens Tätigkeit als Beisitzer der Filmprüfstelle in den Verhandlungen um die Zensur von Bertolt Brechts, Ernst Ottwalts und Slatan Dudows Film "Kuhle Wampe".
Oldens Engagement als Sekretär des Exil-PEN unter der Präsidentschaft von Heinrich Mann ist mit zahlreichen Exponaten belegt. Zu seinen Korrespondenzpartnern gehörten Walter Benjamin, Lion Feuchtwanger, John Heartfield, Klaus Mann, Thomas Mann und Robert Musil.
Eine Vielzahl von Familienbriefen und Fotografien erlaubt einen Einblick in die private Biografie Rudolf Oldens. Der Eintritt ist frei.
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