Inbegriff der „Frankfurter Apfelweinkultur" ist das „Dreigestirn" aus Bembel, Gerippten und Deckelche. Diese Zusammenstellung ist einzigartig auf der Welt.
Das Gerippte
Der Apfelwein wird aus dem traditionellen Glas, dem Gerippten (s. Bild), getrunken.
Die auf ihm enthaltenen quergestellten Rippen erzeugen das rautenförmige Muster, dem das Gerippte seinen Namen verdankt.
Die ältesten Gläser gibt es aus dem 15. Jahrhundert. Im Frankfurter Apfelweinmuseum gehören die Gläser zu den wertvollsten Stücken.
Die Frankfurter hatten um die Jahrhundertwende ihr eigenes Maß, den „Schoppen", auf Frankforderisch "Schobbe". Das Glas faßte 3/8 Liter.
Das heutige Standardglas faßt 0,3 l. Zunehmend findet man auch Gläser mit 0,25 l Inhalt.
So kaschieren die Wirte, die, bedingt durch die zu entrichtende Apfelweinsteuer, erforderliche Preiserhöhung.
In vielen Ausflugslokalen werden inzwischen Gläser mit 0,5 l Inhalt angeboten.
Der Deckel
Der Apfelweindeckel (s. Bild), im Frankfurter Dialekt "des Deckelche" vervollständigt Bembel und Geripptes zum „Frankfurter Dreigestirn".
Das älteste bekannte Stück stammt aus dem Jahre 1887.
Der Deckel besteht aus zwei Holzscheiben, einer größeren und einer kleineren.
Die größere Scheibe deckt das Apfelweinglas ab, die kleinere ragt in das Glas hinein, um ein Verrutschen des Deckels zu verhindern.
Der Deckel kann oben mit einer Münze oder Malerei, aber auch mit dem Namen der Wirtschaft oder des Besitzers verziert sein.
Er wird nicht von der Wirtschaft gestellt, man bringt ihn mit.
Sitzt man in einer der typischen Apfelweinwirtschaften (Garten- oder Heckenwirtschaft), verhindert "des Deckelche", daß Schmutz oder Insekten in den Apfelwein fallen.
Dieser Kult wird heutzutage aber nur noch von traditionsgebundenen Apfelweintrinkern gepflegt.