|
|
Apfelwein - Historie und Geschichten |
Obstweine haben eine lange Geschichte. Schon die Griechen haben vor über 3000 Jahren sich daran berauscht. Später folgten Römer und Germanen.
Aus der Zeit Karl des Großen (um 800 n.C.) stammt das wichtigste Dokument in der Geschichte des Apfelweines. In der Anweisung zur Bewirtschaftung seiner Landgüter wird das Produkt Apfelwein ausdrücklich erwähnt.
Der Apfelwein findet sich heute noch in den früher von den Kelten besetzten Gebieten: von Südengland über Frankreich, Deutschland, Schweiz, Österreich bis nach Jugoslawien.
Den "Ebbelwoi", wie die Frankfurter ihr Nationalgetränk nennen, ist in der Mainmetropole urkundlich seit dem 16. Jh. bekannt.
Per Ratsverordnung aus dem Jahr 1638 wurde die Grundlage für die strengen Reinhaltungsbestimmungen gelegt, denen auch die heutige Produktion noch unterliegt.
Der Apfelwein war einst das „Arme-Leute-Getränk". Die Oberschicht trank Wein oder Bier.
Anfangs wurde der selbstgekelterte Apfelwein in Heckenwirtschaften ausgeschenkt. Viele Gärtner eröffneten Apfelweinlokale.
Aus dem jahrhundertealten Haustrunk wurde der öffentliche Ausschank mit behördlicher Genehmigung. Die erste Schankerlaubnis wurde 1754 erteilt.
Mit der Zunahme des öffentlichen Ausschanks entdeckte die Stadt eine neue Einnahmequelle. Das Verzapfen des Apfelweins war von nun an steuerpflichtig.
Wer eine Schankerlaubnis hatte, mußte dies durch Aushängen eines Fichtenkranzes mit einem Apfel in der Mitte an einem Kranzeisen vor seinem Haus kenntlich machen.
Dieses Erkennungszeichen hat sich bis heute, wenn auch der Apfel meist durch einen Bembel ersetzt wird, erhalten und markiert die Apfelweinwirtschaften, die das "Stöffche" vom Faß ausschenken.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebte der Apfelwein einen richtigen Aufschwung.
Immer mehr Menschen zogen in die Stadt Frankfurt und fanden dort Arbeit.
Die Neubürger stammten aus dem Taunus, dem Westerwald, der Rhön, dem Spessart. Von dort brachten sie auch ihr Hausgetränk, den Apfelwein, mit.
Schnell eroberte sich der „Ebbelwei" die Gunst der Bürger und wurde das typische Frankfurter Volksgetränk.
Die „Erste Frankfurter Aepfelweinkelterei", Gebrüder Freyeisen, wurde 1817 gegründet.
Ende des Jahrhunderts gab es in der Stadt Frankfurt 12 Großkeltereien und ungezählte Kleinhersteller. Das „Stöffche" wurde gesellschaftsfähig.
Viele europäische Königshäuser und sogar der Sultan des osmanischen Reiches wurden zu Fans des Frankfurter Nationalgetränks.
Heute werden rund 70% der Deutschen Apfelweinproduktion alleine in Hessen verköstigt. Dabei ist die Mainmetropole unbestritten die "Ebbelwoi-Hauptstadt". Alleine 40 Millionen Liter werden hier gekeltert.
Die ARD-Kultendung „Zum Blauen Bock" (über 200 Folgen von 1957 bis 1987), erst mit Otto Höpfner, dann mit Heinz Schenk und Lia Wöhr, machten den "Ebbelwoi" und das „Bembelsche" bundesweit bekannt.
In den letzten Jahren haben sich diverse Feste, wie das "Frankfurter Stöffchefest" oder das "Langener Ebbelwoifest", in der Region Frankfurt RheinMain etabliert.
Am letzten Augustwochenende huldigt Hanau-Steinheim, gelegen am Ausgangspunkt der Hessischen Apfelweinstraße, beim "Bundesäppelwoifest" dem hessischen Nationalgetränk.
Höhepunkt ist die feierliche Krönung der Bundesäppelwoikönigin und des Bundesäppelwoikönigs als Auftakt ihrer jeweils einjährigen Regentschaft.
|
|
|
|